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28.07.2016

10:50 Uhr

Jobmarkt im Umbruch

Unternehmen suchen dringend Marketing-Profis

VonJürgen Ulbrich, Anne Koschik

Die Suche nach Marketing-Spezialisten gestaltet sich schwierig, denn die Bewerberzahlen sinken. So können sich gut qualifizierte Bewerber ihre neuen Arbeitgeber beinahe frei wählen. Welche Felder besonders beliebt sind.

Marketing-Profis stehen vor neuen Herausforderungen.                                                                        Foto: Fotolia

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Marketing-Profis stehen vor neuen Herausforderungen. Foto: Fotolia

KölnDie Anzahl der Bewerber am deutschen Arbeitsmarkt liegt zwar immer noch leicht über der Anzahl der Job-Angebote, doch es wird immer schwerer, passende Fachkräfte mit Expertise zu rekrutieren. Das ergab eine Untersuchung von karriere.de. So stiegen die Bewerberzahlen von Januar bis Juni 2016 im Gesamtmarkt um gerade einmal 3,16 Prozent, gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Stellenausschreibungen um satte 12,31 Prozent.

Im Berufsfeld Marketing ist die Entwicklung noch deutlicher spürbar: Die Nachfrage der Bewerber ging seit Januar 2016 um 6,12 Prozent zurück, das Job-Angebot legte hingegen um 11,98 Prozent zu. Für Unternehmen ist das ein alarmierendes Zeichen: Für sie wird es zunehmend schwerer, dringend benötigte Marketing-Profis zu finden.

Die Bewerbernachfragen im Berufsfeld Marketing, die seit dem von karriere.de gemessenen Allzeit-Hoch 2014 immer über den Stellenangeboten lagen, sind im ersten Halbjahr 2016 deutlich rückläufig. Gleichzeitig hat das Job-Angebot seit Januar 2016 deutlich zugelegt. Dies verschärft den Kampf der Unternehmen um die dringend benötigten Marketing-Profis. Quelle: karriere.de

Grafik Marketing

Die Bewerbernachfragen im Berufsfeld Marketing, die seit dem von karriere.de gemessenen Allzeit-Hoch 2014 immer über den Stellenangeboten lagen, sind im ersten Halbjahr 2016 deutlich rückläufig. Gleichzeitig hat das Job-Angebot seit Januar 2016 deutlich zugelegt. Dies verschärft den Kampf der Unternehmen um die dringend benötigten Marketing-Profis. Quelle: karriere.de

Quantität ist dabei nicht das Problem. Die Herausforderung sieht der Präsident des Deutschen Marketing Verbands (DMV), Ralf E. Strauß, in der Anforderung nach „neuen ergänzenden Kompetenzen: In der heutigen Zeit sind andere Qualifikationen und Profile gefragt“. Die frühere „Eindimensionalität“, die von Marketing-Spezialisten erwartet wurde – nämlich ein BWL-Abschluss mit einer Vertiefung – habe ausgedient: „Heute müssen es Bewerber sein, die auf zwei Füßen stehen, die Digitalebene gehört unbedingt dazu.“ Mehrdimensional ausgebildete Leute benötigten Business Wissen, Leadership Skills plus Fachbereich-Know-how.

Grund für die Neuausrichtung ist der unternehmensinterne Bedeutungszuwachs, den die Marketingabteilungen der Unternehmen erfahren. Wie eine DMV-Umfrage ergab, haben zwei Drittel der Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt und erwarten von der Marketingabteilung nicht mehr nur, sich um die Kommunikation zu kümmern, sondern sich an der Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie und der Ausarbeitung neuer Geschäftsmodelle zu beteiligen.

So befindet sich das Marketing in seiner Gesamtheit mitten in der Zukunftsgestaltung mit ihren technologischen, soziokulturellen und ökonomischen Herausforderungen: Unternehmen müssen sich der Digitalisierung, der steigenden Konsumentenmacht durch die Netzwerkgesellschaft(en) und dem wachsenden Erfolgszwang durch neue Märkte und Konkurrenten stellen. Kein Wunder, dass Marketing-Spezialisten jetzt wie selten zuvor von der Stellenangebots-Palette profitieren können: Insgesamt wurden allein im Mai 2016 im Marketingbereich 166.491 Jobs angeboten. In den Bereichen Consumer Research, Markt- oder Zielgruppenanalyse ist die Nachfrage besonders groß, gefolgt von Marketing- und Produktmanagement.

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