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18.01.2006

08:55 Uhr

Zwischenbilanz

Börsianer strafen Intel für Gewinn ab

Obgleich Intel im vierten Quartal ein kräftiges Plus beim Gewinn verzeichnet hat, stürzte die Aktie ab. Die Börsianer hatten sich noch mehr vom weltgrößten Chiphersteller erwartet. Dieser hatte Probleme mit seinen Desktop-Prozessoren.

HB SAN FRANCISCO. Für das vierte Quartal gab der Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss zwar einen um etwa 25 Prozent höheren Nettogewinn von 2,5 Mrd. Dollar oder 40 Cent je Aktie nach 2,1 Mrd. Dollar oder 33 Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum bekannt. Analysten hatten jedoch im Schnitt 43 Cent je Aktie erwartet. Auch beim Umsatz legte Intel zu und zwar um 6 Prozent auf 10,2 Mrd. Dollar. Hier waren von Analysten jedoch von im Durchschnitt 10,56 Mrd. Dollar ausgegangen. Intel-Aktien gaben nachbörslich um 8,8 Prozent nach.

Für das laufende erste Geschäftsquartal erwartet die Firma mit Sitz in Santa Clara einen Umsatz von 9,1 Mrd. bis 9,7 Mrd. Dollar. Analysten erwarten im Schnitt etwas mehr als 10 Mrd. Dollar.

„Am Desktop sieht das wie ein Fehlschlag aus“, sagte Hans Mosesmann von Moors & Cabot Capital Markets. Daryl Nanes von Nanes Delorme Capital Management nannte Intel „die Geschichte des Abends“. „Sie senken auch den Umsatz im ersten Quartal ab und als Teil des Dow ist das kein gutes Zeichen für den Handel morgen.“

Intel hatte im vergangenen Monat bekannt gegeben, dass es von einer starken Nachfrage für seine Laptop-Prozessoren profitiere. Bei PCs sehe dies jedoch anders aus. Möglicherweise habe der Erzrivale AMD hier seine Position am Markt stärken können, teilte Intel am Dienstag mit. „AMD hat uns vielleicht einen Punkt Marktanteil abnehmen können“, sagte Intel-CFO Andy Bryant.

Für 2006 erwarten Intel wie auch Analysten ein besseres Jahr. „Obwohl wir im vierten Quartal hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben sind, beginnen wir das Jahr 2006 mit aufregenden neuen Produkten“, sagte Intel-CEO Paul Otellini. Dazu gehören Marktbeobachtern zufolge leistungsfähige Prozessoren für den Desktop.

Intels-Zahlen gelten als Gradmesser für die gesamte Technologie-Industrie, speziell die Halbleiter-Branche. Die Aktien des Münchener Chipherstellers Infineon haben sodann nach den enttäuschend aufgenommenen Geschäftszahlen von Intel am Mittwoch im vorbörslichen Geschäft deutlich nachgegeben. Auf der elektronischen Handelsplattform Instinet notierten die Infineon-Titel 3,75 Prozent tiefer.

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