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10.05.2011

14:26 Uhr

Zahl des Tages

Hype um Skype

VonOlaf Wittrock

Für 8,5 Milliarden Dollar übernimmt Microsoft den Internettelefondienst Skype. Das sind nur vier Cent pro Minute.

... Milliarden Dollar lässt sich Microsoft die Skype-Übernahme kosten.

... Milliarden Dollar lässt sich Microsoft die Skype-Übernahme kosten.

Es wird der teuerste Kauf der Firmengeschichte: Microsoft will Skype übernehmen, und zwar für satte 8,5 Milliarden US-Dollar. Damit erzielt der Internettelefondienst einen Rekordverkaufspreis, mehr als doppelt so viel wie die rund vier Milliarden Dollar, die Google beim Börsengang vor sechseinhalb Jahren wert war. Und fast die Hälfte des aktuellen Yahoo-Börsenwerts von rund 22 Milliarden Dollar.

Zwischen den Marktpreisen von Google 2004 und von Yahoo 2011 liegt also Skype. Und ziemlich genau in diese Lücke passt das Unternehmen auch strategisch für den Microsoft-Konzern. Der nämlich verlor zuletzt im Internet immer mehr Boden an den Suchmaschinenprimus Google, und versuchte deshalb bereits, dessen schwächelnden Konkurrenten Yahoo zu kaufen. Das war 2008, der Deal scheiterte, aber damals war Yahoo Microsoft sogar 47,5 Milliarden Dollar wert. Aus heutiger Sicht wäre das ein schlechtes Investment gewesen.

So steigen und sinken die Börsenwerte der Internetriesen von einst und jetzt in Milliardenschritten. Google ist an der Börse momentan rund 172 Milliarden Dollar wert, Microsoft kommt auf 217 Milliarden Dollar. Und das Internet-Gesicht der Zukunft, Facebook, bewerten Investoren bereits mit über 60 Milliarden Dollar. Google, Microsoft und Facebook sollen sich nun auch ein Bietergefecht um Skype geliefert haben, das schließlich der älteste der drei Rivalen gewann.

Wie viel ist eine Videotelefonfirma wert? Wenn der Markt recht hat, ist diese Frage nur höchst unscharf zu beantworten: Im Jahr 2005 ging Skype für 2,6 Milliarden Dollar mehrheitlich an Ebay, übrigens war Google auch damals schon an einer Übernahme interessiert.

Zwei Jahre danach verkaufte Ebay rund zwei Drittel des Unternehmens an eine Investorengruppe weiter, für immerhin noch 1,9 Milliarden Dollar. Im vergangenen Jahr plante die dann den Ausstieg per Börsengang, da war bescheiden von gerade mal einer Milliarde Dollar Verkaufserlös die Rede.

Nun also 8,5 Milliarden. Ob das jetzt viel oder wenig ist, wird sich erst zeigen, wenn Microsoft darlegt, was es mit der neuen Tochter vorhat. Schönrechnen kann man sich Skype jedenfalls: Allein den Markennamen bewerten manche Strategen mit acht Milliarden Dollar. Dann sind da noch 663 Millionen Nutzer zum Preis von je 12,80 US-Dollar – Facebook-Nutzer kosten locker das Siebenfache. Oder die 207 Milliarden Skype-Minuten im vergangenen Jahr für nur vier Cent pro Minute. Nur eines hat Skype noch nicht zu bieten: Gewinne.

Schließlich ist skypen kostenlos, und nur 8,8 Millionen interessieren sich bisher für erweiterte Funktionen gegen monatliche Gebühren. Wenn sich das nicht ändert, wachsen neben den Nutzerzahlen wohl auch die Schulden. Die stehen schon bei 686 Millionen.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

10.05.2011, 18:05 Uhr

Adieu Skype, Ruhe in Frieden.

Demnächst also das übliche von MS, was wohl heißt: Bugs und Kosten. Da brauch man Skype dann auch nicht mehr nutzen!

Dickes fettes Buuuuh an dieser Stelle.

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