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27.11.2014

17:16 Uhr

Karriere als Steuerberater

Zahlenexperte mit sozialen Kompetenzen

VonMiguel Zamorano

Ein sauberes finanzielles Verhältnis mit dem Staat – wer das will, wendet sich meist an einen Steuerberater. Dieser muss sich in der Gesetzeslage gut auskennen und ein Gespür für Menschen haben. Keine einfache Aufgabe.

Steuerberater verschaffen sich zunächst einen Überblick über die Finanzlage ihrer Klienten. Foto: Fotolia

Steuerberater verschaffen sich zunächst einen Überblick über die Finanzlage ihrer Klienten. Foto: Fotolia

KölnDie Eigenschaften eines guten Steuerberaters sind schnell aufgezählt. Er muss logisch denken können, die Grundrechenarten beherrschen, die deutsche Sprache lieben und die Gesetzesregeln kennen, fleißig sein und Menschen gut zuhören können. Klingt nicht nach viel Aufwand, möchte man meinen.

Die Realität ist ein wenig komplizierter. „Es braucht einen langen Atem, um das Berufsziel ‘Steuerberater‘ zu erreichen“, sagt Vicky Johrden vom Deutschen Steuerberaterverband e.V. (DStV). Das erfolgreiche Bestehen des Steuerberaterexamens, das die Ausübung des Berufes erst ermöglicht, können Steuerfachangestellte erst nach zehn Jahren Praxis anstreben. Diese Zeit kann durch eine Fortbildung zum Steuerfachwirt und Bilanzbuchhalter auf sieben Jahre reduziert werden. Wer ein BWL- oder ein Jurastudium vorweisen kann, muss hingegen nur zwei bis drei Jahre praktische Erfahrung sammeln, bis er zum Examen zugelassen wird.

Zum Vergrößern bitte klicken. Quelle: Handelsblatt Jobturbo

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Und danach ist es mit dem Pauken nicht vorbei. Laufend müssen sich die Steuerexperten über Gesetzesänderungen informieren, regelmäßig  einschlägige  Fachzeitschriften lesen und stets über die Urteile des Bundesfinanzhofs Bescheid wissen. Wer nebenbei noch den Beruf des Wirtschaftsprüfers ausübt, muss zusätzlich mindestens 40 Stunden Fortbildung pro Jahr absolvieren. Das oft überstrapazierte Begriffspaar des „lebenslangen Lernens“ trifft auf den Steuerberater besonders zu.

Mit ihrem Wissen sind Steuerberater besonders begehrt bei Arbeitgebern. „Sei es als Selbständige, im Angestelltenverhältnis oder als Syndikus-Steuerberater in der Steuerabteilung eines großen Konzerns“, erklärt DStV-Referentin Vicky Johrden.

In den vergangenen Jahren ist das Stellenangebot laufend gestiegen (Vgl. Grafik Arbeitsmarkt Steuerberater). Das zeigt der Handelsblatt Jobturbo. Dieser bündelt die Stellenanzeigen für Fach- und Führungskräfte der bundesweit bedeutendsten (Online-) Stellenbörsen und Zeitungen sowie der Karriereportale der Top-Unternehmen.

Tipps gegen die Informationsflut

Nachrichtenseiten reduzieren

Entwickeln Sie feste Routinen, um in der Nachrichtenflut nicht unterzugehen, indem Sie sich zum Beispiel auf ausgewählte Nachrichtenseiten beschränken und diese auch nur zu bestimmten Zeiten am Tag checken.

Strukturen schaffen

Schaffen Sie effektive Arbeitsstrukturen: Beginnen Sie Ihren Tag mit dem Setzen von Prioritäten, je nach Typ auch kurz vor Feierabend für den folgenden Arbeitstag oder kurz vor Arbeitsbeginn am Morgen, und schaffen Sie sich Zeiten, in denen Sie offline sind – zumindest ab und zu.

Aufgaben bündeln

Bünden Sie Ihre Aufgaben wie zum Beispiel die Beantwortung von E-Mails, und machen Sie das nur zwei- oder dreimal am Tag.

Ordner anlegen

Legen Sie Ordner für Ihre Mails an, wenn Sie es nicht schon tun, um schnell einen Überblick zu gewinnen.

Newsletter abbestellen

Bestellen Sie irrelevante Newsletter ab.

Pausen einplanen

Machen Sie nach etwa 90 Minuten eine kurze Pause.

Bücher lesen

Lesen Sie mehr Bücher. Das ist sehr, sehr gut für Ihr Gehirn.

Quelle

Christiane Stenger, „Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt! – Gebrauchsanweisung für Ihren Kopf“, 252 Seiten, EAN 9783593500126, ISBN 978-3-593-50012-6

In einer großen Kanzlei ist vor allem wirtschaftliches  Know-How gefragt. „Unsere Mitarbeiter müssen Freude an dem Durchleuchten von wirtschaftlichen Zusammenhängen haben“, erklärt Carsten Heinz von der Kanzlei Noerr, die mit 164,5 Millionen Euro Umsatz im Jahr zu den zehn größten Häusern in Deutschland zählt. „Sie müssen daher über den Tellerrand hinaus schauen können“, fügt Heinz hinzu. „Flexibilität im Kopf ist wichtig.“

Kommentare (1)

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27.11.2014, 17:48 Uhr

Da Steuerberater bei Fertigung der Steuererklärung persönlich mit dem Steuerschuldner haften, ist sicher, daß unter einem Steuerberater stets mehr Steuern zu zahlen sind als ohne dessen (offizieller) Mitwirkung.

Allerdings wird bei Mitwirkung regelmäßig - ebendeswegen - auch weniger bzw. schneller geprüft.
Das FA verläßt sich auf die Abschreckungswirkung der Inhaftnahme.

Ansonsten ist der Beruf eine fürchterliche Strafe für jeden kreativen Kopf, denn er vermag nichts davon umzusetzen (offiziell).

Inoffiziell läßt sich allerdings eine Menge Geld machen - was auch sehr häufig geschieht mit guten Partnern.
So bleibt der Mensch eben doch - gottseidank - noch Mensch, selbst als StBer.

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