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18.02.2016

10:26 Uhr

Yahoo in der Krise

Marissa Mayer stampft Online-Magazine ein

Die Medien-Offensive von Yahoo-Chefin Marissa Mayer ist verpufft. Sieben von elf kostspielig aufgesetzten Digital-Magazinen verschwinden. Das ist Teil von Mayers neuem Sparprogramm.

Der Internetkonzern schließt mehrere seiner Online-Magazine. dpa

Yahoo

Der Internetkonzern schließt mehrere seiner Online-Magazine.

New York/Sunnyvale Der kriselnde Internet-Konzern Yahoo schafft sieben seiner elf Online-Magazine ab. Betroffen seien unter anderem Websites, die sich mit Essen, Gesundheit, Autos, Immobilien und Reisen beschäftigten, teilte Chefredakteurin Martha Nelson am Mittwoch über die zum Konzern gehörende Blog-Plattform Tumblr mit. „Wir wollen uns auf die vier erfolgreichsten Bereiche konzentrieren – News, Sport, Finanzen und Lifestyle.“

Für die in der Kritik stehende Yahoo-Chefin Marissa Mayer ist die Entscheidung ein Eingeständnis des Scheiterns – die Medien-Offensive, für die auch einige hochkarätige Journalisten verpflichtet wurden, ging 2014 maßgeblich von ihr aus. Yahoo hatte Anfang Februar angekündigt, 15 Prozent seiner Belegschaft abzubauen. Der Konzern machte keinen Angaben dazu, wie viele Mitarbeiter von der Schließung der Digital-Magazine betroffen sind. Dem „Wall Street Journal“ zufolge soll im Zuge des Umbaus auch der Yahoo-Standort im kalifornischen Burbank aufgelöst werden.

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Yahoo steht vor der Zerreißprobe. Die Gespräche über Massenentlassungen haben begonnen. Marissa Mayer kämpft gleichzeitig gegen den Abstieg, den Aufsichtsrat und gegen möglicherweise kostspielige Klagen vor Gericht.

Das einst bei Nutzern beliebte Internet-Urgestein Yahoo hat im Geschäft mit Online-Werbung den Anschluss an Wettbewerber wie Facebook verloren und steckt seit Jahren tief in der Krise. Großinvestoren wie der New Yorker Hedgefonds Starboard Value fordern bereits Mayers Rücktritt. Die 2012 von Google gekommene Top-Managerin versucht indes, das Steuer mit radikalen Maßnahmen herumzureißen. Sie will unter anderem Konzernteile für bis zu drei Milliarden Dollar abstoßen.

Unterdessen seien die Nutzer-Zahlen bei zentralen Yahoo-Diensten in den vergangenen Jahren stark gesunken, berichtete der Branchendienst „The Information“ unter Berufung auf interne Zahlen. So habe der E-Mail-Service des Konzerns Anfang Dezember mit 56,9 Millionen täglichen Nutzern 11,5 Prozent weniger Besucher gehabt als ein Jahr zuvor. Zugleich sei bei Tumblr die Nutzerzahl in dieser Zeit um 13 Prozent auf 26 Millionen pro Tag gestiegen. Mayer hatte Tumblr für rund eine Milliarde Dollar gekauft.

Die Vita von Marissa Mayer

Geburt

Marissa Ann Mayer wurde am 30. Mai 1975 in Washington geboren.

Studium

Mayer studierte Informatik an der Stanford University. Nach dem Studium begann sie ihre Karriere beim Research Lab der Großbank UBS in der Schweiz.

Ihre Zeit bei Google

Anfang 1999 fing Mayer bei Google an. Dort wurde sie als Technikerin eingestellt und leitete das für die Webserver verantwortliche Team. Später war Mayer für die Erstellung neuer Google-Produkte zuständig. 2008 wurde sie vom Wirtschaftsmagazin Fortune als jüngste zu den 50 mächtigsten Frauen der Welt gezählt.

Ehrendoktorwürde

2009 erhielt Mayer vom Institute of Technology aus Illinois die Ehrendoktorwürde im Fachbereich Programmierung.

Der Wechsel zu Yahoo

Am 16. Juli 2012 wechselte Mayer von Google zum Konkurrenten Yahoo. Dort wurde sie zur Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt.

Sanierungsprogramm

Beim kriselnden Internetriesen Yahoo startete Mayer sofort ein Sanierungsprogramm. Als erstes wurde im Februar 2013 das Home-Office abgeschafft. „Bei Yahoo zu sein, das ist nicht nur ein Job, den man von Tag zu Tag erledigt. Es geht um eine Zusammenarbeit,
die nur in unseren Büros möglich ist,“ erklärte sie damals.

Einkünfte

Der Job bei Yahoo zahlt sich für Mayer aus. Ihr Gehalt im ersten halben Jahr bei Yahoo betrug fast 37 Millionen US-Dollar. Ihr Privatvermögen wird auf 300 Millionen Dollar geschätzt.

Privatleben

Mayer, die nach einer mehrjährigen Beziehung mit Google-Gründer Larry Page den Investmentbanker Zachary Bogue heiratete, brachte Anfang Oktober 2012 ihr erstes Kind, einen Jungen, zur Welt.

Von

dpa

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