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22.06.2017

11:13 Uhr

Zenly-Kauf und Snap Maps

Snapchat auf der Suche nach sich selbst

VonJohannes Steger

Mit dem Kauf des Start-ups Zenly und einer neuen Funktion auf der Plattform versucht Snapchat wieder zum großen Konkurrenten Facebook aufzuschließen. Doch der Druck auf den Hype-Dienst wächst. Eine Analyse.

Der Dienst versucht sich weiter von Facebook abzugrenzen. Reuters

Snapchat

Der Dienst versucht sich weiter von Facebook abzugrenzen.

DüsseldorfSnap-Chef Evan Spiegel wird in diesen Tagen öfter an die Geschichte von Hase und Igel denken: In der Fabel treffen sich beide Tiere zum Wettlauf. Überraschend gewinnt der Igel jede Runde mit Hilfe eines Tricks – und begrüßt den verdutzten Hasen immer mit denselben Worten: „Ich bin schon da.“

Diese Geschichte ist vergleichbar mit der Beziehung von Snapchat und seinem ärgsten Konkurrenten Facebook. Evan Spiegel, Gründer und Chef der Betreiberfirma Snap, lehnte einst ein Kaufangebot von Mark Zuckerberg ab, war er doch sicher, dass er den Wettlauf der sozialen Netzwerke gewinnen würde. Da hatte er die Rechnung aber ohne Zuckerbergs Gerissenheit gemacht: Wenn dieser schon nicht haben konnte, was er wollte, dann eben anders.

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Knapp zwei Wochen ist es her, da startete Snapchat den Verkauf seiner Videobrille „Spectacles“ in Europa. Unser Autor hat sich mal angeschaut, wie es sich mit dem Blick durch die vernetzte Brille lebt.

Nach und nach implementierte Zuckerberg Funktionen auf seinen Diensten WhatsApp, Facebook und Instagram, die denen von Snapchat zum Verwechseln ähnlich sehen. Und wie der Igel ist Zuckerberg damit Spiegel fast immer den entscheidenden Schritt voraus.

Besonders seit Vorlage der jüngsten Quartalszahlen steht der Foto- und Videoschnipseldienst unter Druck. Snapchat reagiert mit einer ganzen Reihe von Neuerungen: Eine Kooperation mit dem Filmproduktionsriesen Time Warner, der Verkaufsstart der Videobrille Spectacles in Europa und nun der Kauf des französischen Start-ups Zenly. Die Zeit drängt: Snapchat muss wieder Erfolgsgeschichten liefern.

Welche Facebook-Dienste die Deutschen nutzen

Mehr als „Gefällt mir”

Facebook ist nicht nur eine Internetseite oder eine App. Das soziale Netzwerk wurde in den vergangenen Jahren kräftig erweitert. Die bekanntesten Teile sind der Facebook Messenger, Instagram und Whatsapp. Das Statistik-Portal Statista hat die Deutschen gefragt, welche Dienste und Produkte sie mindestens gelegentlich nutzen.

Facebook allgemein

72 Prozent nutzen das Social Media Portal. Dabei ist der Unterschied zwischen Männern (73 Prozent) und Frauen (71 Prozent) gering.

Facebook Messenger

Den Facebook-Nachrichtendienst nutzen 43 Prozent der Befragten – Männer wie Frauen.

Instagram

Den Online-Dienst Instagram zum Teilen von Fotos und Videos nutzen 26 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen.

Whatsapp

Den Instant-Messaging-Dienst, der seit dem Jahr 2014 zu Facebook gehört, wird 70 Prozent der Befragten genutzt. Mit 71 Prozent männlichen und 70 Prozent weiblichen Nutzern sind die Unterschiede bei den Geschlechtern gering.

Ganz in Manier des Hasen aus der Fabel gab sich Snapchat-Gründer Spiegel zuletzt siegessicher, was manch ein US-Analyst ihm als Arroganz auslegte: Nach den desaströsen Quartalszahlen verfiel Spiegel nämlich erst einmal in ein lautes Lachen auf die Frage von Analysten, ob er Angst vor Facebook habe.

Und legte nach: „Nur weil Yahoo auch eine Suchmaske hat, macht es das nicht zu Google“. In dem Vergleich steht Google für Snapchat, Yahoo für Facebook. Spiegel wollte damit sagen: Nur weil Facebook Funktionen von uns kopiert, ist es noch lange nicht Snapchat.

Tatsächlich zeigen die Zahlen: Facebook mag derzeit zwar nicht Snapchat sein, aber so abgeschlagen wie Yahoo ist der Gigant bei weitem nicht. Mehr noch: Zuckerberg wird sogar immer besser. Vor zwei Monaten vermeldete Instagram bei seinem Snapchat-Klon Stories die Marke von täglich 200 Millionen Nutzern. Anfang dieser Woche waren es bereits 50 Millionen Nutzer mehr. Snapchat nutzen laut Unternehmensangaben rund 166 Millionen Menschen täglich – mit den letzten Quartalszahlen konnte der Dienst einen Zuwachs von knapp acht Millionen neuen Nutzern vermelden.

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