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02.12.2015

07:13 Uhr

Zuckerberg spendet 45 Milliarden

Das höchste Marketing-Budget der Welt

VonBritta Weddeling

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und seine Frau überführen ihr Vermögen in eine wohltätige Stiftung. Die Milliardenspende markiert eine Zeitenwende im Valley. Doch vollkommen uneigennützig ist diese Großzügigkeit nicht.

45 Milliarden Dollar gespendet

Nach Geburt der Tochter: Zuckerberg spendet 99 Prozent der eigenen Facebook-Aktien

 45 Milliarden Dollar gespendet: Nach Geburt der Tocher: Zuckerberg spendet 99 Prozent der eigenen Facebook-Aktien

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San FranciscoMit dem Manöver wird der Mann wohl in die Geschichte eingehen. Nur vielleicht anders, als er beabsichtigt. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nimmt die Geburt seiner ersten Tochter Max zum Anlass, die Spende von 99 Prozent der eigenen Facebook-Aktien an eine Stiftung anzukündigen. 45 Milliarden Dollar (42,5 Milliarden Euro) – so viel sind die Papiere heute wert – das ist wohl das höchste Marketing-Budget, das die Welt je gesehen hat.

„Wie alle Eltern wollen wir, dass Du in einer besseren Welt aufwächst, als es unsere heute ist“, erläutert Zuckerberg in einem offenen Brief an seine Tochter, den er an seiner Facebook-Pinnwand veröffentlichte. Die Summe liegt weit höher als alles, was die Top 3 der derzeitigen Wohltäter, Microsoft-Gründer Bill Gates (27 Milliarden Dollar), US-Großinvestor Warren Buffett (21,5 Milliarden Dollar) und George Soros (acht Milliarden Dollar) bislang spendeten.

Facebook in Zahlen

Tägliche Nutzer

Im Dezember 2015 griffen jeden Tag 1,04 Milliarden Nutzer auf den Facebook-Dienst zu, davon 934 Millionen von mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets.

Quelle: das Unternehmen.

Monatliche Nutzer

Pro Monat waren es im Dezember 2015 1,59 Milliarden Nutzer bei Facebook aktiv, 14 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Videos

Täglich werden über vier Milliarden Videos auf der Facebook-Plattform abgerufen.

Kurznachrichten

Nutzer von Facebook-Apps verschicken täglich 45 Milliarden Kurzmitteilungen. Dem Konzern gehört neben dem Facebook Messenger auch der Dienst WhatsApp.

Instagram

Die Foto-Plattform Instagram wird jeden Monat von 400 Millionen Nutzern besucht.

Die Zuckerberg-Initiative markiert eine Zeitenwende. Sie fällt in eine Ära, in der die nächste Generation von Silicon-Valley-Unternehmern die Philanthropie für sich neu entdeckt. Allen voran Salesforce-Gründer Marc Benioff, der bei jeder Gelegenheit aggressiv für sein 1/1/1-Model wirbt. Jede Firma solle ein Prozent ihres Eigenkapitals, ein Prozent der Zeit ihrer Angestellten sowie ein Prozent der Ressourcen in wohltätige Zwecke investieren.

Natürlich geht es dabei auch um Marketing. Vielleicht sogar um ein bisschen Frieden. Gleichzeitig widerlegt die Branche damit ihr Mantra, Technologie könne alle Probleme lösen.

Die Macht des Geldes, das war in den Augen der jungen Programmiertalente von der US-Westküste die Macht der alten Welt. Im Valley wurden die Milliarden zumindest nach außen hin als notwendiges Anhängsel des Erfolgs betrachtet. Nun ist das anders. Jetzt helfen die Tech-Utopisten sicherheitshalber mit Geld nach.

Kommentare (23)

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02.12.2015, 09:17 Uhr

Tue Gutes und rede darüber. Danke, daß vorab darüber geschrieben wird.

Herr Frieder Maier

02.12.2015, 09:24 Uhr

Man darf gespannt sein, wann sich die Politik dem Stiftungswesen stärker widmet. M.E. entziehen Stifter der Allgemeinheit finanzielle Mittel um diese nach ihren Vorstellungen in menschenfreundliche Projekte fließen zu lassen. Man stelle sich vor, die Mehrheit der Steuerzahler würde so handeln.

Herr Josef Steiner

02.12.2015, 09:35 Uhr

Als ob gerade Zuckerberg sein Vermögen freiwillig verschenken würde... Das wandert doch über Ecken und Kanten wieder zu ihm zurück. Wohltätige Stiftung... das ich nicht lache. Heuchler !!!

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