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22.02.2016

16:58 Uhr

Xing

Karriere-Netzwerk wagt sich in die USA

VonKai-Hinrich Renner

Xing trotzt mit starkem Wachstum dem zuletzt schwächelnden Wettbewerber Linkedin. Mit der Unternehmenstochter Kununu will das deutsche Karrierenetzwerk nun in den USA Fuß fassen.

Das Karriere-Netzwerk hat im vergangenen Jahr 1,6 Millionen Mitglieder im deutschsprachigen Raum gewonnen. dpa

Xing

Das Karriere-Netzwerk hat im vergangenen Jahr 1,6 Millionen Mitglieder im deutschsprachigen Raum gewonnen.

HamburgAuf Xing ruht der Blick des Münchener Medienunternehmers Hubert Burda mit Wohlgefallen. Gern lobt er die Mannschaft des börsennotierten Online-Karrierenetzwerks, an der seine Hubert Burda Media („Focus“, „Bunte“) 50,26 Prozent der Anteile hält. Schließlich kann Xing etwas, das den Digitalablegern von Printtiteln nur selten gelingt: Die Plattform verdient richtig Geld.

Anfang Februar jedoch verschreckten schwache Zahlen des Wettbewerbers Linkedin zumindest die Anleger. Das US-Unternehmen hatte im vierten Quartal 2015 8,4 Millionen Dollar Verlust gemacht. Der Ausblick für das erste Quartal 2016 fiel ernüchternd aus. Statt der erwarteten Prognose von 850 Millionen Dollar Umsatz mochte sich die Unternehmensführung nur auf Erlöse in Höhe von 820 Millionen festlegen. Daraufhin rauschte die Linkedin-Aktie in die Tiefe - und zog das Wertpapier des deutschen Wettbewerbers mit sich. Die im Tecdax notierte Xing-Aktie stürzte von 180 auf bis zu 138 Euro. Konnte es sein, dass Online-Karrierenetzwerke ihre besten Zeiten schon hinter sich hatten?

Entwarnung gab es am frühen Montagvormittag: Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Xing praktisch bei allen relevanten Kenngrößen zugelegt: Der Umsatz stieg um 21 Prozent auf 123 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verzeichnete ein Plus von 25 Prozent und liegt nun bei 36,6 Millionen Euro. Unterm Strich blieben 17,6 Millionen Euro hängen. Das sind stolze 186 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Vorstand schlug deshalb nicht nur eine Dividendenerhöhung von 0,92 auf 1,03 Euro je Aktie, sondern auch eine Sonderdividende in Höhe von 1,50 Euro je Wertpapier vor. Der Bestand an liquiden Mitteln in Höhe von 78 Millionen Euro zum Jahresende mache dies möglich. Der Kurs der Xing-Aktie schnellte angesichts dieser Nachrichten zu Handelsbeginn auf 176 Euro empor, sackte dann aber auf zuletzt knapp 165 Euro ab.

Tipps für den Jobwechsel

Aktiv werden, statt frustriert sein

Lassen Sie sich nicht frustrieren. Im Gegensatz zu manch Anderen haben Sie das Glück, noch einen festen Job zu haben. Werden Sie aktiv, nutzen Sie die Zeit lieber, die Fühler nach Alternativen auszustrecken und Businesskontakte aufzubauen.

Den Jobwechsel gut abwägen

Bevor Sie das Handtuch werfen und den Jobwechsel ansteuern, hinterfragen Sie bitte alle Pro- und Contra-Punkte dieser Entscheidung. Haben Sie schon einen neuen Job in Aussicht bzw. wirklich sicher? Wunderbar! Zeichnet sich da noch so ganz und gar keine Alternative ab, harren Sie lieber noch ein wenig aus und nutzen Sie die Zeit dazu, aus gesicherter Position heraus auf Jobsuche zu gehen.

Seien Sie Stratege

Auch wenn Sie innerlich bereits gekündigt haben, lassen Sie sich bitte nicht dazu verleiten, im Team schlechte Stimmung zu verbreiten, den Chef durch den Kakao zu ziehen, nur noch das Notwendigste zu tun oder sich wie auch immer geartet zum Unternehmensfeind Nr. 1 zu machen.

Bewerben Sie sich aus sicherer Position heraus

Bewerben aus gesicherter Position heraus macht nicht nur aus finanzieller Sicht wesentlich entspannter, sondern bringt auch bessere Jobaussichten. Jeder Arbeitssuchende wird Ihnen bestätigen, dass es wesentlich schwerer ist, einen neuen Job zu finden, wenn man bereits ohne Anstellung ist. Gehen Sie deshalb nicht erst auf Jobsuche, wenn Sie bereits gekündigt haben, sondern fangen Sie damit bereits an, wenn Ihnen die ersten Kündigungsgedanken kommen.

Nutzen Sie Ihren Feierabend und das Wochenende – nicht die Arbeitszeit - gezielt dazu, sonst stehen Sie am Ende doch schneller auf der Straße, als gewünscht. Gleiches gilt natürlich, wenn Sie sich selbständig machen möchten. Starten Sie damit aus gesicherter Position heraus und wagen Sie den Absprung erst, wenn ein gewisses finanzielles Polster und andere Sicherheiten vorhanden sind.

Steigern Sie Ihren Marktwert

Hat man sich erst einmal dazu entschlossen, den Job zu wechseln, neigt man dazu, träge zu werden und den Joballtag damit zu verbringen, die Zeit totzuschlagen. Seien Sie klüger. Bilden Sie sich aktiv weiter und vertiefen Sie Ihr Wissen. Das erweitert nicht nur Ihre Fachkenntnisse, sondern erhöht zudem Ihren Marktwert. Natürlich gilt auch hier: Bitte nicht während der Arbeitszeit!

Knüpfen Sie ein Netzwerk von guten Kontakten

Nutzen Sie die Zeit im gesicherten Job dazu, aus Ihrer jetzigen Position heraus Kontakte zu knüpfen. An viele offene Stellen kommt man heutzutage über Vitamin B, also gute Beziehungen. Wer da die richtigen Leute kennt und durchschimmern lässt, dass er sich gerade beruflich neuorientiert, kann schneller zu einem neuen Job kommen, als geplant.

Zeigen Sie Präsenz

Nehmen Sie an fachrelevanten Veranstaltungen, regionalen und überregionalen Netzwerktreffen, Karriere- und Existenzgründermessen etc. teil oder tummeln Sie sich in Online Netzwerken wie z.B. Xing. Dabei sind auch private Aktivitäten förderlich. Wer weiß, vielleicht hat der eine oder andere Bekannte ja einen guten Tipp für eine offene Stelle. Wenn Sie eine eigene Firma gründen möchten, bauen Sie schon jetzt Kontakte zu potenziellen Kunden auf.

Luft anhalten und durch

Auch wenn es manchmal schwer fällt - reißen Sie sich am Riemen, atmen Sie beim nächsten Zoff mit den Kollegen lieber einmal mehr durch, anstatt laut zu werden und stehen Sie innerlich lächelnd über den Dingen. Schließlich haben Sie doch noch Größeres vor!

Quelle: www.careerbuilder.de

Den Unterschied zu den mauen Zahlen des Wettbewerbers erklärt sich für Xing-Chef Thomas Vollmoeller aus einem unterschiedlichen Geschäftsmodell. „Man kann Xing nur schwer mit Linkedin vergleichen“, sagt er dem Handelsblatt. „Wir verdienen zu zwei Drittel unser Geld im B-to-C-Geschäft.“

Haupteinnahmequelle sind dabei die kostenpflichtigen Premium-Mitgliedschaften, mit denen Xing 2015 allein 73 Millionen Euro erlöste – ein Plus von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der zahlenden Mitglieder stieg um 46.000 auf 880.000. Mit E-Recruiting, dazu zählen die Aktivitäten des Arbeitgeber-Bewertungsportals Kununu, aber auch die des 2015 erworbenen Stellenmarktes Jobbörse.com, erlöste das Netzwerk 41,4 Millionen Euro.

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