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20.01.2010

10:59 Uhr

Johannes Ditz

Hypo-Alpe-Aufsichtsrat steht

VonStefan Menzel

Der frühere österreichische Wirtschaftsminister Johannes Ditz wird neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Hypo Group Alpe Adria. Österreich als neuer Eigentümer der früheren BayernLB-Tochter besetzt auch die anderen Aufsichtsratsposten mit erfahrenen Managern des Landes.

Johannes Ditz soll neuer Aufsichtsratsvorsitzender bei der Hypo-Alpe werden. dpa

Johannes Ditz soll neuer Aufsichtsratsvorsitzender bei der Hypo-Alpe werden.

WIEN. Viel Erfahrung ist auf jeden Fall gefragt, wenn es um die Sanierung angeschlagener Unternehmen geht. Ein politischer Hintergrund gewinnt zusätzlich an Bedeutung, wenn die Bank wie in diesem Fall erst vor wenigen Wochen verstaatlicht worden ist. Beides bringt Johannes Ditz mit, der am Donnerstag offiziell zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden der Hypo Group Alpe Adria (HGAA) gewählt werden soll.

Die Große Koalition in Wien hat sich auf die Berufung des früheren österreichischen Wirtschaftsministers auf den Chefposten verständigt, wurde gestern in Regierungskreisen bestätigt. Österreich als neuer Eigentümer der früheren BayernLB-Tochter besetzt auch die anderen Aufsichtsratsposten mit erfahrenen Managern des Landes. Zugleich forciert die Alpenrepublik die strafrechtlichen Ermittlungen. Statt einem werden jetzt künftig drei Staatsanwälte in der Sache in Klagenfurt ermitteln.

In Österreich geht vieles auch heute nur mit dem Parteibuch. Der 58-jährige Ditz kommt aus der konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP). Nach der allgemeingültigen Farbenlehre in der Alpenrepublik muss der Stellvertreter dann aus dem roten Lager kommen. Im neuen Hypo-Alpe-Aufsichtsrat wird das Rudolf Scholten sein, der über das Ticket der sozialdemokratischen SPÖ in das Kontrollgremium einzieht. Der 54-jährige Scholten war ebenfalls Minister in Österreich und bringt als Chef der staatlichen Kontrollbank aktuelle Bank-Erfahrung mit. Aufsichtsratchef Ditz arbeitet derzeit als Berater in Wien.

Ditz war in den vergangenen Jahren Vorstandsmitglied verschiedener staatsnaher Unternehmen wie Post und Telekom Austria. Deshalb gilt er in Österreich als anerkannter Wirtschaftsfachmann. Schon recht früh nach der Verstaatlichung der Hypo Alpe Adria Mitte Dezember war er als möglicher Kandidat für den Chefposten im Aufsichtsrat gehandelt worden.

In einem Interview hat er schon vor wenigen Tagen klar umrissen, was mit der skandalgeplagten Bank aus Kärnten passieren muss. „In diesem Fall hat der Staat das klare Ziel: redimensionieren und Geld durch spätere Verkäufe zurückgewinnen“, betonte Ditz. Dass der österreichische Staat noch einmal gut 400 Millionen Euro für die Sanierung der Bank dazugibt, sei allenfalls Schadensbegrenzung: „Das ist verlorenes Geld, es entsteht nichts Neues.“

Die beiden anderen Aufsichtsratsposten bei der Hypo Alpe Adria werden Alois Steinbichler (56) und Helmut Draxler (59) übernehmen. Steinbichler leitet die vor gut einem Jahr verstaatlichte Bank Kommunalkredit, Draxler war Chef der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).

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