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20.09.2016

14:07 Uhr

Jobs im Gesundheitssektor

Wo Pfleger und Ärzte besonders gesucht werden

VonMaike Telgheder

Die Digitalisierung bremst den Jobmotor Gesundheit nicht. Ärzte und Pfleger werden weiter händeringend gesucht. Aber die Branche fragt jetzt verstärkt auch Softwareexperten nach. Wo besonders viele Stellen offen sind.

Jede dritte Jobanzeige im Gesundheitswesen sucht Pflegekräfte, zeigt eine Analyse der Metasuchmaschine Joblift. Imago

Begehrte Berufsgruppe

Jede dritte Jobanzeige im Gesundheitswesen sucht Pflegekräfte, zeigt eine Analyse der Metasuchmaschine Joblift.

FrankfurtIn vielen Branchen sorgen Roboter und Automatisierung dafür, dass traditionelle Jobs wegfallen. Für die Gesundheitsbranche in Deutschland gilt das allerdings noch nicht. Das hat jetzt die Metasuchmaschine Joblift in einer Studie herausgefunden. Sie analysierte die rund 26.500 aktuell in Deutschland ausgeschriebenen Stellen im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Untersuchung: Einen großen Bedarf gibt es im Bereich Pflegekräfte, Anzeigen hierzu machen alleine ein Drittel des Stellenmarkts aus. Zudem wächst der Stellenmarkt in der Gesundheitsbranche insgesamt doppelt so stark wie im Durchschnitt aller Branchen.

Zwar gibt es auch im Gesundheitssektor Befürchtungen, dass der Einsatz neuartiger Technologien wie der Einsatz von Pflege- und OP-Robotern sowie von künstlicher Intelligenz etwa bei der Erstellung ärztlicher Diagnosen dazu führen könnte, dass weniger Stellen geschaffen werden. Aktuell ist davon jedoch nichts zu spüren. Während die Stellenanzeigen über alle Branchen hinweg in den vergangenen Monaten um durchschnittlich zwei Prozent anstiegen, sind die ausgeschriebenen Jobs im Gesundheitswesen um vier Prozent angestiegen.

Aktuell werden neben Pflegefachkräften für das Krankenhaus und die Altenpflege auch stark Ärzte gesucht: 14 Prozent der Stellenanzeigen wenden sich die Mediziner - vor allem Assistenzärzte und Internisten sind gefragt. Die Chancen, als Pflegekraft eine Stelle zu finden, sind laut Joblift derzeit in Bayern am höchsten: 20 Prozent aller Pflegestellen sind im Freistaat ausgeschrieben. Für Ärzte wiederum empfiehlt sich eine Jobsuche in Nordrhein-Westfalen, hier sind 17 Prozent aller Vakanzen dieser Berufsgruppe zu besetzen.

Bewerbungsstrategien für den Traumjob

Angebotsstrategie

Analysieren Sie, was Ihrem Traumarbeitgeber fehlt. „Das kann alles Mögliche sein, vom Youtube-Werbevideo über neue Vertriebsmethoden bis hinzu Beziehungen in einen interessanten Auslandsmarkt“, schreibt Karriereexpertin Svenja Hofert in Ihrem Buch „Die Guerilla Bewerbung“, das im Campus Verlag erschienen ist. Die Kunst ist, das Defizit vor dem Arbeitgeber zu erkennen und ihn davon zu überzeugen, dass er es mit Ihrer Hilfe beheben kann.

Die Kettenbrief-Strategie

Schlagen Sie Ihr Adressbuch auf und suchen Sie zehn Kontakte heraus, die Ihnen bei der Suche nach Ihrem neuen Job behilflich sein könnten. Wichtig sind nicht nur Menschen, die direkt einen Arbeitsplatz für Sie haben könnten, sondern auch Personen, die viele interessante Kontakte haben. Schreiben Sie ein prägnantes Kurzprofil, schicken Sie es an Ihre Kontakte mit der Bitte es wiederum an zehn Kontakte weiterzuleiten.

Die Terminstrategie

Persönlich miteinander in Kontakt kommen, das ist die Idee hinter dieser Strategie. Suchen Sie sich Ihren Wunscharbeitgeber und überlegen Sie, wer vor Ort der beste Ansprechpartner sein könnte. Rufen Sie einfach an, erklären Sie Ihr großes Interesse an dem Unternehmen und bitten Sie um einen kurzen Termin zum Kaffeetrinken. So ist der erste Kontakt hergestellt.

Die Anti-Aging-Strategie

Suchen Sie sich eine Aufgabe, die Ihrem Alter entspricht. Das hört sich erstmal hart an, ist aber ganz plausibel. Bewerben Sie sich nicht auf Inserate, die mindestens zwei bis drei Jahre Berufserfahrung voraussetzen, denn hier liegen nicht Ihre Stärken. Für viele ältere Führungskräfte, die es am Ende der beruflichen Laufbahn nochmal wissen wollen, ist die Position des Interimsmanager eine geeignete Aufgabe. Die Arbeitsagentur oder private Vermittler helfen gerne weiter.

Die Projektstrategie

Oftmals ist Projektarbeit der Einstieg in die Festanstellung. Deshalb überlegen Sie sich genau, erstens welches Projekt Sie realisieren könnten und zweitens für welche Institutionen oder Firmen es interessant sein könnte. Treten Sie an die potentiellen Interessenten heran und überzeugen Sie sie von Ihrer Idee. Die Bereitschaft in ein Projekt einzuwilligen ist höher, als eine neue Stelle zu schaffen. So können beide Seiten herausfinden, ob es passt.

Die Baumeister-Strategie

Schaffen Sie sich Ihren Traumjob einfach selbst. Entdecken Sie den Bedarf an einer bestimmten Dienstleistung oder einem Produkt und schlagen Sie einem Träger vor, sich darum zu kümmern. Das funktioniert besonders gut im öffentlichen Bereich. Sind Sie von der Idee restlos überzeugt, können Sie es sogar wagen, einen eigenen Verein oder eine Stiftung zu gründen.

Die Power-Mail-Strategie

Schreiben Sie eine E-Mail, die der Leser nicht ignorieren kann. Finden Sie heraus, an welchen Stellen Ihr Lieblingsunternehmen Nachholbedarf hat und präsentieren Sie sich als Lösung. Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie in der Branche schon Erfahrungen und Kontakte haben. Für diese Variante muss „Ihr Können und Ihr Hintergrund“ sehr interessant sein.

Die Expertenstrategie

Sie kennen sich mit einer speziellen Aufgabe oder einem Themengebiet gut aus und haben mindestens fünf Jahre Berufserfahrung in diesem Bereich? Dann könnte die Expertenstrategie die richtige sein. Wichtig ist, ihr Spezialgebiet so umfassend zu definieren, dass sie auf viele Angebote passen, aber gleichzeitig so viel Expertise zu besitzen, dass nicht viele mit Ihnen konkurrieren können. Die Autorin nennt sich zum Beispiel Expertin für neue Karrieren und nicht Spezialistin für MBA-Programme.

Gemessen an der Anzahl der aktuell veröffentlichten Jobanzeigen suchen die privaten Krankenhausgruppen Helios und Asklepios das meiste Personal. Sie haben, gefolgt von den Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (AWO), jeweils mehr als 1000 Jobanzeigen veröffentlicht.

Zudem stellt die Analyse von Joblift fest, dass Teilzeitverträge im Gesundheitswesen nach wie vor viel verbreiteter sind als in anderen Wirtschaftszweigen: Die Suchmaschine zählte mit 24 Prozent ausgeschriebenen Teilzeitjobs im Gesundheitswesen rund ein Drittel mehr als im Durchschnitt aller Branchen.

Der Einsatz von IT im Gesundheitswesen schafft übrigens einen völlig neuen Stellenmarkt in diesem Bereich. Aktuell sind im Bereich mehr als 350 Jobs veröffentlicht, die sich unter anderem mit dem Einsatz von Big Data, der Entwicklung von sensorgestützten Assistenzsystemen, Gesundheits-Apps, Fitness Wearables oder auch Vernetzungsplattformen für Ärzte, Krankenhäuser und Patienten beschäftigen.

Die am häufigsten nachgefragten Berufsgruppen sind in diesem Zweig Softwareentwickler (12 Prozent), Business Development Manager (6 Prozent) sowie Sales Manager (3 Prozent). Insgesamt sind rund 42 Prozent aller Jobanzeigen in der digitalen Gesundheitsbranche der IT zuzuordnen, 14 Prozent dem Vertrieb. Der Anteil von medizinischem Fachpersonal macht hier hingegen nur rund sieben Prozent der Stellenausschreibungen aus.

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