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17.02.2015

17:27 Uhr

Italien

Taxifahrer demonstrieren zu Fuß gegen Uber

In Turin gehen die Taxifahrer gegen den umstrittenen Fahrdienstvermittler Uber auf die Straße – im wahrsten Sinne des Wortes. Das US-Unternehmen reagierte prompt: Es senkte die Preise während des Protests um 20 Prozent.

Taxifahrer haben in Turin gegen den Fahrdienstvermittler Uber demonstriert. AFP

Proteste in Italien

Taxifahrer haben in Turin gegen den Fahrdienstvermittler Uber demonstriert.

TurinZu Fuß haben hunderte Taxifahrer in der italienischen Großstadt Turin gegen den umstrittenen US-Fahrdienstvermittler Uber demonstriert. Ihr Protest richtete sich am Dienstag in erster Linie gegen eine Gerichtsentscheidung zugunsten eines Uber-Fahrers.

„Von den Institutionen, die nicht gegen illegale Fahrer vorgehen, verlangen wir, die Gesetze und unsere Arbeit zu respektieren“, forderten die Taxifahrer auf einem in Turin verteilten Flugblatt. Uber reagierte auf den Protest und senkte für den gesamten Tag die Fahrpreise um 20 Prozent.

Ein Gericht hatte am Montag eine Sanktion gegen einen Uber-Fahrer aufgehoben. In Italien war es das erste Verfahren, das sich gegen den umstrittenen Fahrdienstvermittler richtete.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Uber wurde 2009 gegründet und bietet unter anderem Fahrdienste per Smartphone an. Dabei greift das Unternehmen auf private Fahrer und deren Autos zurück. Dieser Dienst ist in vielen Ländern umstritten und stößt auf den erbitterten Widerstand etablierter Taxiunternehmen. Uber ist inzwischen in mehr als 200 Städten weltweit verfügbar.

Von

afp

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