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09.08.2013

15:20 Uhr

Kantinen

„Veggie Day“ mit Schnitzeltheke

VonMartin Dowideit

Die Position der Grünen zu vegetarischen Tagen in Kantinen erhitzt die Gemüter. Dabei ist das in vielen Betriebsrestaurants schon Alltag – wenn auch nicht immer im reinsten Sinne. Manche Betreiber schrecken ganz zurück.

Donnerstag = Veggietag: Speiseplan der Deutschen Post. Schnitzel gibt es trotzdem.

Donnerstag = Veggietag: Speiseplan der Deutschen Post. Schnitzel gibt es trotzdem.

DüsseldorfSchon vor einigen Monaten war es in der Kantine der Post-Zentrale in Bonn so weit: Der „Veggie Day“ hielt Einzug. Ein rein vegetarischer Tag, darauf hatte nicht nur der Vegetarier-Bund in einem Schreiben an den Dax-Konzern gepocht. Auch die Stadt Bonn hatte zum Gemüsetag in Betriebsrestaurants aufgerufen.

Derzeit schlägt das Konzept des fleischfreien Tags bundesweit für Schlagzeilen: Die Grünen halten die Gemüsetage für sinnvoll - aus mehreren Gründen: Bei der Fleischproduktion falle wesentlich mehr klimaschädigendes Kohlendioxid an als bei der Gemüseernte, fleischlastige Ernährung sei gesundheitsgefährdend und der Massentierhaltung könnten Grenzen gesetzt werden. FDP- und CDU-Politiker wettern mit Schaum vor dem Mund gegen die Initiative. Dabei fördert unter anderem das Bundesverbraucherschutzministerium der schwarz-gelben Regierung die Einführung eines vegetarischen Tags in Hannover.

Auch der vegetarische Tag in der Post-Kantine geht auf einen Vorstoß der Gemeinde zurück. Die Debatte in der Stadt sei emotional geführt worden, „genauso wie jetzt landesweit“, sagt Doris Ngom vom Bonner Agendabüro. Dabei gehe es auch an einem „Veggie Day“ nicht nur um reine vegetarische Ernährung, sondern darum „das Vegetarische herauszustellen und nicht nur trockene Nudeln mit Tomatensoße anzubieten“.

Die zehn größten Gastronomiebetriebe Deutschlands

Platz 10

Aral

Die Tankstellenkette erzielte laut Deutschem Fachverlag im Jahr 2012 einen Umsatz von 175,8 Millionen Euro mit seinen „Petit Bistro“-Verkaufsstellen in 1084 Tankstellen. Damit gab es Stagnation im Vergleich zum Vorjahr.

Platz 9

Ikea

Vom Skandal um Pferdefleisch in den beliebten Hackfleischbällchen „Köttbullar“ war im vergangenen Jahr noch nicht die Rede. Die Restaurants in den 46 Ikea-Möbelhäusern konnten 1012 einen Umsatz von 179 Millionen Euro verbuchen, ein Plus von etwa 2,5 Prozent.

Platz 8

SSP Deutschland

Der Betreiber von Restaurants und Geschäften in Bahnhöfen und Flughäfen musste einen leichten Umsatzrückgang um drei Millionen auf 182 Millionen Euro verkraften.

Platz 7

Subway

Die Zahl der Filialen der Sandwich-Kette ging zwar leicht um 12 auf 600 zurück im Jahr 2012. Doch der Umsatz konnte geschätzt um zehn auf 185 Millionen Euro zulegen.

Platz 6

Yum Restaurants

In China kämpft der Yum-Konzern mit Umsatzrückgängen bei seiner Marke Kentucky Fried Chicken, nachdem Nachrichten über minderwertiges Hühnerfleisch die Runde gemacht hatten. Auch die Pizza-Hut-Kette und Taco Bells gehören zum Unternehmen. In Deutschland baute Yum die Zahl der Filialen im Jahr 2012 um 16 auf 157 aus und steigerte den Umsatz um mehr als zehn Prozent auf 199 Millionen Euro. Das reichte für Rang 6 statt Rang 7 im Vorjahr.

Platz 5

Nordsee

Unter den größten fünf Unternehmen gab es keine Veränderung. Die Nordsee-Fischrestaurants machten 291 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2012 ein Rückgang um zehn Millionen Euro. Auch die Zahl der Filialen ging zurück auf 336 Restaurants (Vorjahr: 345).

Platz 4

Autobahn Tank & Rast

Insgesamt 392 Raststätten an Autobahnen betreibt das Unternehmen. Der Umsatz belief sich 2012 geschätzt auf 599 Millionen Euro. Damit gelang nur ein minimales Plus.

Platz 3

LSG Lufthansa Service

Der Caterer der Fluggesellschaft Lufthansa steigert den Umsatz um etwas mehr als zwei Prozent auf 730 Millionen Euro.

Platz 2

Burger King

Die Fast-Food-Kette hat 700 Restaurants (Vorjahr: 696) und legte 2012 geschätzt beim Umsatz um etwas mehr als fünf Prozent auf 833 Millionen Euro zu. Das reichte nicht, um sich näher an den Erzrivalen heranzupirschen …

Platz 1

McDonald’s

… der unangefochten auf Rang 1 liegt. Mit 1440 Restaurants setzt McDonald’s 3,25 Milliarden Euro um und wuchs prozentual zwar langsamer als Burger King. Doch absolut legte der Umsatz um 52 Millionen Euro zu. Allerdings sackte die Zahl der Gäste unter die 2011 noch geknackte Marke von eine Milliarde.

Bei den Mitarbeitern der Post stieß der „Veggie Day“ zunächst auf Verwunderung – doch die Entrüstung legte sich langsam. Denn auch wenn der „Veggie Day“ grün eingefärbt im Speiseplan hervorsticht, ist in der Praxis das Gemüse keine Pflicht Zwar steht schon mal „Vegetarischer Burger mit Ayvar, Dijon Senf und Balsamicozwiebeln“ neben vier weiteren vegetarischen Gerichten auf dem Speiseplan. Doch nicht extra aufgeführt ist die „Heiße Theke“. Diesen Donnerstag gab es dort Schnitzel und Würstchen. Und andere Fleischliebhaber wählen an den grünen Donnerstagen an der Pizza-Ausgabe Salami und Schinken als Belag, so ein Mitarbeiter der Zentrale zu Handelsblatt Online.

Die Zahl der Teilnehmer an der Firmenspeisung ist an den vegetarischen Tagen dennoch um 15 Prozent niedriger als an gewöhnlichen Tagen, berichtet Kantinenbetreiber Sodexo. Allerdings gehe das Minus zurück, da man Erfahrung sammele, welche vegetarischen Gerichte gut ankämen. An normalen Tagen sei jedes siebte ausgegebene Essen vegetarisch.

Kommentare (42)

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Republikaner

09.08.2013, 15:56 Uhr

Christen haben ihren Veggie-Day schon seit 2000 Jahren. Die Grünen sind der Zeit also 2000 Jahre hinterher. Ziemlich Banane um im Jargon zu bleiben. Man könnte auch Öko-Terrorismus dazu sagen.
Ich kennen keine einzige größere Betriebskantine, die nicht ein vegetarisches Gericht anbietet. Das Wissens-Defizit bei den Grünen kommt wohl daher, daß keiner von denen in einem normalen Arbeitsverhältnis gestanden hat. Sowas will uns regieren?

Account gelöscht!

09.08.2013, 15:59 Uhr

Veggie Day ?

Bei den Geistesfurzen, die die Grünen loslassen, ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann hier der " GANZ GROSSE GAU " folgt.

Sind die Grünen eigentlich kommunistisch unterwandert ? Mir kommt es bald so vor. Demokratie heißt für den Wähler, freie Entscheidung. Und die wollen uns diesen Unsinn aufzwingen.

Donnerstag = Veggie Day
Freitag = Fisch

Und was kommt an den anderen Tagen ? Macht doch mal Vorschläge, damit ich wieder was zu lachen habe. Bei diesen Vorschlägen muuss ich nämlich kotzen !

Lieben Grünen ! Ihr habt doch einen an der Waffel ! Kümmert euch gefälligst um dringliche Probleme, anstatt solchen Unsinn loszulassen.

Übrigens :

Ich habe nichts gegen Vegetarier, aber in meine Kantine kommen die mir nicht !

DJ_Osman

09.08.2013, 16:02 Uhr

"Die Zahl der Teilnehmer an der Firmenspeisung ist an den vegetarischen Tagen dennoch um 15 Prozent niedriger als an gewöhnlichen Tagen" - und das trotz Fleischtheke.

Tja, die Menschen reagieren empfindlich, wenn Ihnen jemand vorschreiben will, was sie essen sollen.

Faschistoide Grüne auf der krampfhaften Suche nach einem Wahlkampfthema, das ihnen Mutti nicht wegnimmt ...

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