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05.10.2013

13:50 Uhr

Zwei Jahre nach Steve Jobs' Tod

Apple lebt weiter

Vor zwei Jahren starb der legendäre Apple-Gründer Steve Jobs an den Folgen einer Krebserkrankung. Seine rechte Hand Tim Cook übernahm die Führung der Firma – und kann es bis heute vielen nicht recht machen.

Steve Jobs bei der Präsentation des iPad im Janaur 2010: Apple lebte auch ohne ihn weiter. dapd

Steve Jobs bei der Präsentation des iPad im Janaur 2010: Apple lebte auch ohne ihn weiter.

New YorkLarry Ellison sieht schwarz für Apple. Der schwerreiche Chef des Software-Konzerns Oracle wurde jüngst in einem Fernsehinterview gefragt, was mit dem iPhone-Konzern geschehen werde, nachdem Firmengründer Steve Jobs gestorben ist. „Nun, wir wissen das doch schon“, antwortete Ellison. „Wir haben Apple ohne Steve Jobs erlebt.“ Er zeichnete mit der Hand eine Kurve, die nach unten führt. „Ich sage es öffentlich: Er ist unersetzlich. ... Sie werden nicht einmal annäherungsweise so erfolgreich sein, jetzt wo er weg ist.“

Worauf Ellison anspielt, ist die Zeit von 1985 bis 1996. Damals musste Jobs nach einem Machtkampf den Computerbauer verlassen. Fast wäre Apple dann unter Managementfehlern und der Übermacht der Windows-PC zerbrochen. Gerade noch rechtzeitig übernahm Jobs wieder das Ruder und sorgte mit Erfolgsprodukten wie dem Designcomputer iMac, und dem Musikspieler iPod für ein Comeback. Später folgten das iPhone-Handy und das iPad-Tablet.

Die Evolution des iPhone

iPhone - die erste Generation

Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

iPhone 3G

Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

iPhone 3GS

Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

iPhone 4

Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

iPhone 4S

Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

iPhone 5

Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

iPhone 5C und 5S

Das iPhone 5c und das iPhone 5s waren die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

Vor zwei Jahren, am 5. Oktober 2011, starb Steve Jobs nach einer langen Krebserkrankung. „Er war 25 Jahre lang mein bester Freund“, sagte Ellison, der wie Jobs eine der großen Persönlichkeiten des Silicon Valley ist. „Er war brilliant. Er war unser Edison, er war unser Picasso, er war ein unglaublicher Erfinder.“ Der Multimilliardär kann keinen ebenbürtigen Nachfolger bei Apple erkennen. „Ich mag Tim Cook, es gibt viele talentierte Leute dort, aber Steve kann man nicht ersetzen.“

Seit seinem Amtsantritt muss sich der neue Apple-Chef Tim Cook an seinem legendären Vorgänger messen lassen. Und viele Apple-Fans und Investoren denken ähnlich wie Larry Ellison, dass es unter der neuen Nummer eins abwärtsgeht. Als Belege werden Fehlschläge wie der lückenhaft gestartete Kartendienst herangezogen oder der Aktienkurs, der etwa ein Drittel unter seinem Allzeithoch steht.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

05.10.2013, 14:46 Uhr

Keiner wird so sein wie Steve Jobs. Höchstens wenn man ihn klont. Wird wohl erst einmal nicht passieren.

Account gelöscht!

05.10.2013, 15:32 Uhr

Keiner kann heute was Jesus konnte. Aber der Glaube lebt heute noch;–)

Kenrik

05.10.2013, 20:07 Uhr

Bei Apples aktueller Marktmacht ist auch nicht zu erwarten, dass Apple von Heute auf Morgen in der Bedeutungslosigkeit verschwindet - dafür ist der Kundenstammen und dessen Glaube an die Marke noch zu stark.
Jedoch hat Apple diese Position durch ständige große und kleine Revolutionen erreicht. Mit aktuellen Apple-Produkten konnte man sich sicher sein, immer das (vermeintlich) beste Produkt auf dem Markt zu besitzen.
Im Moment mag Apple noch von seinen Früchten der letzten Jahre zehren, aber wie lange noch? Irgendwann werden selbst die treuesten Apple-Jünger sich schwer tun, einen verhältnismäßig hohen Preis für ein inkrementelles Update zu zahlen. Zumal andere Hersteller aus den Erfolgen von Apple gelernt haben und Firmen wie Google und Microsoft nur zu gerne das Erbe von Apple antreten würden.
Zusammengefasst glaube ich, dass Apples Position und Beliebtheit direkt an die revolutionären Neuerungen gekoppelt ist und jeder der die Firma etwas kennt weiß, wie diese entstanden. Wenn Apple in nächster Zeit nicht ein neues "One more thing" hervorbringt, wird der Apple-Hype/Apple-Glaube ebenso wie einer der größten Persönlichkeiten unseres Jahrhunderts zu Grabe getragen.

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