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01.07.2014

15:55 Uhr

Jobsuche

Sehtest für die Stellenanzeige

VonMiriam Bax

Ob eine Stellenanzeige beim Bewerber ankommt, entscheidet sich meist innerhalb von Sekunden. Eine aktuelle Studie zeigt, dass beispielsweise Ingenieure ein ganz anderes Leseverhalten als Geisteswissenschaftler haben.

Bestimmte Angaben werden in Anzeigen zuerst gelesen. Foto: Fotolia

Bestimmte Angaben werden in Anzeigen zuerst gelesen. Foto: Fotolia

KölnWas nehmen wir eigentlich wirklich auf, wenn wir die Stellenanzeigen in den Jobbörsen durchforsten? Was entscheidet, ob wir uns näher mit einer Anzeige, den darin genannten Aufgaben und dem Unternehmen beschäftigen? Lesen unterschiedliche Bewerber-Zielgruppen Stellenanzeigen anders? Diesen Fragen ist eine aktuelle Eye-Tracking-Studie der Jobbörse Jobware in Kooperation mit USEYE, einem auf Eye-Tracking-Tests spezialisierten Düsseldorfer Unternehmen, nachgegangen.

Eye-Tracking bezeichnet das Registrieren und Aufzeichnen der Blickbewegung einer Person. Dabei wird nicht nur die Bewegung des Auges sondern auch die Fixationsdauer bestimmter Punkte analysiert. Für die Jobware-Studie wurden 230 Probanden 150 unterschiedliche Stellenanzeigen vorgelegt. Neben der Bewegung der Augen wurden auch die Aussagen der Probanden festgehalten und ausgewertet.

Heraus kam dabei, dass sich die Zielgruppen im Leseverhalten erheblich unterscheiden: MINTler (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaftler und Techniker) lesen die Online-Stellenanzeigen lediglich „quer“. Sie selektieren den Text nach optischen Reizen oder bestimmten Schlüsselbegriffen. Nur 34 Prozent unter ihnen lesen die Anzeige überhaupt bis zum Ende. Konventionelle Stellenanzeigen mit langem Fließtext verfehlen damit Informatiker und Ingenieure bei der Jobsuche.

Tipps für den Jobwechsel

Aktiv werden, statt frustriert sein

Lassen Sie sich nicht frustrieren. Im Gegensatz zu manch Anderen haben Sie das Glück, noch einen festen Job zu haben. Werden Sie aktiv, nutzen Sie die Zeit lieber, die Fühler nach Alternativen auszustrecken und Businesskontakte aufzubauen.

Den Jobwechsel gut abwägen

Bevor Sie das Handtuch werfen und den Jobwechsel ansteuern, hinterfragen Sie bitte alle Pro- und Contra-Punkte dieser Entscheidung. Haben Sie schon einen neuen Job in Aussicht bzw. wirklich sicher? Wunderbar! Zeichnet sich da noch so ganz und gar keine Alternative ab, harren Sie lieber noch ein wenig aus und nutzen Sie die Zeit dazu, aus gesicherter Position heraus auf Jobsuche zu gehen.

Seien Sie Stratege

Auch wenn Sie innerlich bereits gekündigt haben, lassen Sie sich bitte nicht dazu verleiten, im Team schlechte Stimmung zu verbreiten, den Chef durch den Kakao zu ziehen, nur noch das Notwendigste zu tun oder sich wie auch immer geartet zum Unternehmensfeind Nr. 1 zu machen.

Bewerben Sie sich aus sicherer Position heraus

Bewerben aus gesicherter Position heraus macht nicht nur aus finanzieller Sicht wesentlich entspannter, sondern bringt auch bessere Jobaussichten. Jeder Arbeitssuchende wird Ihnen bestätigen, dass es wesentlich schwerer ist, einen neuen Job zu finden, wenn man bereits ohne Anstellung ist. Gehen Sie deshalb nicht erst auf Jobsuche, wenn Sie bereits gekündigt haben, sondern fangen Sie damit bereits an, wenn Ihnen die ersten Kündigungsgedanken kommen.

Nutzen Sie Ihren Feierabend und das Wochenende – nicht die Arbeitszeit - gezielt dazu, sonst stehen Sie am Ende doch schneller auf der Straße, als gewünscht. Gleiches gilt natürlich, wenn Sie sich selbständig machen möchten. Starten Sie damit aus gesicherter Position heraus und wagen Sie den Absprung erst, wenn ein gewisses finanzielles Polster und andere Sicherheiten vorhanden sind.

Steigern Sie Ihren Marktwert

Hat man sich erst einmal dazu entschlossen, den Job zu wechseln, neigt man dazu, träge zu werden und den Joballtag damit zu verbringen, die Zeit totzuschlagen. Seien Sie klüger. Bilden Sie sich aktiv weiter und vertiefen Sie Ihr Wissen. Das erweitert nicht nur Ihre Fachkenntnisse, sondern erhöht zudem Ihren Marktwert. Natürlich gilt auch hier: Bitte nicht während der Arbeitszeit!

Knüpfen Sie ein Netzwerk von guten Kontakten

Nutzen Sie die Zeit im gesicherten Job dazu, aus Ihrer jetzigen Position heraus Kontakte zu knüpfen. An viele offene Stellen kommt man heutzutage über Vitamin B, also gute Beziehungen. Wer da die richtigen Leute kennt und durchschimmern lässt, dass er sich gerade beruflich neuorientiert, kann schneller zu einem neuen Job kommen, als geplant.

Zeigen Sie Präsenz

Nehmen Sie an fachrelevanten Veranstaltungen, regionalen und überregionalen Netzwerktreffen, Karriere- und Existenzgründermessen etc. teil oder tummeln Sie sich in Online Netzwerken wie z.B. Xing. Dabei sind auch private Aktivitäten förderlich. Wer weiß, vielleicht hat der eine oder andere Bekannte ja einen guten Tipp für eine offene Stelle. Wenn Sie eine eigene Firma gründen möchten, bauen Sie schon jetzt Kontakte zu potenziellen Kunden auf.

Luft anhalten und durch

Auch wenn es manchmal schwer fällt - reißen Sie sich am Riemen, atmen Sie beim nächsten Zoff mit den Kollegen lieber einmal mehr durch, anstatt laut zu werden und stehen Sie innerlich lächelnd über den Dingen. Schließlich haben Sie doch noch Größeres vor!

Quelle: www.careerbuilder.de

Dagegen verläuft das Leseverhalten bei Geisteswissenschaftlern und Betriebswirten vielmehr seriell von oben nach unten. Anzeigen mit viel Fließtext werden also hier viel eher angenommen und (durch-) gelesen. Über die Hälfte der Probanden (60 Prozent) gelangt bis zum Ende der Stellenanzeige.

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