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09.11.2011

07:14 Uhr

Jürgen Kluge

Haniel-Chef geht bis spätestens Ende 2012

VonKirsten Ludowig

Haniel-Chef Jürgen Kluge steht nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung. Er wird die Unternehmensgruppe spätestens Ende 2012 verlassen.

Jürgen Kluge, Haniel-Vorstandsvorsitzender. dpa

Jürgen Kluge, Haniel-Vorstandsvorsitzender.

DüsseldorfJürgen Kluge, seit Anfang 2010 Haniel-Chef, wird die Duisburger Unternehmensgruppe spätestens Ende kommenden Jahres verlassen. Er teilte Franz Markus Haniel, Oberhaupt der rund 650 Gesellschafter der Familie Haniel und Aufsichtsratsvorsitzender, sowie weiteren Mitgliedern des Haniel-Kontrollgremiums mit, dass er für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung stehe. Ein Haniel-Sprecher bestätigte dies. Heute Abend seien auch die Mitarbeiter über Kluges Entscheidung informiert worden.

Momentan befindet sich Kluge mit Franz Markus Haniel auf einer Geschäftsreise in China. Er wird seine Aufgaben als Haniel-Chef auf Wunsch des Aufsichtsrats solange fortführen, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden ist. Sein Vertrag läuft offiziell bis zum 31. Dezember 2012.

Sechs Fakten über die Metro Group

Bedeutung

Die Metro Group ist Deutschlands größter Handelskonzern.

Aufbau

Zum Unternehmen gehören die Metro-Großhandelsmärkte, die Warenhauskette Kaufhof, die Real-Supermärkte und die Elektronikfachmärkte von Media Markt und Saturn.

Umsatz

Metro erzielte 2010 einen Nettoumsatz von 67,3 Milliarden Euro.

Gewinn

Der Gewinn des Handelskonzerns belief sich 2010 auf 936 Millionen Euro.

Filialnetz

Der Konzern verfügt über mehr als 2100 Filialen in 33 Ländern.

Mitarbeiter

Weltweit beschäftigt Metro mehr als 283.000 Mitarbeiter.

Erst Mitte Oktober hatte der 58-Jährige seinen Posten an der Spitze des Aufsichtsrats der Metro, an der Haniel mit gut 34 Prozent beteiligt ist, niedergelegt. Dem vorausgegangen war ein wochenlanger Kampf um die Führung von Deutschlands größtem Handelskonzern, den Metro-Chef Eckhard Cordes durch seinen selbst verkündeten Abschied schließlich beendete. Seitdem stand auch Kluges Zukunft bei Haniel infrage, denn durch das Machtspiel bei der Metro hat der ehemalige Deutschland-Chef von McKinsey Schaden genommen. Anfang kommenden Jahres hätte die Verlängerung seines Vertrags angestanden.

Bei Haniel selbst kam Kluge mit dem Umbau des Portfolios nicht so voran wie er bereits kurz nach seinem Amtsantritt verkündet hatte. Haniel hat mit den beiden börsennotierten und schwächelnden Beteiligungen Metro und Celesio (Pharmagroßhandel) ein großes Klumpenrisiko in seinem Portfolio. Zudem beschädigten die drei Milliarden, die 2007 ausgegeben wurden, um die Beteiligung an der Metro von 18,4 auf 34,2 Prozent aufzustocken, die bis dahin ausgezeichnete Bonität des Familienunternehmens.

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