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07.05.2014

02:36 Uhr

Jack Ma im Porträt

Wer Alibaba von der Kultur- zur Internetrevolution führt

VonAxel Postinett

Mit seinem Internetkonzern Alibaba schickt sich der Chinese Jack Ma an, den Facebook-Börsengang in den Schatten zu stellen. Sein Werdegang liest sich beinahe wie die berühmte Tellerwäscher-Geschichte.

Vor einem Jahr feierte Jack Ma das 10-jährige Bestehen von Taobao, Teil seines Imperiums Alibaba in China. Nun drängt es ihn an die Börse in New York. Reuters

Vor einem Jahr feierte Jack Ma das 10-jährige Bestehen von Taobao, Teil seines Imperiums Alibaba in China. Nun drängt es ihn an die Börse in New York.

New YorkMa Yun, im Westen bekannt als Jack Ma, ist der führende Mitgründer des Internetgiganten Alibaba, eine Ansammlung verschiedener Web-Portale für E-Commerce und Online-Zahlungssysteme in China. Seine Jugend verbrachte der 1964 in Hangzhou, Volksrepublik China, geborene Ma in den chaotischen und gewalttätigen Zeiten der kommunistischen Kulturrevolution, als der Staat auch noch das letzte Detail des Privatlebens kontrollierte.

Der unangepasste Jack begehrte auf, hatte Schwierigkeiten in der Schule und damit, sich mit seiner Umwelt abzufinden. All das war in den 70er-Jahren des Mao-Regimes gefährlich. Doch während sich China langsam öffnete, entdeckte der 12-jährige Ma seine Liebe zur englischen Sprache. Das, erklärt er selbst, habe sein Leben dramatisch verändert.

Über acht Jahre lang fuhr er mit dem Fahrrad jeden Tag 40 Minuten in eine benachbarte Stadt, um dort in einem Touristenhotel als Fremdenführer zu arbeiten und sein Englisch zu perfektionieren. Später sollte das die Basis seines Erfolgs werden.

Mit 20 Jahren schaffte er den Sprung an die Universität - obwohl er bei den Aufnahmeprüfungen zunächst scheiterte. Fünf Jahre lang unterrichtete er danach selbst Englisch, bevor er 1995 als Teil einer Handelsdelegation zu einer USA-Reise aufbrach. Hier kam er erstmals mit dem Internet in Berührung.

Start-up made in China


Zurück in China gründete er sein erstes Unternehmen, China Pages, und arbeitet danach für die Regierung, um das junge Internet im Reich der Mitte voranzubringen. 1999 entstand schließlich Alibaba.com - unterstützt von 17 Freunden, aus Mas Wohnung in Hangzhou heraus, und mit einer Kapitalbasis von 60.000 Dollar. Zunächst war die Website eine reine Business-to-Business-Handelsplattform, die chinesische Hersteller mit westlichen Käufern verband.

Die Expansion des Unternehmens schritt schnell voran: Mit Taobao und Tmall kamen E-Commerce-Seiten für Kleinunternehmer und Privatleute in China dazu, und Alipay baute ein Online-Zahlungssystem in einem Land auf, in dem es kaum Kreditkarten gab. Eine Kooperation mit Yahoo verschaffte Ma 2005 das nötige Kapital, um wirklich groß zu expandieren.

Dieser viel beachtete Schachzug verschaffte ihm Einzug in die Fortune-Liste der 25 wichtigsten Geschäftsmänner Asiens. Mit Yahoo China verbannte Ma Google in China auf einen Nischenstatus, auch Ebay warf er aus dem Rennen. Einen uneinholbaren Vorsprung brachten ihm ein geradliniger asiatischer Pragmatismus und sein Gespür dafür, wie man in China Geschäfte macht.

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