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19.04.2016

13:11 Uhr

Yahoo vor dem Verkauf

Dreikampf um den Internet-Dino

Der Verkauf des Internet-Pioniers Yahoo geht in die heiße Phase. Drei Bieter sind offenbar noch im Rennen. Heute Abend legt Yahoo zudem Quartalszahlen vor – wirbelt das den Wettstreit noch einmal durcheinander?

Auch unter CEO Marissa Mayer schwächelt das klassische Yahoo-Anzeigengeschäft. AFP; Files; Francois Guillot

Marissa Mayer

Auch unter CEO Marissa Mayer schwächelt das klassische Yahoo-Anzeigengeschäft.

SunnyvaleIm Bieterwettstreit um den Web-Pionier Yahoo tritt der Telekommunikations- und Medienriese Verizon laut einem Medienbericht gegen einen Privatinvestor und eine Online-Werbefirma an. Nachdem die Frist für erste Gebote in der Nacht zum Dienstag abgelaufen sei, gebe es noch mindestens drei Interessenten, berichtete der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen.

Neben Verizon sei noch der Finanzinvestor TPG im Rennen sowie der Spezialist für Online-Werbung YP Holdings, der früher als Adressen-Datenbank Yellowpages.com bekannt war. Andere große Interessenten wie Google, Microsoft oder die Telekom-Konzerne AT&T und Comcast entschieden sich laut Medienberichten schon vorher gegen ein Gebot. Yahoo kämpft mit Umsatzrückgängen, weil es nicht gelingt, das Geschäft mit Online-Werbung in Schwung zu bringen.

Die Vita von Marissa Mayer

Geburt

Marissa Ann Mayer wurde am 30. Mai 1975 in Washington geboren.

Studium

Mayer studierte Informatik an der Stanford University. Nach dem Studium begann sie ihre Karriere beim Research Lab der Großbank UBS in der Schweiz.

Ihre Zeit bei Google

Anfang 1999 fing Mayer bei Google an. Dort wurde sie als Technikerin eingestellt und leitete das für die Webserver verantwortliche Team. Später war Mayer für die Erstellung neuer Google-Produkte zuständig. 2008 wurde sie vom Wirtschaftsmagazin Fortune als jüngste zu den 50 mächtigsten Frauen der Welt gezählt.

Ehrendoktorwürde

2009 erhielt Mayer vom Institute of Technology aus Illinois die Ehrendoktorwürde im Fachbereich Programmierung.

Der Wechsel zu Yahoo

Am 16. Juli 2012 wechselte Mayer von Google zum Konkurrenten Yahoo. Dort wurde sie zur Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt.

Sanierungsprogramm

Beim kriselnden Internetriesen Yahoo startete Mayer sofort ein Sanierungsprogramm. Als erstes wurde im Februar 2013 das Home-Office abgeschafft. „Bei Yahoo zu sein, das ist nicht nur ein Job, den man von Tag zu Tag erledigt. Es geht um eine Zusammenarbeit,
die nur in unseren Büros möglich ist,“ erklärte sie damals.

Einkünfte

Der Job bei Yahoo zahlt sich für Mayer aus. Ihr Gehalt im ersten halben Jahr bei Yahoo betrug fast 37 Millionen US-Dollar. Ihr Privatvermögen wird auf 300 Millionen Dollar geschätzt.

Privatleben

Mayer, die nach einer mehrjährigen Beziehung mit Google-Gründer Larry Page den Investmentbanker Zachary Bogue heiratete, brachte Anfang Oktober 2012 ihr erstes Kind, einen Jungen, zur Welt.

Der Internet-Konzern legt zudem nach US-Börsenschluss am Dienstag Zahlen für das erste Quartal vor. Analysten rechnen mit weiteren Geschäftsrückgängen. Doch egal, wie die neuen Zahlen im Detail ausfallen werden: Die grundsätzlichen Probleme des einstigen Web-Vorreiters, bei dem das Geschäft mit Online-Werbung trotz aller Anstrengungen nicht so recht in Gang kommt, sind hinreichend bekannt. Viele der angeblich rund 40 Interessenten winkten nach jüngsten Informationen bereits ab.

Als aussichtsreichster Anwärter gilt der Telekommunikations-Gigant Verizon. Er könnte die Medienangebote von Yahoo mit seiner Web-Sparte AOL zusammenrühren, in der die für über 300 Millionen Dollar gekaufte „Huffington Post“ sowie diverse Blogs wie „TechCrunch“ stecken. Analysten spekulieren, ob sie zusammen genug Gewicht hätten, um es mit Schwergewichten des Online-Werbegeschäfts wie Google oder Facebook aufzunehmen.

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