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07.09.2011

16:34 Uhr

Zensur-Streit

Google darf in China weiterarbeiten

Trotz des Konflikts um die chinesische Internetzensur haben die Behörden die Lizenz von Google um ein Jahr verlängert. Auch aufgrund der strengen Auflagen nutzen aber nur wenige Chinesen das Produkt aus dem Ausland.

In der Welt ein Riese, in China ein Zwerg: Google ist weiterhin im Reich der Mitte aktiv. Doch durch Streit um die scharfen Zensur-Auflagen ist Google dort zurzeit nur ein Nischenanbieter. ap

In der Welt ein Riese, in China ein Zwerg: Google ist weiterhin im Reich der Mitte aktiv. Doch durch Streit um die scharfen Zensur-Auflagen ist Google dort zurzeit nur ein Nischenanbieter.

BerlinMehr als ein Jahr nach dem Zensur-Streit mit Peking hat Google seine Lizenz in China ohne großes Aufsehen verlängert bekommen. Ein Google-Sprecher bestätigte die Erneuerung der Erlaubnis am Mittwoch. Der US-Konzern muss die Lizenz als Anbieter von Internet-Inhalten jährlich auffrischen.

Das Google-Geschäft in China läuft allerdings seit dem großen Konflikt auf Sparflamme. Der Internet-Konzern hatte Anfang vergangenen Jahres nach einem massiven Hacker-Angriff angekündigt, sich nicht mehr an Pekings Zensurvorgaben halten zu wollen. Google leitete deshalb die Suchanfragen aus China direkt auf seine Seite in Hongkong um, wo die Treffer nicht zensiert werden müssen. Die Behörden blockierten den Zugang umgehend. Als ein Verlust der Lizenz für China drohte, ersetzte der Konzern dann im Sommer die automatische Weiterleitung bei google.cn durch einen Link zur Hongkong-Seite, den die Nutzer selbst anklicken müssen.

Google, weltweit die meistgenutzte Suchmaschine, liegt in China deutlich hinter einheimischen Wettbewerbern zurück. Laut einem US-Medienbericht sorgte die damalige Aktion auch für Streit in der Google-Spitze. Die Gründer Sergey Brin und Larry Page hätten sich mit dem harten Kurs gegen den damaligen Konzernchef Eric Schmidt durchgesetzt, der sich Sorgen um das Geschäft im Riesenreich machte, schrieb der gut informierte Buchautor Ken Auletta im Magazin „New Yorker“. Inzwischen steht Page seit April selbst an der Google-Spitze.

Von

dpa

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