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26.04.2012

16:30 Uhr

Joachim Bitterlich

Deutscher Veolia-Chairman tritt ab

VonSönke Iwersen

Die gescheiterte Palastrevolution beim französischen Umweltkonzern Veolia fordert weitere Opfer. Der ehemalige Kohl-Vertraute Joachim Bitterlich muss als Chairman in Deutschland abtreten.

Die Palastrevolution gegen Veolia-Chef Antoine Frerot ist gescheitert. Reuters

Die Palastrevolution gegen Veolia-Chef Antoine Frerot ist gescheitert.

ParisDer ehemalige Vertraute von Helmut Kohl und ausgewiesene Frankreich-Experte Joachim Bitterlich ist bei seinem französischen Arbeitgeber Veolia offenbar in Ungnade gefallen. Wie der Umweltkonzern auf Anfrage des Handelsblattes (Freitagausgabe) bestätigte, wird Bitterlich seinen Posten als Chairman von Veolia in Deutschland im Herbst aufgeben. Der Schritt erfolge einvernehmlich, ein Grund wurde aber nicht genannt.

Das überraschende Ende von Bitterlich folgt auf eine gescheiterte Palastrevolution bei Veolia, mit 300.000 Mitarbeitern und 30 Milliarden Euro Jahresumsatz einer der größten Konzerne Frankreichs. Der Verwaltungsrat Henri Proglio hatte versucht, Antoine Frerot als Vorstandschef zu entmachten und an seiner Stelle den Ex-Umweltminister Jean Louis Borloo einzusetzen.

Frerot gewann den Machtkampf und durchkämmt den Konzern seither nach Getreuen von Proglio. Zwei Vorstände mussten schon gehen, Proglio, der nicht nur Widersacher, sondern auch Vorgänger von Frerot ist, bleibt. „Das muss man nicht verstehen, das ist französisch“, sagt ein Konzerninsider dem Handelsblatt.

Welche Rolle Bitterlich spielt, ist unklar. Sein Abgang könnte auch damit zusammenhängen, dass Veolia gerade seine Führung strafft und Bitterlich, ein Vollblut-Politiker, als der falsche Mann für einen Konsolidierungskurs gilt. Seine Aufgaben übernimmt nun Thorsten Grenz, der Deutschland-Chef von Veolia.

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