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01.06.2014

14:56 Uhr

Zalando-Mutter

Samwer-Brüder bringen Rocket Internet an die Börse

Die Bestätigung fehlt noch, aber die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Die Samwer-Brüder wagen noch in diesem Jahr den großen Börsengang und bringen ihre Firma Rocket Internet an die Börse.

"Jamba" war einer der ersten großen Erfolge der Brüder: Oliver, Marc und Alexander Samwer im Jahr 2003. Jamba!

"Jamba" war einer der ersten großen Erfolge der Brüder: Oliver, Marc und Alexander Samwer im Jahr 2003.

BerlinDas Berliner Internet-Beteiligungsunternehmen Rocket Internet, der Start-up-Investor der deutschen Samwer-Brüder, plant einen Gang an die Börse – möglicherweise noch dieses Jahr. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Bloomberg am Wochenende von drei Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind.

Laut „Financial Times“ und der Finanznachrichtenagentur Bloomberg wurden bereits mehrere Investmentbanken für die Prüfung eines Börsengangs engagiert. Man kommentiere keine Spekulationen, sagte ein Firmensprecher am Sonntag. Rocket Internet konzentriere sich auf das Tagesgeschäft.

Ein führender Anteilseigner bei der Start-up-Schmiede ist die schwedische Investmentfirma Kinnevik. Sie ist auch größter Aktionär beim von den Samwer-Brüdern gegründete Internet-Einzelhändler Zalando, wo es ebenfalls Spekulationen über Börsenpläne gibt.

Die britische „Financial Times“ berichtete am Samstag ergänzend, dass sich außer Morgan Stanley und JP Morgan auch die deutsche Privatbank Berenberg an der Vorbereitung des Börsengangs beteilige. Rocket solle dabei mit drei bis fünf Milliarden Euro bewertet werden.

Deutsche Startups

Neue Gründerzeit

Manch einer spricht von einer neuen Gründerzeit: Immer mehr Start-ups versuchen in Berlin ihr Glück. Aber auch in anderen Teilen des Landes gibt es erfolgreiche IT-Unternehmen. Einige sind bereits über die Grenzen von Deutschland hinaus bekannt geworden. Ein Überblick.

Researchgate

Researchgate ist ein Online-Netzwerk für Wissenschaftler. Dort tummeln sich Biologen, Chemiker aber auch Philosophen. Die Idee: Forscher sollen sich inhaltlich austauschen und Kontakte knüpfen können. Der studierte Virologie Ijad Madisch gründete die Firme mit zwei Freunden. Längst sind Investoren aus den USA aufmerksam geworden – darunter Microsoft-Gründer Bill Gates: Er steckte im Juni 2013 gemeinsam mit Tenaya Capital 35 Millionen Euro in Researchgate.

Wooga

Der Spiele-Anbieter Wooga profitierte in seinen Anfangsjahren vom Boom der Sozialen Netzwerke: Immer mehr Nutzer verbrachten immer mehr Zeit bei StudiVZ, Facebook und Co – und begeisterten sich für Spiele wie „Monster World“, die das Berliner Start-up dort anbot. Inzwischen steckt Wooga mehr Anstrengungen in die Apps für mobile Geräte. Weltweit verzeichnet die Firma monatlich 50 Millionen Nutzer.

Bigpoint

Kein klassisches Start-up mehr ist Bigpoint: Heiko Hubertz gründete die Firma bereits 2002. Sie bietet Spiele wie „Drakensang Online“ und „Farmerana“ an, sowohl eigene Entwicklungen wie auch die anderer Hersteller. Die mehr als 300 Millionen registrierten Nutzer können grundsätzlich kostenlos spielen, zahlen aber für Extras. 2012 war allerdings ein schwieriges Jahr: Weil sich das Geschäft schlechter entwickelte als erwartet, strich das Unternehmen 120 Stellen und schloss das Studio in San Francisco. Dieses Jahr will Bigpoint wieder wachsen.

Soundcloud

Der schwedische Unternehmer Alexander Ljung hat sich bewusst für den Standort Deutschland entschieden: Er gründete seine Firma Soundcloud in der Hauptstadt. Sie bietet eine Plattform an, auf die Nutzer eigene Audioproduktionen hochladen können und mit anderen teilen können. Monatlich nutzen 250 Millionen Menschen den Dienst.

6Wunderkinder

Das Start-up 6Wunderkinder entwickelt eine Anwendung, mit der Nutzer ihren Alltag wie auch ihre Arbeit organisieren können sollen. Die Basisversion ist kostenlos, die Team-Version kostet eine monatliche Gebühr. Bislang hat das Unternehmen nur sechs Millionen Nutzer, aber eine Partnerschaft mit dem bekannten Kapitalgeber Sequoia Capital rückt das junge Unternehmen ins Rampenlicht.

Zalando

Hinter dem Online-Modehändler Zalando stehen die Samwer-Brüder, die sich als Seriengründer von Internet-Unternehmen einen Namen gemacht haben. Der Umsatz ist seit der Gründung 2008 rasant auf 1,15 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gewachsen, allerdings arbeitet der Händler nicht profitabel. Internationale Investoren, darunter die deutsche Tengelmann-Gruppe und ein kanadischer Rentenfonds, finanzieren die internationale Expansion.

Das Unternehmen, hinter dem die Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer stehen, wurde 2007 gegründet. Die Holding mit Sitz in Berlin kopiert erfolgreiche Internet-Geschäftsmodelle und bringt sie in verschiedenen Ländern der Welt auf den Markt. Die Samwer-Brüder gehören zu den prominentesten Internet-Unternehmern in Deutschland. Begonnen hatte ihre Karriere Ende der 1990er-Jahre, als sie das Internet-Auktionshaus Alando aufbauten und später mit hohem Gewinn an Ebay verkauften. Ähnliches gelang ihnen mit dem Klingelton-Anbieter Jamba.

2008 finanzierten sie die Gründung von Zalando – die Seite gilt als Kopie des US-Online-Schuhladens Zappos. Im vergangenen Jahr hatte Oliver Samwer in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters angekündigt, in fünf Jahren weltweit 200 bis 250 Firmen im Portfolio haben zu wollen. Derzeit sind es laut Internetseite des Unternehmens rund 75.

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