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11.04.2013

03:17 Uhr

Zusammenschluss

Telekom bessert Angebot für MetroPCS auf

Die Deutsche Telekom will ihre US-Tochter mit dem Rivalen MetroPCS zusammenschließen. Dort fanden Großaktionäre das Angebot zu mager. Kurz vor der Abstimmung kam die Telekom ihnen entgegen – zumindest finanziell.

Die Telekom-Tochter T-Mobile (hier: CEO John Legere) will MetroPCS-Aktionäre überzeugen. (Foto: T-Mobile//Gary He/Insider Images) Reuters, Sascha Rheker

Die Telekom-Tochter T-Mobile (hier: CEO John Legere) will MetroPCS-Aktionäre überzeugen. (Foto: T-Mobile//Gary He/Insider Images)

Bonn/Berlin/New YorkNach Protesten von Investoren hat die Deutsche Telekom ihr Angebot zum Zusammenschluss ihrer Tochter T-Mobile USA mit dem Wettbewerber MetroPCS verbessert. Sie besteht allerdings weiterhin darauf, 74 Prozent an der neuen Gesellschaft zu halten. Die Aktionäre von MetroPCS sollen 26 Prozent bekommen. Unverändert bleibt die Sonderausschüttung an die Altaktionäre von MetroPCS in Höhe von rund 1,5 Milliarden Dollar, wie die Telekom am späten Mittwochabend in Bonn mitteilte.

Die neue Gesellschaft soll nun im Endeffekt mit mehr Eigenkapital ausgestattet werden. Der kombinierten Firma sollten nach bisheriger Planung 15 Milliarden Dollar Schulden von T-Mobile USA aufgebürdet werden. Dieser Betrag werde mit der neuen Offerte um 3,8 Milliarden auf 11,2 Milliarden Dollar reduziert werden, teilte der Bonner Konzern mit. „Dies führt im Ergebnis zu einer höheren Eigenkapital-Ausstattung der fusionierten Gesellschaft.“

Der Zinssatz für das nun 11,2 Milliarden Dollar (8,6 Mrd Euro) schwere Darlehen sinkt. Zudem verpflichtet sich die Deutsche Telekom, Aktien der neuen Gesellschaft für mindestens anderthalb Jahre nach dem Zusammenschluss zu halten. Bislang betrug die sogenannte Haltefrist ein halbes Jahr. Weitere Verbesserungen schließe der Telekom-Vorstand aus, erklärte das Unternehmen.

Mehrere Großaktionäre von MetroPCS hatten damit gedroht, auf der Hauptversammlung gegen die Fusion zu stimmen, wenn die Telekom ihnen kein besseres Angebot unterbreitet. „Mit ihrem verbesserten Angebot unterstreicht die Deutsche Telekom das Ziel und den Willen, nachhaltig eine neue, starke Gesellschaft auf dem US-Mobilfunkmarkt zu schaffen“, erklärten die Bonner.

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Berater bemängelten, MetroPCS werde bei dem Deal zu niedrig bewertet.

Eigentlich war vorgesehen, dass die MetroPCS-Aktionäre schon am Freitag auf einer Hauptversammlung in Texas über die Fusion mit T-Mobile USA abstimmen. Das Treffen wurde jedoch nach MetroPCS-Angaben auf den 24. April verschoben. Im außerbörslichen Handel zogen MetroPCS-Papiere um mehr als zwei Prozent auf 11,84 Dollar an, nachdem sie sich Mittwoch bereits um mehr als drei Prozent verteuert hatten.

Der Telekom-Vorstand will mit dem Deal T-Mobile USA endlich eine kritische Größe verleihen. T-Mobile USA ist der viertgrößte Anbieter des Landes, litt aber bis zuletzt unter einem Schwund von Vertragskunden, wenngleich sich die Abwanderung verlangsamte. Der Zusammenschluss mit MetroPCS soll zusammen mit neuen Tarifen endgültig die Wende bringen. MetroPCS und T-Mobile USA kämen zusammen auf etwa 42 Millionen Handy-Kunden. Damit könnten beide besser mit den Marktschwergewichten Verizon Wireless , AT&T und Sprint Nextel mithalten.

Eine Ablehnung wäre für die Telekom die zweite Schlappe beim Versuch, T-Mobile USA neu aufzustellen. Vor anderthalb Jahren hatten die US-Wettbewerbshüter den 39 Milliarden Dollar (30 Mrd Euro) schweren Verkauf an AT&T verhindert.

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