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09.12.2015

20:58 Uhr

Yahoo und die Alibaba-Anteile

Der IT-Dino spaltet sich selbst ab

Beim Internet-Pionier Yahoo steht ein großer Umbau an. Nachdem der Plan zum Verkauf der Beteiligung an der chinesischen Handelsplattform Alibaba scheiterte, wird eine Abspaltung des Online-Kerngeschäfts angepeilt.

Der Internet-Dino spaltet sich auf – was passiert mit der Vorstandschefin? dpa

Yahoo-Chefin Marissa Mayer

Der Internet-Dino spaltet sich auf – was passiert mit der Vorstandschefin?

SunnyvaleDer Internet-Pionier Yahoo spaltet sich in der Kontroverse um den milliardenschweren Anteil am chinesischen Online-Riesen Alibaba in zwei Unternehmen auf. Statt des Alibaba-Anteils soll nun voraussichtlich das bisherige Internet-Kerngeschäft in eine neue Firma ausgelagert werden. Dabei könnten zwei börsennotierte Unternehmen entstehen. Gehören würde die neue Firma den bisherigen Yahoo-Anteilseignern.

Yahoo wollte ursprünglich die Alibaba-Beteiligung abstoßen und den Erlös an die Aktionäre ausschütten. Der Anteil von 15 Prozent an der Handelsplattform Alibaba wäre an der Börse einzeln mit über 31 Milliarden Dollar fast genauso viel wert wie ganz Yahoo.

Doch auch kurz vor dem geplanten Abschluss der Transaktion Anfang kommenden Jahres blieb unklar, ob sie steuerfrei umgesetzt werden kann. Der Finanzinvestor Starboard Value forderte Yahoo deswegen Mitte November auf, stattdessen das Internet-Kerngeschäft abzustoßen.

Nun stoppte der Internet-Konzern die seit Monaten vorbereitete Transaktion mit der Ausgliederung der Alibaba-Beteiligung. Jetzt solle geprüft werden, stattdessen das Internet-Kerngeschäft und die Beteiligung an Yahoo Japan in die neue Firma zu verlagern.

Dabei gebe es derzeit keinen Plan, das Kerngeschäft auf diese Weise zu verkaufen, betonte Verwaltungsratschef Maynard Webb. Zugleich schränkte er im Sender CNBC ein, dass Yahoo im Interesse der Anleger verpflichtet sei, alle potenziellen Kaufangebote zu prüfen.

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Der Aktienkurs legt nahe, dass die Anleger im Kerngeschäft des Internet-Dinos gar keinen Wert mehr sehen. Dennoch sollen mehrere Finanzinvestoren Interesse an dem Yahoo-Kern mit mehreren hundert Millionen Nutzern gezeigt haben. Auch der Telekom-Riese Verizon, der bereits den Konkurrenten AOL übernommen hatte, signalisierte die Bereitschaft zu einem Deal. Die Yahoo-Aktie lag im frühen US-Handel leicht im Minus.

Konzernchefin Marissa Mayer versucht schon seit drei Jahren, das Internet-Kerngeschäft in Schwung zu bringen. Bisher schwächeln die wichtigen Werbeerlöse aber weiterhin, obwohl Yahoo nach wie vor mehrere hundert Millionen Nutzer in seinen Web-Diensten wie E-Mail oder die Fotoplattform Flickr hat. Auch ein Fokus auf mehr Medieninhalte wie Videos samt einer Neuauflage der TV-Serie „Community“ brachte zuletzt Verluste. Der Verwaltungsrat halte dennoch an Mayer im Chefsessel fest, berichtete jüngst im Blog „Recode“ die Tech-Journalistin Kara Swisher, die in der Regel sehr gut über Vorgänge bei Yahoo informiert ist.

Die Vita von Marissa Mayer

Geburt

Marissa Ann Mayer wurde am 30. Mai 1975 in Washington geboren.

Studium

Mayer studierte Informatik an der Stanford University. Nach dem Studium begann sie ihre Karriere beim Research Lab der Großbank UBS in der Schweiz.

Ihre Zeit bei Google

Anfang 1999 fing Mayer bei Google an. Dort wurde sie als Technikerin eingestellt und leitete das für die Webserver verantwortliche Team. Später war Mayer für die Erstellung neuer Google-Produkte zuständig. 2008 wurde sie vom Wirtschaftsmagazin Fortune als jüngste zu den 50 mächtigsten Frauen der Welt gezählt.

Ehrendoktorwürde

2009 erhielt Mayer vom Institute of Technology aus Illinois die Ehrendoktorwürde im Fachbereich Programmierung.

Der Wechsel zu Yahoo

Am 16. Juli 2012 wechselte Mayer von Google zum Konkurrenten Yahoo. Dort wurde sie zur Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt.

Sanierungsprogramm

Beim kriselnden Internetriesen Yahoo startete Mayer sofort ein Sanierungsprogramm. Als erstes wurde im Februar 2013 das Home-Office abgeschafft. „Bei Yahoo zu sein, das ist nicht nur ein Job, den man von Tag zu Tag erledigt. Es geht um eine Zusammenarbeit,
die nur in unseren Büros möglich ist,“ erklärte sie damals.

Einkünfte

Der Job bei Yahoo zahlt sich für Mayer aus. Ihr Gehalt im ersten halben Jahr bei Yahoo betrug fast 37 Millionen US-Dollar. Ihr Privatvermögen wird auf 300 Millionen Dollar geschätzt.

Privatleben

Mayer, die nach einer mehrjährigen Beziehung mit Google-Gründer Larry Page den Investmentbanker Zachary Bogue heiratete, brachte Anfang Oktober 2012 ihr erstes Kind, einen Jungen, zur Welt.

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