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05.04.2011

15:04 Uhr

Jean-Bernard Levy

Vivendi-Chef mit großen Zielen

VonHolger Alich

Seit Jahren möchte Vivendi-Chef Chef Jean-Bernard Lévy die verbleibenden 44 Prozent des Mobilfunkanbieters SFR übernehmen. Jetzt ist der Deal unter Dach und Fach und unterstreicht Lévys Wachstumsstrategie.

Vivendi-Chef Chef Jean-Bernard Lévy ist mit dem Konzern auf Wachstumskurs. Quelle: ap

Vivendi-Chef Chef Jean-Bernard Lévy ist mit dem Konzern auf Wachstumskurs.

Paris

Für Vodafones Mobilfunk-Tochter SFR zahlt er mit dem 6,2-Fachen des Ebitda zwar eigentlich mehr, als er wollte - aber er ist am Ziel. Seit 2005 leitet der Ingenieur den Mischkonzern, der die Sparten Musik (Universal Music), Video-Spiele (Activision Blizzard), Pay-TV (Canal Plus) sowie Telekom-Services (SFR, GVT) umfasst. Längst hat der 56-Jährige nach Jahren der Entschuldung den Hebel wieder auf Zukäufe umgelegt. Vor eineinhalb Jahren übernahm er für knapp drei Milliarden Euro die Mehrheit am brasilianischen Telekom-Anbieter GVT.

Die Strategie dahinter: Lévy will die bestehenden Standbeine seines Konzerns durch Zukäufe ausbauen oder - wie jetzt bei SFR - die Minderheitsaktionäre auskaufen, um die uneingeschränkte Kontrolle ausüben zu können.

Diesen Kurs verfolgt der Konzertpianist Lévy mit Ruhe und Beharrlichkeit. Richtig aufbrausend kann er aber werden, wenn man Vivendi als "Konglomerat" bezeichnet. Dann belehrt er, dass der gemeinsame Nenner von Vivendis Aktivitäten darin bestünde, dass sie auf regelmäßigen Abonnenten-Einnahmen beruhen. "Sie machen 70 Prozent unseres Umsatzes aus."

In diesen Strategie-Fragen duldet er keinen Widerspruch; dagegen lässt er im Tagesgeschäft den Chefs der einzelnen Konzern-Töchter eine lange Leine. "Mit Lévy sind die Zeiten der Zwangssynergien vorbei", sagte einmal einer der Spartenchefs.

Vor-Vorgänger Jean-Marie Messier dagegen wollte das Unternehmen noch zu einem integrierten Medien- und Telekom-Unternehmen machen und trieb damit den Konzern fast in den Ruin.

Als rechte Hand von Sanierer Jean-René Fourtou kam Lévy eher zufällig im Jahr 2002 von der Privatbank Oddo in die schillernde Welt Vivendis. Zunächst weckte sein trockenes, manchmal hartes Wesen Unbehagen.

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