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22.12.2015

08:18 Uhr

Jobs für Wirtschaftsprüfer

Big Four oder Mittelstand – wo soll ich mich bewerben?

VonMiriam Bax

Die Perspektiven in der Wirtschaftsprüfung sind gut: Der Job gilt als krisensicher und abwechslungsreich. Für Absolventen stellt sich jedoch die Frage: Ein „Big Four“ wie KPMG oder ein mittelständisches Unternehmen?

Wirtschaftsprüfer werden gesucht. Fotolia.com

Gute Aussichten

Wirtschaftsprüfer werden gesucht.

KölnDerzeit passiert viel in der Prüferbranche. Wer sich in den letzten Monaten durch die Stellenanzeigen geklickt hat, der ist auf deutlich mehr Gesuche gestoßen als im Vorjahr. In den Jobbörsen sind die Vakanzen für Wirtschaftsprüfer im Lauf des Jahres nach oben geklettert. Rund zehn Prozent mehr freie Stellen zählt die Handelsblatt-Jobturbo-Statistik im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Statistik des Jobturbos beruht auf der Auswertung sämtlicher Stellenanzeigen aus den großen und kleineren (Online-) Jobbörsen, Zeitungen und Karriereseiten der Top-Unternehmen, die in der Jobmetasuchmaschine zusammenlaufen.

Auch die Digitalisierung macht nicht vor der Branche halt. Denn es sind nicht mehr nur die Wirtschaftswissenschaftler oder Juristen begehrt, auch technikaffine Experten aus dem sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) werden als Mitarbeiter gesucht.

Tipps für den Jobwechsel

Aktiv werden, statt frustriert sein

Lassen Sie sich nicht frustrieren. Im Gegensatz zu manch Anderen haben Sie das Glück, noch einen festen Job zu haben. Werden Sie aktiv, nutzen Sie die Zeit lieber, die Fühler nach Alternativen auszustrecken und Businesskontakte aufzubauen.

Den Jobwechsel gut abwägen

Bevor Sie das Handtuch werfen und den Jobwechsel ansteuern, hinterfragen Sie bitte alle Pro- und Contra-Punkte dieser Entscheidung. Haben Sie schon einen neuen Job in Aussicht bzw. wirklich sicher? Wunderbar! Zeichnet sich da noch so ganz und gar keine Alternative ab, harren Sie lieber noch ein wenig aus und nutzen Sie die Zeit dazu, aus gesicherter Position heraus auf Jobsuche zu gehen.

Seien Sie Stratege

Auch wenn Sie innerlich bereits gekündigt haben, lassen Sie sich bitte nicht dazu verleiten, im Team schlechte Stimmung zu verbreiten, den Chef durch den Kakao zu ziehen, nur noch das Notwendigste zu tun oder sich wie auch immer geartet zum Unternehmensfeind Nr. 1 zu machen.

Bewerben Sie sich aus sicherer Position heraus

Bewerben aus gesicherter Position heraus macht nicht nur aus finanzieller Sicht wesentlich entspannter, sondern bringt auch bessere Jobaussichten. Jeder Arbeitssuchende wird Ihnen bestätigen, dass es wesentlich schwerer ist, einen neuen Job zu finden, wenn man bereits ohne Anstellung ist. Gehen Sie deshalb nicht erst auf Jobsuche, wenn Sie bereits gekündigt haben, sondern fangen Sie damit bereits an, wenn Ihnen die ersten Kündigungsgedanken kommen.

Nutzen Sie Ihren Feierabend und das Wochenende – nicht die Arbeitszeit - gezielt dazu, sonst stehen Sie am Ende doch schneller auf der Straße, als gewünscht. Gleiches gilt natürlich, wenn Sie sich selbständig machen möchten. Starten Sie damit aus gesicherter Position heraus und wagen Sie den Absprung erst, wenn ein gewisses finanzielles Polster und andere Sicherheiten vorhanden sind.

Steigern Sie Ihren Marktwert

Hat man sich erst einmal dazu entschlossen, den Job zu wechseln, neigt man dazu, träge zu werden und den Joballtag damit zu verbringen, die Zeit totzuschlagen. Seien Sie klüger. Bilden Sie sich aktiv weiter und vertiefen Sie Ihr Wissen. Das erweitert nicht nur Ihre Fachkenntnisse, sondern erhöht zudem Ihren Marktwert. Natürlich gilt auch hier: Bitte nicht während der Arbeitszeit!

Knüpfen Sie ein Netzwerk von guten Kontakten

Nutzen Sie die Zeit im gesicherten Job dazu, aus Ihrer jetzigen Position heraus Kontakte zu knüpfen. An viele offene Stellen kommt man heutzutage über Vitamin B, also gute Beziehungen. Wer da die richtigen Leute kennt und durchschimmern lässt, dass er sich gerade beruflich neuorientiert, kann schneller zu einem neuen Job kommen, als geplant.

Zeigen Sie Präsenz

Nehmen Sie an fachrelevanten Veranstaltungen, regionalen und überregionalen Netzwerktreffen, Karriere- und Existenzgründermessen etc. teil oder tummeln Sie sich in Online Netzwerken wie z.B. Xing. Dabei sind auch private Aktivitäten förderlich. Wer weiß, vielleicht hat der eine oder andere Bekannte ja einen guten Tipp für eine offene Stelle. Wenn Sie eine eigene Firma gründen möchten, bauen Sie schon jetzt Kontakte zu potenziellen Kunden auf.

Luft anhalten und durch

Auch wenn es manchmal schwer fällt - reißen Sie sich am Riemen, atmen Sie beim nächsten Zoff mit den Kollegen lieber einmal mehr durch, anstatt laut zu werden und stehen Sie innerlich lächelnd über den Dingen. Schließlich haben Sie doch noch Größeres vor!

Quelle: www.careerbuilder.de

Hinzu kommt: Immer weniger Kandidaten machen das Wirtschaftsprüfungssexamen. Zwischen 2011 und 2014 lässt sich der Rückgang auf rund ein Drittel beziffern. Nach dem Bericht der Prüfungsstelle für das Wirtschaftsprüfungsexamen haben  im vergangenen Jahr 13,1 Prozent weniger Aspiranten am Wirtschaftsprüfungsexamen teilgenommen als im Vorjahr – damit setzt sich der Rückgang weiter fort.

Die Einstiegsmöglichkeiten sind für qualifizierte Bewerber derzeit also durchaus rosig.  Gute Aussichten attestiert auch Prof. Dr. Norbert Neu, Mitglied und Sprecher der Gesamtleitung der Wirtschaftsprüfungs-, Steuer- und Rechtsberatungskanzlei DHPG, Einsteigern in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder auch Steuer- und Unternehmensberatungen.

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