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26.01.2009

07:02 Uhr

Jeffrey Kindler

Pfizer-Chef flüchtet sich in Mega-Übernahme

VonMatthias Eberle

Jeffrey Kindler braucht dringend einen Nachfolger für das Supermedikament Lipitor. Nun tritt der Pfizer-Chef die Flucht nach vorne an und will den Pharma-Konkurrenten Wyeth übernehmen.

Pfizer-Chef Jeff Kinder. Foto: ap ap

Pfizer-Chef Jeff Kinder. Foto: ap

NEW YORK. Wenn Jeffrey „Jeff“ Kindler vor die Öffentlichkeit tritt, wirkt er keineswegs wie ein Getriebener. Mit einem stets gewinnenden Lächeln, der kräftigen Statur und einem auffälligen Hang zu Superlativen verkauft er die jüngere Geschichte des New Yorker Pharmakonzerns Pfizer als anhaltende Erfolgsstory. „Tremendous“ (enorm, unglaublich) ist ein Wort, das dem 53-jährigen Konzernchef regelmäßig über die Lippen kommt. Die Pfizer-Bilanz „stark“, die Liquidität „exzellent“ und das Kredit-Rating von „hoher Qualität“, so versucht er bei Analysten zu punkten.

Ganz falsch ist der betonte Ausdruck von Stärke nicht: Von Renditen, wie sie „Big Pharma“ bis heute erzielt, wagen die meisten Unternehmen quer über den Globus nicht einmal zu träumen. Mitten in der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit hat der Viagra-Hersteller Pfizer fast 30 Milliarden Dollar Cash auf der hohen Kante liegen. – Krise? Welche Krise?

Mit dem Kapital könne man, wie Kindler betont, „aktuellen Herausforderungen begegnen“ und bei sich bietenden Möglichkeiten „zupacken“, wie seinerzeit bei Warner Lambert (90 Milliarden Dollar) und Pharmacia (60 Milliarden Dollar). Auf die Standardfrage, wann die Akquisitionsmaschine aus New York das nächste Mal zuschlage, gibt der Konzernchef eine Standardantwort, die an James Bond erinnert: „Never say never“ – sag niemals nie!

Jetzt scheint die nächste Übernahme bevorzustehen. Nach Angaben des „Wall Street Journals“ will Pfizer den Konkurrenten Wyeth für bis zu 70 Milliarden Dollar übernehmen.

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