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18.05.2013

15:56 Uhr

Josef Ackermann

„Ich will nicht Siemens-Aufsichtsratschef werden“

Josef Ackermann will kein Königsmörder sein: Der ehemalige Deutsche Bank-Chef dementiert Gerüchte, er wolle Gerhard Cromme von der Position des Chef-Kontrolleurs verdrängen. In München steht man zu Cromme.

Josef Ackermann: Der Ex-Chef der Deutschen Bank will nicht Siemens-Chef-Kontrolleur sein. dapd

Josef Ackermann: Der Ex-Chef der Deutschen Bank will nicht Siemens-Chef-Kontrolleur sein.

FrankfurtIn der Debatte um Siemens -Chefkontrolleur Gerhard Cromme bekommt der Spitzenmanager prominenten Zuspruch: Ex-Deutsche-Bank -Chef Josef Ackermann, über dessen angebliches Interesse am Posten von Cromme in Medien spekuliert wurde, will kein Königsmörder sein. „Alle Behauptungen, ich hätte Ambitionen, Aufsichtsratsvorsitzender bei Siemens zu werden, sind frei erfunden“, sagte Ackermann der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagausgabe). Cromme, der erst Ende Januar für fünf Jahre mit großer Mehrheit wieder in das Kontrollgremium wiedergewählt wurde, habe die Unterstützung des gesamten Gremiums, sagte Ackermann, der im Aufsichtsrat zweiter Vize von Cromme nach IG-Metall-Chef Berthold Huber ist.

Crommes Abschied von Thyssen-Krupp im März, das Ende einer langen Karriere bei dem Stahlkonzern, hatte Spekulationen entfacht, er könnte auch bei Siemens seinen Posten an der Spitze des Aufsichtsrates aufgeben. Siemens hatte damals aber schon erklärt, es handele sich um eine Angelegenheit des Essener Konzerns, die mit den Münchenern nichts zu tun habe.

An der Isar rechnen die Anteilseigner dem promovierten Juristen hoch an, dass er den Münchener Technologiekonzern vor sechs Jahren aus dem Korruptionssumpf geholt hat. Allerdings musste Cromme sich zuletzt vorwerfen lassen, er schaue den mitunter glücklos agierenden Siemens-Vorständen nicht immer genau genug auf die Finger. Siemens-Vorstandschef Peter Löscher war durch die jüngste Reihe von Problemen wie dem missratenen Anschluss von Nordsee-Windparks in die Kritik von Großanlegern geraten. Cromme stellte sich hinter seinen Zögling, schaffte allerdings für den Fall der Fälle etwas verbale Distanz.

Cromme hatte bei Thyssen-Krupp nach Milliardenverlusten, Kartellverfahren und Personalquerelen das Handtuch geworfen. Sein Nachfolger als Chefkontrolleur ist Ex-Henkel-Chef Ulrich Lehner. Der 70-jährige Cromme war und ist Mitglied in mehreren Aufsichtsräten und belegte 2012 hinter VW -Patriarch Ferdinand Piech den zweiten Platz in der Gehaltsrangliste professioneller Dax-Unternehmenskontrolleure. Der hochgewachsene Manager mit der randlosen Brille gilt als Gründervater des Corporate-Governance-Kodex in Deutschland - also dem Regelwerk für ethisch einwandfreie Unternehmensführung.

Ackermann wiederum hatte den Chefposten bei der Deutschen Bank vor einem Jahr an Jürgen Fitschen und Anshu Jain abgegeben und hatte - auch weil Aktionäre angedeutet hatten, ihn nicht zu wählen - auf einen Einzug in den Aufsichtsrat von Deutschlands größtem Geldhaus verzichtet. Er ist heute unter anderem Verwaltungsratspräsident der Zurich Insurance Group.

Von

rtr

Kommentare (3)

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hanshoch

18.05.2013, 20:59 Uhr

Das sehen die Siemensianer ganz anders!
Löscher und Cromme sind unbeliebt.
Löscher ,ein Adlatus von Cromme.Ihm muß er ja zu Dank verpflichtet sein.Er genehmigt ihm auch die unverschämt hohen Boni.Als Aktionär kann ich das nicht goutieren.Zudem hat er von Technik/Projekten keine Ahnung.
Cromme ist ein alter, arrogant Machtmensch.Er hätte v.Pierer lieber weitermachen lassen sollen.Das Geschäft würde heute besser laufen.Transparency und compliance hat Grenzen.

DEUFRA2011

05.06.2013, 17:18 Uhr

Josef Ackermann, war das nicht der Vorstandsvorsitzende einer großen deutschen Bank, der seinem Unternehmen eine wahre Flut von Prozessen hinterlassen hat? Da war doch auch die Sache mit Mannesmann. Sein Rat hat Frau Merkel auch nicht besonders genutzt, trotz fürstlicher Einladung. Siemens war mir früher immer ein sympathisches Unternehmen, irgendwie ur-deutsches Kulturgut. In letzter Zeit hat sich da vom Personal her wohl viel geändert? Finden die wegen der demografischen Veränderungen nichts mehr auf dem lokalen Markt? Schade um eine Firma mit so einer großen Vergangenheit. Ob die das mit den ICE Zügen irgendwann mal wieder gebacken kriegen? 3 Sekunden Verzögerung, dass muss doch zu machen sein für einen Konzern der mal so eben 150 Mrd. Euro einsparen kann.

mschnyder

01.08.2013, 16:53 Uhr

Lieber Joe, sprechen sie es aus , es ist ihnen zu heiss. Wir wissen zu viel über sie und ihre Machenschaften. Gottseidank haben wir auch Einfluss. Zahlen sie den Schaden von der Zurichversicherung vom Jahre 2006. Es geht hier bereits um Millionen. Wir sind keine Unmenschen darum gehen sie einmal zu ihren Hausarzt.

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