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08.06.2017

10:31 Uhr

Xing-Konkurrent

Linkedin macht in Deutschland Boden gut

VonJohannes Steger

Das Karrierenetzwerk Linkedin erreicht im deutschsprachigen Raum jetzt zehn Millionen Mitglieder. Damit bleibt das US-Unternehmen dem Platzhirsch Xing auf den Fersen – doch der gibt sich unbeeindruckt.

Das US-Unternehmen hat nach eigenen Angaben zehn Millionen Mitglieder im deutschsprachigen Raum. dpa

Linkedin

Das US-Unternehmen hat nach eigenen Angaben zehn Millionen Mitglieder im deutschsprachigen Raum.

DüsseldorfWas Facebook für spaßige Inhalte und Instagram für schöne Bilder, das ist Linkedin für die Karriere. Ob Recruiting, Marketing oder Vertrieb – das Karrierenetzwerk aus den USA will die Lösung für Unternehmen sein. Doch hierzulande hat es die Microsoft-Tochter nicht leicht. Der heimische Konkurrent Xing hat sich ebenfalls stark positioniert.

Das US-Unternehmen gibt sich selbstbewusst: Man habe die Schwelle von zehn Millionen Mitgliedern in Deutschland, Österreich und der Schweiz überschritten, teilte Linkedin am Donnerstag mit. Im Oktober 2016 seien es noch neun Millionen gewesen. 29 der 30 Dax-Unternehmen setzten bereits auf Linkedin-Lösungen. Dazu kämen weitere führende internationale Firmen der deutschsprachigen Region wie Swarovski oder Credit Suisse sowie weltweit tätige Mittelständler wie Carl Zeiss oder Red Bull.

Xing-Chef Vollmoeller: „Wir befinden uns sehr sauber auf der Ziellinie“

Xing-Chef Vollmoeller

„Wir befinden uns sehr sauber auf der Ziellinie“

Xing hat im ersten Quartal wieder einmal zugelegt: Der Umsatz steigt, beim Mitgliederwachstum verzeichnet die Burda-Tochter einen Rekord. Firmenchef Thomas Vollmoeller setzt jetzt auf die Expansion in den USA.

Weltweit nutzen 500 Millionen Menschen die Karriereplattform. Bei einer Umfrage unter internationalen Marketing-Verantwortlichen benannten zudem 16 Prozent der Befragten das Netzwerk als am wichtigsten für ihr Unternehmen – damit schaffte es Linkedin mit 16 Prozent auf Platz zwei hinter Facebook mit 62 Prozent. Besonders viel Traffic generiert die Plattform in den Vereinigten Staaten, wo sich Microsoft die Übernahme 26 Milliarden Dollar kosten ließ.

In Deutschland allerdings schafft es Linkedin bei den Karriereplattformen nur auf den zweiten Platz: Konkurrent Xing knackte im März die Marke von zwölf Millionen Mitgliedern. Im abgelaufenen Quartal kamen 567.000 neue Nutzer hinzu – ein neuer Rekord. Bei einer Statista-Umfrage gaben zudem im März 21 Prozent der Befragten an, auf der deutschen Plattform registriert zu sein. Damit lag das Netzwerk knapp hinter Instagram mit 24 Prozent, gleichauf mit Twitter, und vor Linkedin mit 12 Prozent.

Alles rund um Xing

Kontaktbörse für Geschäftsleute

Gründer Lars Hinrichs ging es darum, einen Treffpunkt für Geschäftsleute zu schaffen – jenseits von Golfplätzen und Konferenzen. Anfangs hieß das Netzwerk noch Open Business Club oder kurz OpenBC.

Aus OpenBC wird Xing

Ende 2006, das Netzwerk hatte bereits 1,5 Millionen Mitglieder, benannte sich OpenBC in Xing um. Das sollte internationalen Nutzern die Aussprache erleichtern.

Gelistet im TecDax

Im Dezember 2006 ging Xing an die Börse, knapp fünf Jahre später gelang dem Unternehmen ein Karrieresprung: Im September 2015 stieg es in den TecDax auf, also den Index der 30 größten Technologiewerte.

Burda übernimmt die Regie

Der Medienkonzern Burda („Focus“) übernahm 2012 die Mehrheit der Xing-Aktien. Das soziale Netzwerk agiert aber weiter selbständig.

Konkurrent Linkedin holt auf

In den deutschsprachigen Ländern ist Xing eindeutig das wichtigste berufliche Online-Netzwerk. Konkurrent Linkedin setzt einiges daran, den Abstand zu verringern. Die Nutzerzahlen des US-Unternehmens sind deutlich gestiegen, allerdings ist Xing weiterhin mit Abstand die Nummer 1.

Geschäft mit Gebühren

2016 lag der Jahresumsatz bei 148,5 Millionen Euro. Der Großteil der Xing-Einnahmen stammt aus dem Geschäft mit dem E-Recruiting.

Auch sonst gibt sich Xing unbeeindruckt von der US-Konkurrenz. Nach der Übernahme durch Microsoft sagte Chef Thomas Vollmoeller: „Für uns ist das aber auch eine gute Nachricht, weil sich ein Hauptwettbewerber in eine andere Richtung bewegt als wir.“ So sah es Vollmoeller auch zur Präsentation der Geschäftszahlen des letzten Jahres: „Natürlich ist Microsoft ein Riese. Aber der ist klar als B2B-Marke positioniert, entsprechend hat das Unternehmen angekündigt, seinen Firmenkunden durch die Übernahme künftig ‚Social Selling‘ zu ermöglichen.“ Am Ende könnte das gekaufte Netzwerk dann hauptsächlich ein Adressbuch für Selling-Aktivitäten sein, meint Vollmoeller: „Und davon unterscheiden wir uns natürlich völlig.“

Klar ist aber: Beide haben ehrgeizige Ziele. Das US-Karrierenetzwerk geht von einem Mitgliederpotenzial von 25 Millionen im deutschsprachigen Raum aus, ebenso der deutsche Konkurrent.

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