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31.10.2012

10:57 Uhr

Zahlen schlechter als erwartet

Panasonic steht erneut vor riesigem Verlust

Panasonic sieht tiefrot: Auch im laufenden Jahr wird es statt des versprochenen Gewinns einen immensen Verlust geben. Die einst glorreiche japanische Elektronik-Branche kämpft mit schweren Problemen.

Panasonic-Lampe in einem Elektronik-Geschäft in Tokio. Reuters

Panasonic-Lampe in einem Elektronik-Geschäft in Tokio.

TokioDer japanische Elektronik-Konzern Panasonic erwartet im zweiten Jahr in Folge einen riesigen Verlust. Nach dem Rekordminus des Vorjahres soll der Fehlbetrag wieder fast genauso hoch ausfallen. Der Verlust in dem noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr dürfte 765 Milliarden Yen (7,4 Mrd Euro) erreichen, kündigte das Unternehmen am Mittwoch in Tokio an.

Der Großteil der erwarteten Verluste fiel schon in dem Ende September abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal an. Es gab ein Minus von knapp 698 Milliarden Yen (rund 6,77 Mrd Euro).

Eigentlich hatte Panasonic diesmal einen Gewinn von 50 Milliarden Yen in Aussicht gestellt. Allerdings verhagelten Wertberichtigungen, Sanierungskosten und die schwächere Nachfrage nach Elektronikgeräten nun doch wieder die Bilanz, hieß es. Der Rekordverlust im vergangenen Geschäftsjahr lag bei 772 Milliarden Yen.

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Der Jahresverlust wird damit dramatisch höher ausfallen als am Markt noch wenigen Stunden zuvor erwartet. Von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 24,7 Milliarden Yen gerechnet.

Den Großteil der roten Zahlen machen Sanierungskosten und Abschreibungen aus. Sie sollen auf bis zu 440 Milliarden Yen statt der zuvor erwarteten 41 Milliarden steigen. Erstmals seit den 50er Jahren soll es keine Dividende geben.

Panasonic baute schon in den vergangenen Quartalen fast 40 000 Arbeitsplätze ab. Jetzt soll noch stärker gespart werden. Wie bereits spekuliert steigt Panasonic nach nur wenigen Monaten aus dem Vertrieb seiner Smartphones in Europa aus. Das Unternehmen hatte erst Anfang 2012 nach mehrjähriger Unterbrechung seine Computer-Handys wieder unter anderem nach Deutschland gebracht, konnte aber gegen starke Rivalen wie Samsung oder Apple kaum an Boden gewinnen.

Panasonic wird aber auf breiter Front von den Umwälzungen in der Elektronik-Branche getroffen. Die Nachfrage im Kerngeschäft mit TV-Geräten bleibt weiterhin schwach und damit kommt auch Panasonic nicht in Gang. Zudem kann der Handy-Bereich auch im Heimatmarkt nicht mit erfolgreicheren Konkurrenten mithalten. Und die Flaute im PC-Markt bremst den Absatz von Akkus etwa für Notebooks. Zudem haben Proteste im Zusammenhang mit dem japanisch-chinesischen Insel-Streit die Produktion in einigen Panasonic-Werken in China beeinträchtigt. Im vergangenen Quartal sank der Konzernumsatz um zwölf Prozent auf 1,82 Billionen Yen (17,6 Mrd Euro).

Die einst für ihre Innovationskraft berühmte japanische Elektronik-Branche kämpft quer durch die Bank mit schweren Problemen. Auch Panasonics Rivalen wie Sony oder Sharp stecken tief in roten Zahlen. Neben den strukturellen Schwierigkeiten durch die Abhängigkeit vom Geschäft mit TV-Geräten macht ihnen auch der starke Yen schwer zu schaffen.

Von

dpa

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