Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.04.2012

13:36 Uhr

John Pierpont Morgan

Was JP Morgan Chase mit der Titanic verbindet

VonDaniel Klager

Kurz vor dem 100. Jahrestag des Titanic-Untergangs legt JP Morgan Chase Zahlen vor. Die Großbank und das Kreuzfahrtschiff haben viel gemeinsam. John Pierpont Morgan war der Besitzer - und wäre fast mit untergegangen.

Ein Porträt des Finanzmagnaten John Pierpont Morgan. public domain

Ein Porträt des Finanzmagnaten John Pierpont Morgan.

DüsseldorfEine Krankheit rettet John Pierpont Morgan wahrscheinlich das Leben - zumindest vorerst. Der Finanzmogul und Besitzer der Reederei White Star Line war selbstverständlich für die Jungfernfahrt „seiner“ Titanic im April 1912 eingeplant - ein gesellschaftlicher Pflichttermin. Die große Suite und das private Aussichtsdeck waren längst reserviert.

Der einflussreiche Bankier - seit 1895 Chef von JP Morgan & Co - hegte Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur Interesse für die Finanzwelt. Sein Bankhaus kaufte etwa schwächelnde Eisenbahnlinien auf und gründete neben einer Stahl-Holding auch die International Mercantile Marine Company (IMMC). 1902 hat JP Morgan die White Star Line als größte Reederei in die IMMC integriert - und wurde damit zum Chef der Titanic.

Auch privat interessierte sich Morgan für die Seefahrt. Es besaß mehrere große Yachten und war dabei alles andere als sparsam. „Wenn man nach dem Preis fragen muss, kann man sie sich nicht leisten“, soll der Finanzmagnat über sein maritimes Hobby gesagt haben.

Gedenken an die Titanic-Opfer

Video: Gedenken an die Titanic-Opfer

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Auch die Reederei White Star Line setzte mit der Olympic-Klasse - dazu gehörte auch die Titanic - vor allem auf Größe. Mit fast 270 Meter Länge und 59.000 PS stellten die Schiffe alles bisher Dagewesene in den Schatten. Dadurch bekamen die Titanic und ihre Schwesterschiffe auch den Mythos der Unsinkbarkeit.

Trotz seiner Faszination für die Seefahrt und die Aussicht auf eine luxuriöse Überfahrt ging der öffentlichkeitsscheue JP Morgan am 2. April 1912 nicht an Bord der Titanic - mehrere Quellen deuten auf eine kurzfristige Erkrankung hin. Doch mit diesem Glücksfall erkauft sich der damals 75-Jährige nur ein wenig Zeit. Ein knappes Jahr später starb Morgan in einem Hotel in Rom.

Auch seiner Schiffholding erging es nach dem Untergang der Titanic nicht wesentlich besser. Aufgrund der ernormen finanziellen Belastungen der Katastrophe musste die IMMC 1915 Konkurs anmelden.

100 Jahre Titanic: Das Geschäft mit dem Untergang

100 Jahre Titanic

Das Geschäft mit dem Untergang

Vor genau 100 Jahren sank die Titanic im Nordatlantik. Bis heute wird der berühmteste Untergang der Menschheit gnadenlos vermarktet. Regisseure, Städte, Restaurants: Wer am meisten Kapital aus der Katastrophe schlägt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×