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23.10.2013

12:01 Uhr

Zukunfts-Technologien

Samsung steigt bei Gorilla-Glas-Spezialist ein

Samsung sichert sich den Zugriff auf den US-Glas-Spezialisten Corning, der das kratzfeste „Gorilla“-Glas herstellt. So will das Unternehmen im Rennen mit Apple um Zukunftstechnologien einen Schritt weiter vorne liegen.

Der engere Samsung-Zugriff auf Corning entsteht durch eine Neuordnung der seit 1995 bestehenden Allianz beider Firmen. AFP

Der engere Samsung-Zugriff auf Corning entsteht durch eine Neuordnung der seit 1995 bestehenden Allianz beider Firmen.

SeoulSamsung sichert sich im Rennen mit Apple um Zukunfts-Technologien nun auch einen engeren Zugriff auf den US-Glas-Spezialisten Corning. Dieser stellt das kratzfeste „Gorilla“-Glas her, das etwa in Samsungs „Galaxy“-Smartphones eingesetzt wird, aber auch in Nokias Lumia und dem Droid Razr der Google -Tochter Motorola. Corning liefert aber auch Keramik-und Glasfaser-Produkte für die Tech-Branche. Das macht den Konzern nach Einschätzung des Analysten Brian Park von Tongyang Securities besonders interessant. Denn sollten ihm Durchbrüche bei der Entwicklung von Kunststoff-Oberflächen gelingen, könne auch Apple zum Einkauf dort gezwungen sein. Samsung hatte erst im August den Dresdener Lichtspezialisten Novaled übernommen.

Der engere Samsung-Zugriff auf Corning entsteht durch eine am Dienstag bekanntgegebene Neuordnung der seit 1995 bestehenden Allianz beider Firmen. Dabei steigt Samsungs Display-Tochter für 2,3 Milliarden Dollar bei Corning ein und könnte mittelfristig deren größter Aktionär werden. Zudem wurde ein über zehn Jahre laufender Liefervertrag abgeschlossen, der Corning zusätzliche Umsätze von zwei Milliarden Dollar pro Jahr bringen soll.

Apple gegen Samsung – die Chronologie

Weltweite Auseinandersetzung

Der 2011 verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs hatte einen Patentkrieg mit Samsung losgetreten – er warf dem Konkurrenten vor, das iPhone zu kopieren. Gut zwei Jahre nach dem Start der Auseinandersetzung ist trotz Etappensiegen beider Seiten keine Ende der weltweiten Auseinandersetzung in Sicht. Eine Chronik der wichtigen Meilensteine.

Herbst 2010: Warnschuss von Apple

Apple warnt Samsung, dass es in Design und Bedienung neuer Smartphone-Modelle der Südkoreaner eine zu große Ähnlichkeit zu seinem iPhone sieht. Gespräche über Patentlizenzen bleiben erfolglos.

April 2011: Klage in Kalifornien

Apple reicht eine Patentklage gegen Samsung in Kalifornien ein. Samsung kontert mit eigenen Vorwürfen. Es ist der Anfang eines Patentkriegs, der sich schließlich auf rund 50 Verfahren in fast einem Dutzend Länder auswächst.

August 2011: Deutschland im Mittelpunkt

Deutschland wird zu einem wichtigen Schauplatz des Konfliktes. Apple gelingt es über Monate, ein Samsung-Tablet unter Hinweis auf ein Design-Muster aus der Zeit der iPad-Entwicklung vom Markt fernzuhalten. Im Berufungsverfahren gewinn Samsung die Oberhand.

Oktober 2011: Tim Cook übernimmt

Jobs stirbt an den Folgen einer langwierigen Krebserkrankung. Der neue Apple-Chef Tim Cook führt den Patentkrieg fort, auch wenn er sich mehrfach von Jobs' harter Linie distanziert.

Mai 2012: Einigung scheitert

Apple und Samsung versuchen auf Anordnung des Gerichts, den Streit in Gesprächen auf höchster Ebene beizulegen – ohne Erfolg.

August 2012: Großer Sieg für Apple

Apple erzielt den bisher größten Sieg. Kalifornische Geschworene sprechen dem US-Konzern gut eine Milliarde Dollar Schadenersatz zu und schmettern alle Vorwürfe von Samsung ab. Apple konnte bisher aber kaum von dem Urteil profitieren: Verkaufsverbote lehnte das Gericht ab, zudem soll über 450 Millionen Dollar neu verhandelt werden, weil die Geschworenen Fehler gemacht hätten.

Juni 2013: Samsung schlägt zurück

Samsung gelingt ein Konter bei der Handelskommission ITC. Sie verfügt ein US-Importverbot für fünf ältere Modelle von iPhone und iPad. Davon ist zumindest das iPhone 4 noch wichtig. Präsident Barack Obama hat 60 Tage Zeit den Einfuhrstopp in Kraft zu setzen oder mit einem Veto zu kippen.

Novaled war von Samsung für 230 Millionen Euro gekauft worden. Die Dresdener entwickeln organische Leuchtdioden (OLED). Das Interesse daran ist weltweit enorm. Sie finden sich immer häufiger in kleinen Displays für Smartphones und Kameras und sollen mittelfristig auch Einzug in Fernseher und die allgemeine Beleuchtung halten. Die auf Kohlenstoff basierenden Dioden erlauben sehr dünne Bildschirme bei geringem Stromverbrauch. Bislang sind sie noch kurzlebig und teuer. Samsung hatte vor der Komplett-Übernahme bereits einen Anteil an Novaled gehalten.

Von

rtr

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