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22.12.2011

03:51 Uhr

Yahoo

Rückzug aus Asien denkbar

Der Internetkonzern Yahoo denkt offenbar darüber nach, sich aus dem Asienmarkt zurück zu ziehen. Ein Abnehmer könnte der chinesische Online-Händler Alibaba sein. Mit einem Geldsegen könnte sich Yahoo neu aufstellen.

Das Logo des Internetkonzerns Yahoo. Reuters

Das Logo des Internetkonzerns Yahoo.

New YorkDer angeschlagene Internet-Pionier erwägt nach US-Medienberichten, seine Beteiligungen in Asien zu versilbern. Wie unter anderem die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf eingeweihte Personen schrieben, dürften die Anteile an der chinesischen Alibaba und an Yahoo Japan insgesamt rund 17 Milliarden Dollar (13 Mrd Euro) wert sein. Nach Informationen der Zeitungen vom späten Mittwoch trifft sich der Yahoo-Verwaltungsrat an diesem Donnerstag, um den Plan zu diskutieren.

Die Grundidee ist demnach, die Beteiligungen in die Hände der jeweiligen Mehrheitseigentümer abzugeben. Durch eine komplexe Tauschaktion sollen nicht einmal Steuern auf den erwarteten milliardenschweren Erlös anfallen. Yahoo hält 35 Prozent an Yahoo Japan, dessen Haupteigner der japanische Partner Softbank ist. Yahoo erwäge den Rückverkauf seiner gesamten Beteiligung an Yahoo Japan an Softbank. Im Gegenzug würde der US-Konzern Bargeld und andere Vermögenswerte erhalten, hieß es weiter. Yahoo war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Vom schnell wachsenden chinesischen Internetkonzern Alibaba gehören Yahoo etwa 40 Prozent. Den Berichten zufolge will sich Yahoo aber nicht ganz aus Alibaba zurückziehen, sondern 15 Prozent behalten, um weiterhin einen Fuß im wichtigen chinesischen Markt zu haben.

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Vor kurzem hatte es in Kreisen geheißen, dass zwei Finanzinvestoren offenbar an einer Übernahme von Yahoo im Volumen von bis zu 25 Milliarden Dollar arbeiteten. Die Beteiligungsfirmen Blackstone und Bain Capital wollten gemeinsam mit asiatischen Partnern eine Kaufofferte für den schwächelnden Internetpionier vorbereiten. Zu der Interessentengruppe gehöre auch der Alibaba und der Softbank. Die Unternehmen hätten sich aber noch nicht auf die Details eines Angebots für Yahoo verständigt, das immer weiter hinter Rivalen Google und das rasch wachsende Netzwerk Facebook zurückgefallen ist.

Seit Monaten kursieren die unterschiedlichsten Szenarien, wie es mit Yahoo weitergeht. Auch der Einstieg von Finanzinvestoren oder sogar vom Software-Konzern Microsoft scheint noch nicht ganz vom Tisch. Yahoo hat das Problem, im lukrativen Online-Werbegeschäft kräftig an Boden verloren zu haben gegenüber dem mächtigen Suchmaschinenprimus Google.

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