Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.01.2010

21:29 Uhr

ZF-Finanzvorstand

Berchtold beugt sich Infineon-Kunden

Willi Berchtold reagiert auf die Kritik wichtiger Abnehmer des Chipherstellers Infineon: Der Finanzvorstand von ZF will sein Amt aufgeben, falls er in den Aufsichtsrat des Chipherstellers gewählt wird - und baut damit einem Interessenkonflikt vor.

Willy Berchtold will den Vorstandsposten bei ZF aufgeben, sollte er in den Aufsichtsrat von Infineon gewählt werden. dpa

Willy Berchtold will den Vorstandsposten bei ZF aufgeben, sollte er in den Aufsichtsrat von Infineon gewählt werden.

MÜNCHEN/STUTTGART. Berchtold werde als Finanzvorstand von ZF Friedrichshafen zurücktreten, falls er in den Aufsichtsrat des Münchener Halbleiterkonzerns gewählt werde, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Nach Darstellung des Aufsichtsrats von ZF soll es schon länger eine entsprechende Abmachung zwischen Berchtold und den ZF-Gremien geben. Warum diese allerdings erst am Dienstag kommuniziert wurde, ließ das Unternehmen offen. Offensichtlich wurde ZF von der heftigen Kritik anderer Automobilzulieferer überrascht.

Große Kunden von Infineon hatten sich vergangene Woche hinter vorgehaltener Hand, aber in klaren Worten gegen die Pläne von Berchtold ausgesprochen. Die Käufer der Infineon-Chips befürchteten, dass sie benachteiligt werden könnten, sollte der Finanzvorstand ihres Wettbewerbers ZF in den Aufsichtsrat der ehemaligen Siemens-Tochter einziehen und anschließend das Gremium anführen. Infineon ist ein wichtiger Lieferant von Firmen wie Bosch und Conti, aber auch ZF.

Berchtold selbst begründete seinen möglichen Rückzug bei ZF mit der großen Arbeitsbelastung, die das Engagement bei Infineon bedeuten würde. Sein Vertrag am Bodensee läuft noch bis 2013. Für den Fall der Wahl will Berchtold mit Erreichen des 60. Lebensjahrs am 14. August 2010 bei ZF ausscheiden.

Der Manager will sich auf der Hauptversammlung von Infineon am 11. Februar in den Aufsichtsrat wählen lassen und das Gremium anschließend leiten. Er hat die Unterstützung angelsächsischer, aber auch deutscher Fonds. Offen ist, ob er den nötigen Rückhalt bei den Infineon-Kontrolleuren besitzt.

Die Investoren lehnen den Ex-Siemens-Vorstand Klaus Wucherer ab, der vom Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats für das Amt des Chefaufsehers auserkoren wurde. Stattdessen fordern sie einen Neuanfang mit Berchtold. Wucherer sitzt seit 1999, dem Jahr der Trennung von Siemens, im Rat des verlustreichen Halbleiterherstellers.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×