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13.01.2011

12:46 Uhr

Italien

Justiz ermittelt gegen Modezar Valentino

VonKatharina Kort

Die italienische Justiz hat es auf den Modeschöpfer Valentino abgesehen. Dem erfolgreichen Designer wird Steuerhinterziehung vorgeworfen. Er soll beträchtliche Summen ins Ausland transferiert haben, um diese vor der Steuer zu schützen.

Gegen Valentino Garvani wird wegen Steuerhinterziehung ermittelt. picture alliance / dpadpa

Gegen Valentino Garvani wird wegen Steuerhinterziehung ermittelt.

MAILAND . Ärger für den italienischen Modeschöpfer Valentino: Er ist der prominenteste Name auf der Liste der Namen, gegen die die römische Staatsanwaltschaft jetzt wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Der 80-jährige Modezar, der mit der Marke "Valentino" weltweit bekannt ist und im bürgerlichen Leben Valentino Garavani heißt, soll Geld in der Schweiz angelegt haben, ohne dies dem italienischen Fiskus mitgeteilt zu haben. Um welche Summe es geht, ist bisher nicht bekannt. Insgesamt wird in Rom gegen 700 bekannte und weniger bekannte Italiener ermittelt, die Geld in das Nachbarland gebracht haben sollen.

Die Namen gehen auf eine Liste zurück, die der ehemalige HSBC-Informatiker Harvé Falciani aus Genf den französischen Behörden zur Verfügung gestellt hat. So sollen insgesamt mehrere Tausend Italiener über sechs Milliarden Dollar auf Schweizer Konten gelagert haben.

Valentino ist einer der erfolgreichsten italienischen Modedesigner. Ende der 90er-Jahre verkaufte er die Marke an die Holding HDP, blieb jedoch noch zehn Jahre als Designer an Bord, auch als die Marke später in die Marzotto-Gruppe überging. 2008 verabschiedete er sich.

Außer Valentino ist auch Gianni Bulgari ins Visier der römischen Steuerfahnder geraten, ein Mitglied der gleichnamigen Juweliersfamilie, der sich mit der eigenen Marke "Enigma" selbstständig gemacht hat. Bulgari beteuerte jedoch, dass er sein Konto bereits 2007 geschlossen habe. Der Designer Renato Balestro, 86, gegen den ebenfalls ermittelt wird, ließ wissen, dass er mittlerweile alle Gelder nach Italien zurückgeholt habe. Auch die Ehefrau des ehemaligen Formel-1-Managers Flavio Briatore, das Showgirl Elisabetta Gregoraci, findet sich auf der Namensliste.

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