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12.04.2011

16:45 Uhr

Jared Bluestein

Berggruen-Manager wird neuer Karstadt-Oberaufseher

Nach nur ein paar Monaten im Amt war Karstadt-Aufsichtsratschef Alain Caparros am Montag zurückgetreten. Nun gibt es einen Nachfolger - aus dem Umfeld von Karstadt-Eigner Berggruen.

Karstadt-Eigner Berggruen hat einen Vertrauten an die Spitze des Aufsichtsrats der Handelskette gesetzt. Quelle: dpa

Karstadt-Eigner Berggruen hat einen Vertrauten an die Spitze des Aufsichtsrats der Handelskette gesetzt.

EssenNach dem überraschenden Rückzug von Karstadt-Aufsichtsratchef Alain Caparros soll ein Manager aus den Reihen der Holding von Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen an die Spitze des Gremiums rücken. Jared Bluestein, Chief Operating Officer der Berggruen-Holding, sei als Aufsichtsratschef nominiert worden, teilte Karstadt am Dienstag mit. Der Finanzchef der Berggruen-Holding, Thomas Crawford, soll zudem in den Karstadt-Aufsichtsrat aufrücken.

Rewe-Chef Caparros hatte das Handtuch geworfen und mit Wirkung zum Montag sein Mandat als Mitglied und Vorsitzender des Kontrollgremiums aufgegeben. Hintergrund sei ein "unterschiedliches Verständnis über die Rolle des Aufsichtsrates in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens", hatte Karstadt erklärt.

Dem Vernehmen nach soll sich Caparros darüber geärgert haben, dass der Aufsichtsrat in wesentliche Entscheidungen nicht mit einbezogen wurde. So hatte Berggruen vor wenigen Tagen in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" angekündigt, die
geplante Neupositionierung von Karstadt in drei getrennte Säulen - Luxushäuser, Sporthäuser, übrige Filialen - solle "jetzt passieren". Die nächste Aufsichtsratssitzung, bei der das beraten werden sollte, war für diesen Donnerstag geplant.

Berggruen teilte am Dienstag mit, er respektiere Caparros' Rücktritt. Er sei zuversichtlich, dass Karstadt sich weiterhin "strategisch und operativ zum Nutzen aller Beteiligten entwickelt."

Der Wettbewerber der Metro-Kette Kaufhof war im vergangenen Jahr durch die Übernahme des Milliardärs Berggruen der Insolvenz entkommen. Das Unternehmen mit 120 Waren- und Sporthäusern war im Sommer 2009 zusammen mit der Mutter Arcandor Pleite gegangen. Zuletzt hatte Karstadt betont, die Kette verdiene wieder Geld.

Im FAZ-Interview hatte sich Berggruen mit dem bisherigen Geschäftsverlauf zufrieden gezeigt. Man liege voll im Plan. Er sei überzeugt, dass es bis zum Ablauf des - vergleichsweise niedrige Löhne garantierenden - Sanierungstarifvertrags im nächsten Jahr gelingen werde, Karstadt deutlich profitabler zu machen.

Ein Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Konkurrenten Kaufhof hat Berggruen nach eigenen Worten nicht: Erst einmal müsse Karstadt in Ordnung gebracht werden. Andrew Jennings, der seit Januar amtierende neue Unternehmens-Chef, erarbeite derzeit einen Zukunftsplan, der spätestens in zwei Monaten in die Umsetzung gehe.

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