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03.05.2017

14:38 Uhr

Xing-Chef Vollmoeller

„Wir befinden uns sehr sauber auf der Ziellinie“

VonJohannes Steger

Xing hat im ersten Quartal wieder einmal zugelegt: Der Umsatz steigt, beim Mitgliederwachstum verzeichnet die Burda-Tochter einen Rekord. Firmenchef Thomas Vollmoeller setzt jetzt auf die Expansion in den USA.

Das Karrierenetzwerk präsentiert gute Zahlen. dpa

Xing

Das Karrierenetzwerk präsentiert gute Zahlen.

DüsseldorfDeutschland und soziale Netzwerke haben ein Problem: Irgendwie hängt über ihnen immer der dunkle Schatten von StudiVZ. Das erfolgreich gestartete Netzwerk scheiterte kläglich, die US-Konkurrenz durch Facebook war zu groß. Manch einer sah ein ähnliches Schicksal auf das Karrierenetzwerk Xing zu kommen: Der Rivale Linkedin bedrohe den Erfolg der Burda-Tochter. Ein aufs andere Quartal zeigt sich jedoch: Von Gefahr kann keine Rede sein.

Denn die Zahlen sind gut – wieder einmal: Der Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres stieg im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf rund 42 Millionen Euro. Größter Wachstumstreiber war dabei erneut der Bereich E-Recruiting. Konsequent treibt das Karrierenetzwerk unter Chef Thomas Vollmoeller die Entwicklung des Geschäfts mit der digitalen Personalsuche voran. Das zahlt sich aus: Der Erlös in diesem Segment stieg von rund zwölf im Vorjahr auf 17 Millionen Euro im ersten Quartal 2017 – ein Zuwachs von vierzig Prozent. Damit beweist der Hamburger Konzern nicht nur, dass es sich nicht vor der US-Konkurrenz zu fürchten braucht. Xing hat auch Pläne für den amerikanischen Markt.

Xing-Chef Thomas Vollmoeller: Mit Flipflops am Sandstrand

Xing-Chef Thomas Vollmoeller

Premium Mit Flipflops am Sandstrand

Thomas Vollmoeller, Chef des Karriere-Netzwerks Xing, hat sich aus dem Tagesgeschäft herausgezogen und macht ein dreimonatiges Sabbatical. Er will Vorreiter in Sachen Flexibilität sein – und mit neuen Ideen zurückkommen.

Zwar ist der Umsatz mit der digitalen Personalsuche Wachstumstreiber, aber auch an anderer Stelle kann das Karrierenetzwerk zulegen. Im Geschäft mit den Endkunden steigt der Umsatz um zwölf Prozent auf 20,5 Millionen. Und auch das Geschäft mit Veranstaltungen entwickelt sich gut – hier steigt der Erlös von 2,9 auf 3,6 Millionen Euro. Beim Mitgliederwachstum sieht es ähnlich aus: Im März hatte das Karrierenetzwerk die Marke von zwölf Millionen Mitgliedern geknackt. Im abgelaufenen Quartal kamen 567.000 neue hinzu – ein Rekord.

Doch vor Steuern und Abschreibungen stieg der Gewinn um nur 15 Prozent von rund zehn auf zwölf Millionen Euro. Als Grund nennt der Konzern die erhöhten Ausgaben für die Kampagne zum Thema „Neues Arbeiten“, die Anfang des Jahres großflächig in Fernsehen oder Plakatwerbung zu sehen war. Es war die bislang größte Kampagne der Burda-Tochter. Ebenfalls zu Buche schlägt die Veranstaltung „New Work Experience“ in Berlin, zu der das Netzwerk rund 1000 Gäste in die Hauptstadt lud.

Alles rund um Xing

Kontaktbörse für Geschäftsleute

Gründer Lars Hinrichs ging es darum, einen Treffpunkt für Geschäftsleute zu schaffen – jenseits von Golfplätzen und Konferenzen. Anfangs hieß das Netzwerk noch Open Business Club oder kurz OpenBC.

Aus OpenBC wird Xing

Ende 2006, das Netzwerk hatte bereits 1,5 Millionen Mitglieder, benannte sich OpenBC in Xing um. Das sollte internationalen Nutzern die Aussprache erleichtern.

Gelistet im TecDax

Im Dezember 2006 ging Xing an die Börse, knapp fünf Jahre später gelang dem Unternehmen ein Karrieresprung: Im September 2015 stieg es in den TecDax auf, also den Index der 30 größten Technologiewerte.

Burda übernimmt die Regie

Der Medienkonzern Burda („Focus“) übernahm 2012 die Mehrheit der Xing-Aktien. Das soziale Netzwerk agiert aber weiter selbständig.

Konkurrent Linkedin holt auf

In den deutschsprachigen Ländern ist Xing eindeutig das wichtigste berufliche Online-Netzwerk. Konkurrent Linkedin setzt einiges daran, den Abstand zu verringern. Die Nutzerzahlen des US-Unternehmens sind deutlich gestiegen, allerdings ist Xing weiterhin mit Abstand die Nummer 1.

Geschäft mit Gebühren

2016 lag der Jahresumsatz bei 148,5 Millionen Euro. Der Großteil der Xing-Einnahmen stammt aus dem Geschäft mit dem E-Recruiting.

Xing-Chef Thomas Vollmoeller glaubt an die Kraft solcher Veranstaltungen: „Wir wollen das Thema neue Arbeit besetzen – und uns mit so einer Veranstaltung als Ansprechpartner und Experte etablieren." Auf lange Sicht werde es nicht nur bei Veranstaltungen bleiben, auch weitere Produkte in diesem Themenbereich sollen folgen, kündigt der Xing-Chef an. Schon jetzt drehe sich das Angebot von Xing in Bereichen wie Stellenanzeigen aber auch Nachrichten, um die Themen Transparenz und das richtige Zusammenspiel von Arbeit und Privatleben.

Kommentare (1)

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Herr H.P. Martinsne

09.05.2017, 13:57 Uhr

Es bleibt schwer zu beurteilen, wie sich Xing mit kununu.com in Amerika schlagen wird. Man muss berücksichtigen, dass Glassdoor zu den ersten Plattformen für Arbeitgeberbewertungen weltweit gehört - sogar noch bevor www.jobvoting.de im Jahre 2006 das Thema im deutschsprachigen Raum bekannt machte. Daher hat Glassdoor in den USA eine langjährig gewachsene Marktstellung, die besonders fest ist. Teilweise macht es eher den Eindruck einer Retourkutsche, weil Glassdoor vor ca. 2 Jahren es "gewagt" hat, ihrerseits sich nach Deutschland auszubreiten. :) Aber spannend ist es allemal und mit Monster als starker Partner ist es durchaus machbar sich durchzusetzen.

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