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10.03.2006

10:12 Uhr

Zukauf von Internet-Startup

Google entdeckt die Textverarbeitung

Der Suchmaschinen-Primus hat das kleine Unternehmen Upstartle übernommen, das seit August 2005 die Internet-Textverarbeitung Writely.com anbietet. Was Google mit der Neuerwerbung vorhat, ist weitgehend unklar. Fest steht nur, dass sich Microsoft ärgern wird.

HB PALO ALTO Der Zukauf geht aus einem  Blog-Eintrag auf der Website des aufgekauften Unternehmens hervor.  Writely.com bietet angemeldeten Nutzern kostenlos eine Textverarbeitung übers Web an, für die keine zusätzliche Software erforderlich ist.

Damit dringt Google in einen Kernbereich von Microsoft vor. Der Software-Hersteller ist mit dem Programm Word aus dem Office-Paket Marktführer bei Textverarbeitungen. Allerdings muss dieses Programm auf dem Rechner installiert werden. Ziel von Writely.com hingegen ist es, leichter als übliche Textverarbeitungsprogramme den Nutzern die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten via Internet zu ermöglichen. Google hat mit ihrem E-Mail- Dienst Gmail und dem Landkartenprogramm Google Earth bereits Online-Angebote im Programm, mit denen der Suchmaschinenbetreiber klassischen Softwarea-Anbietern Konkurrenz macht.

Die Konditionen der Übernahme von Upstartle mit seinen vier Mitarbeitern wurden nicht bekanntgegeben. Von Google war kurzfristig auch keine Stellungnahme zu erhalten. Das Programm Writley.com befindet sich noch in der Entwicklung. Bis es in den Google-Rechenzentren installiert ist, können sich keine neuen Nutzer anmelden.

In einer Google-Mitteilung heißt es lediglich, es sei noch nicht entschieden, ob und inwieweit die bisherigen Pläne für Writely.com geändert werden. Grundsätzlich soll die Nutzung kostenfrei bleiben, für Sonderfunktionen müssten allerdings eventuell Gebühren gezahlt werden.

Nach Angaben des „Wall Street Journal“ hatte Google vor Wochen bereits unbeabsichtigt auf seiner Homepage mitgeteilt, möglicherweise werde man einen Dienst aufbauen, bei dem Internet-Teilnehmer ihre Dateien zur gemeinsamen Nutzung mit anderen auf Google-Rechnern hinterlegen können. Dabei war allerdings nicht explizit von einer Textverarbeitungsfunktion die Rede gewesen. Auch jetzt ist nicht klar, ob Writely.com damit gemeint war.

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