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25.05.2012

23:13 Uhr

Zeitungssterben

New Orleans wird die größte US-Stadt ohne gedruckte Tageszeitung

Zeitungsleser in New Orleans müssen sich künftig drei Mal die Woche mit einer gedruckten Tageszeitung zufrieden geben. Die „Times-Picayune“ will ihren preisgekrönten Journalismus allerdings online veröffentlichen.

Die „Times-Picayune“ hat im Nachgang der größten Krise der Region, dem Hurrikan Katrina, mit schonungslosen Berichten auf sich aufmerksam gemacht. ap

Die „Times-Picayune“ hat im Nachgang der größten Krise der Region, dem Hurrikan Katrina, mit schonungslosen Berichten auf sich aufmerksam gemacht.

WashingtonDas Zeitungssterben in den USA geht weiter. New Orleans im Bundesstaat Louisiana wird die größte Stadt ohne gedruckte Tageszeitung. Die „Times-Picayune“, die es mit ihrer schonungslosen Berichterstattung über die Folgen von Hurrikan „Katrina“ 2005 zu Weltruhm brachte und mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet wurde, wird ab Herbst nur noch dreimal in der Woche in Papierform erscheinen.

Zeitungseigentümer Advance Publications teilte den Schritt auf der Webseite des Blattes „NOLA.com“ mit - verbunden mit dem Versprechen, als Ausgleich die Online-Berichterstattung des Blattes zu stärken und zu verbessern.

„‚The Times-Picayune‘ ist eine der besten Zeitungen im Land“, erklärte Ricky Mathews als Leiter der neuen Operation, „und ‚NOLA.com‘ ist die führende Nachrichten-Webseite in Louisiana. Unser bester Weg zum Erfolg liegt in einer digital fokussierten Organisation, die den preisgekrönten Journalismus der ‚Times-Picayune‘ und die Stärke von ‚NOLA.com‘ verbindet.“

Kommentar: Zurück in die Zeitung

Kommentar

Zurück in die Zeitung

Printmedien gelten vielen als staubiges Opfer moderner Online-Angebote. Doch nun sind Website-Inhalte so erfolgreich, dass in ihrem Schatten auch gedruckte Medien wieder in Mode kommen - finden sie wieder eine Nische?

Mathews teilte mit, dass die Begrenzung der Printausgaben auf mittwochs, freitags und sonntags zu Entlassungen führen werde. Drei weitere Zeitungen in Alabama im Besitz des Unternehmens sollen ebenfalls nur noch dreimal wöchentlich gedruckt erscheinen.

Die Schritte spiegeln die andauernde Krise auf dem globalen Zeitungsmarkt wider - mit einer immer stärkeren Konkurrenz durch das Internet, das Nutzern vielfach freien Zugang zu Nachrichten bietet. Als Folge verzichten immer mehr Menschen auf ein Zeitungsabonnement.

Bekannte Zeitungen wie die „New York Times“ and „Los Angeles Times“ erheben seit kurzem eine Gebühr für den Zugang zu ihren Webseiten. Auch spezialisierte Publikationen wie das Wirtschaftsfachblatt „Wall Street Journal“ bitten Online-Leser zur Kasse. Aber die meisten Blätter scheuen diesen Schritt, weil sie fürchten, dann ihre Online-Nutzer zu verlieren.

Von

dpa

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