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16.01.2013

13:01 Uhr

Japanischer Investor für Tennet

Mitsubishi steigt in Offshore-Netz-Ausbau ein

VonDana Heide

Es ist ein Lichtblick bei der Leitungsanbindung von Offshore-Windparks: Der Netzbetreiber Tennet bekommt Unterstützung vom japanischen Investor Mitsubishi. Für das niederländisch-deutsche Unternehmen war es höchste Zeit.

Ohne Leitungen nützen selbst die effizientesten Windräder im Meer nichts: Der Netzausbau in Deutschland geht nur schleppend voran. dapd

Ohne Leitungen nützen selbst die effizientesten Windräder im Meer nichts: Der Netzausbau in Deutschland geht nur schleppend voran.

DüsseldorfDer niederländisch-deutsche Netzbetreiber Tennet und die japanische Mitsubishi Corporation haben Verträge über zwei Offshore-Netzanbindungsprojekte in der deutschen See geschlossen, wie Deutschlands größter Netzbetreiber am Mittwoch mitteilte. Der japanische Investor beteiligt sich mit 240 Millionen Euro an den Projekten BorWin1 und BorWin2 und mit 336 Millionen Euro an den Projekten HelWin2 und DolWin2.

Die Umsetzung dieser Projekte spielt eine große Rolle in der Strategie der Bundesregierung zur Umstellung der deutschen Energieversorgung auf erneuerbare Energien: Die geplanten Netzanbindungen verfügen über eine Gesamtkapazität von 2,8 Gigawatt. Das entspricht annähernd 30 Prozent des Ziels der deutschen Bundesregierung für Offshore-Windkraft in der Nordsee.

Offshore-Windenergieleistung 2011 weltweit

Platz 1: Vereinigtes Königreich

Offshore-Nennleistung 2011: 1.525 Megawatt

2. Platz: Dänemark

Offshore-Nennleistung 2011: 858 Megawatt

3. Platz: Niederlande

Offshore-Nennleistung 2011: 249 Megawatt

4. Platz: China

Offshore-Nennleistung 2011: 222 Megawatt

5. Platz: Deutschland

Offshore-Nennleistung 2011: 215 Megawatt

6. Platz: Belgien

Offshore-Nennleistung 2011: 195 Megawatt

7. Platz: Schweden

Offshore-Nennleistung 2011: 164 Megawatt

8. Platz: Finnland

Offshore-Nennleistung 2011: 30 Megawatt

9. Platz: Japan

Offshore-Nennleistung 2011: 25,3 Megawatt

10. Platz: Irland

Offshore-Nennleistung 2011: 25 Megawatt

Es wurde höchste Zeit, dass Tennet finanzielle Unterstützer für seine Netzerweiterung bekommt. In der Vergangenheit hatte sich die Entwicklung von Offshore-Windparks verzögert, weil Tennet mit der Finanzierung der Netzanbindung nicht hinterher kam. So legte etwa der Energieversorger EnBW im vergangenen Jahr sein Projekt „Hohe See“ in der Nordsee auf Eis. Eigentlich sollte der 1,5 Milliarden Euro teure Park mit 80 Windrädern schon im übernächsten Jahr ans Netz gehen. Doch Tennet konnte bisher keinen Termin für die Stromnetzanbindung gewährleisten.

Auch der Essener Energiekonzern RWE wartet noch auf den Anschluss seines Offshore-Windparks „Nordsee Ost“ vor Helgoland. RWE wollte die ersten Windräder ursprünglich bereits im vergangenen Jahr anschließen, inzwischen rechnet der Konzern mit Mitte bis Ende 2014 und erwägt eine Schadensersatzklage gegen Tennet wegen der Verzögerung. Der Netzbetreiber verweist auf Probleme bei den Zulieferern.

Laut Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ war Tennet wegen seiner Finanzierungsschwierigkeiten sogar für den 30. Januar ins Bundeswirtschaftsministerium geladen worden. „Dann wollen wir wissen, ob Investoren da sind oder nicht“, habe es aus der Regierung geheißen. Dementsprechend erfreut zeigte sich Wirtschaftsminister Rösler: „Das ist eine großartige Nachricht“, sagte er.

Kommentare (8)

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HofmannM

16.01.2013, 10:49 Uhr

Ich frag mich nur, wo dieser ganze Zufallsstrom hingeleitet werden soll. Wenn doch jetzt schon bei Sonnenschein und guten Windverhältnissen zuviel Erneuerbarer Ernergiestrom im Netz ist. Somit habe ich mehr Angebot als Nachfrage! Da helfen auch keine weitern Netze. Wenn zuviel angeboten wird aber in diesem moment zu wenig nachgefragt wird, dann ist das mal ein Fakt. Und dieser Fakt bedeutet, das der EE-Strom teuer zwangsbezahlt werden muss und gleichzeitig verschenkt wird!
Weiterhin kann immer weniger Strom nach Polen und in die Tschechei abgeleitet werden. Diese Länder machen mit Phasenschieber bereits ihre Stromgrenze zu Deutschland hin dicht!
Somit erseuft Deutschland bei einer guten Wetterlage (Sonnenschein, gute Windverhältnisse) im eigenen Erneuerbaren Energiestrom! Als Folge werden die Energiekosten in Deutschland zum Luxus für viele deutsche Haushalte!

badener1848

16.01.2013, 11:47 Uhr

http://www.solidbau.at/home/artikel/600_Kilometer_/Deutschland_und_Norwegen_wollen_Unterseekabel/aid/15237?analytics_from=thema_single

Oeller

16.01.2013, 12:07 Uhr

Der deutsche Subventions-Michel sorgt für sprudelnde Gewinne in Japan. toll!!!!

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