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29.01.2007

08:32 Uhr

Zwischenbilanz

Qimonda stützt Infineon

Ausgerechnet die erst kürzlich ausgegliederte und an die Börse gebrachte Speicherchip-Tochter Qimonda hat Infineon zum Auftakt des Geschäftsjahres 2006/2007 gerettet. Ohne sie wäre sähe die Zwischenbilanz mehr als mau aus. Denn Infineon leidet unter der Pleite des Großkunden BenQ Mobile.

HB MüNCHEN. Vor allem dank guter Geschäfte von Qimonda habe der Überschuss im ersten Quartal 120 Mill. Euro betragen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Im Vorquartal hatte noch ein Verlust von 36 Mill. Euro zu Buche gestanden. Die Umbaukosten durch die BenQ-Pleite, die Infineon ursprünglich im ersten Quartal verbuchen wollte, würden erst im laufenden Quartal anfallen, hieß es. Die Summe werde außerdem „signifikant unter den ursprünglich erwarteten 30 Mill. Euro liegen“, teilte die Firma mit. Der deutsche Handyhersteller BenQ Mobile – wie Infineon eine ehemalige Siemens-Tochter – musste Insolvenz anmelden, weil die neue südkoreanische Mutter dem Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatte.

Der Konzernumsatz sei in den Monaten Oktober bis Dezember von 2,29 Mrd. Euro im Vorquartal auf 2,13 Mrd. Euro zurückgegangen. Das operative Ergebnis (Ebit) sei dagegen von 30 auf 216 Mill. Euro gewachsen. Ohne die Schützenhilfe der im Mai ausgegliederten Qimonda wäre Infineon aufgrund der anhaltenden Verluste der Telekommunikationssparte (Com) operativ allerdings weiter in den roten Zahlen geblieben. Der Com-Umsatz brach im Vergleich zum Vorquartal um ein Fünftel ein; der Spartenverlust reduzierte sich um die Hälfte auf 57 Mill. Euro.

Eine wieder anziehende Nachfrage nach Chips für die Industrie und die Autobranche sowie eine Reihe von Neukunden in der Telekommunikationssparte stimmten Infineon-Chef Wolfgang Ziebart optimistisch. „Auf Grund dieser Entwicklungen sind wir für die kommenden Quartale zuversichtlich“, erklärte er.

Seit der US-Computerkonzern Apple sein Multimedia-Handy iPhone vorgestellt hat, wird spekuliert, dass Infineon die Mobilfunkplattform für den Apparat liefert. Die Münchener schweigen bisher darüber, ob sie das iPhone bestücken werden. „Der anhaltende Hochlauf der Produktion für neue Kunden bei Mobiltelefon-Plattformen sollte den typischen saisonalen Rückgang im Geschäft mit drahtlosen Kommunikationslösungen kompensieren“, hieß es am Montag lediglich. Apple will sein Gerät im Juni in den USA und gegen Jahresende in Europa einführen.

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