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04.06.2012

10:54 Uhr

Karriere im Hightech-Sektor

IT-Nerds: Verzweifelt gesucht!

VonMascha Dinter

Langweiler mit dicken Hornbrillen und fettigem Haar? Das war mal. Inzwischen sind die Computerspezialisten auf dem Vormarsch, denn der Expertenmangel lässt die Branche zittern. Selbst Quereinsteiger haben gute Chancen.

Nicht schlecht: Der durchschnittliche Stundenlohn eines IT-Freelancer liegt bei 73 Euro. dpa

Nicht schlecht: Der durchschnittliche Stundenlohn eines IT-Freelancer liegt bei 73 Euro.

Als sich Xenofon Grigoriadis im Jahr 2005 nach fünf Jahren Festanstellung aus der Not heraus selbständig machte, war es nicht leicht für den Software-Entwickler, seinen ersten Auftrag zu ergattern. Heute kann sich der 42-Jährige, der auf Oracle-Datenbanken spezialisiert ist, seine Projekte und Auftraggeber aussuchen.

Als viele der großen Firmen nach dem Platzen der Internetblase in den Jahren nach der Jahrtausendwende Einstellungsstopps verhängten, aber nach wie vor Freiberufler beschäftigten, entschied sich Grigoriadis für die Selbständigkeit und ist heute Freelancer aus Überzeugung. Neben einer guten Auftragslage schätzt er die Möglichkeit, sein Wissen permanent erweitern zu können.

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Genug Zeit für ein Leben neben dem Job, innovative Aufgaben, flache Hierarchien und ein sicherer Arbeitsplatz: Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass die Ansprüche ihrer künftigen Arbeitnehmer an sie steigen.

Er ist einer von etwa 80.000 freiberuflichen IT-Experten in Deutschland. Der durchschnittliche Stundenlohn der IT-Freelancer liegt bei 73 Euro. Die begehrtesten sind derzeit SAP-Experten, die im Schnitt für 87 Euro die Stunde arbeiten.

Doch nicht nur Freiberufler sind in der Branche sehr gefragt. Derzeit gibt es 38.000 offene Stellen für IT-Experten, wie der Bundesverband  Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) mitteilt. Innerhalb eines Jahres ist der Bedarf an Fachkräften in der IT um 36 Prozent angestiegen. Und auch die schwächeren Aussichten der Gesamtkonjunktur zeigten laut Verband zur Zeit keine Auswirkungen auf den Hightech-Sektor.

Fakten zum IT-Arbeitsmarkt

Fast doppelt so viele Stellen wie vor drei Jahren

Die Anzahl offener Stellen für IT-Experten hat sich zwischen 2009 und 2011 fast verdoppelt, wie eine Studie des Bitkom zeigt: Demnach waren es im Jahr 2009 rund 20.000 offene Stellen, 2011 wurden 38.000 IT-Fachkräfte gesucht.

Gefragt: Software-Entwickler

Besonders gefragt in der ITK-Branche sind Software-Entwickler, sie werden von 84 Prozent der vom Bitkom befragten Unternehmen gesucht. 40 Prozent sind auf der Suche nach Experten für Marketing und Vertrieb, 36 Prozent suchen IT-Berater.

Gehalt von IT-Experten im Branchenvergleich

Mit einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt von 60.100 Euro steht die ITK-Branche im Vergleich mit anderen Branchen gut da: Sie liegt noch vor den Energieversorgern mit rund 59.400 Euro Bruttojahresgehalt, der chemischen Industrie mit 54.600 Euro und dem Fahrzeugbau mit 54.500 Euro.

Nachwuchskräfte gesucht

Angesichts des gravierenden Fachkräftemangels sind die Unternehmen bemüht, junge Mitarbeiter zu gewinnen. Zwei Drittel der durch den Bitkom befragten Firmen bieten Praktika oder Werkstudenten-Jobs an, jeweils 43 Prozent kooperieren mit Schulen oder Hochschulen. 54 Prozent bilden in den unterschiedlichsten Branchen aus - damit liegt die Branche deutlich über dem Durchschnitt der deutschen Industrie von rund 30 Prozent.

Experten-Engpässe führen zu Umsatzeinbußen

Laut Umfrage des Fraunhofer IAO und des Bitkom gaben 45 Prozent der Unternehmen an, dass ihre Mitarbeiter infolge der knappen Personalressourcen überlastet sind. Die Konsequenz: 26 Prozent der Unternehmen mussten deswegen bereits Aufträge ablehnen, neun Prozent konnten Projekte nicht abschließen und bei acht Prozent sind deshalb Kunden abgewandert.

Besonders begehrt bei Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnik (ITK) sind Software-Entwickler: 84 Prozent der von Bitkom befragten ITK-Unternehmen gaben an, auf der Suche nach solchen Experten für die Entwicklung neuer Anwendungen zu sein.

Kommentare (13)

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Hermann.12

04.06.2012, 11:14 Uhr

Wie immer ist das Problem hausgemacht. In den 90ziger Jahren wurde viel Geld in Pojekte gesteckt, die eher Marketingaspekte als reelen Bedarf wiederspiegelten.
Selbstherrliche vorstände musstne erst noch lernen, das sie viel zu inkompetent sind, als dass sie anhand oberflächlicher Manangementbedünisse den IT Bedarf abschätrzen konnten.
Das eitel selbstverstänsnis vieler Vorstände führte dann zum unvermedilichen desaster Millionen schwerer Abschreibungen und arbeitsloser IT Fachleute. Wer nicht als Feelancer überlebte oder sicher angestellt war, leiß fortan die Fnger vom Thema.
Das ist der Grund, warum in Deutschland Fachleute immer zu spät am Markt verfügbar sind, weil sie viel zu spät entscheiden dürfen, was notwendig ist. vorher entscheiden immer andere, selten mit Kompetenz.

H.

Nirgendwer.

04.06.2012, 11:33 Uhr

Ach, jetzt wird diese Sau wieder durch's Dorf getrieben. Man kann es langsam nicht mehr ertragen, dieses Arbeitgebergeplärre.

barheine

04.06.2012, 12:30 Uhr

87 Euro pro Stunde für einen freiberuflichen SAP-Berater klingen toll! 87 Euro abzüglich Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Krankenversicherung, Altersvorsorge, Haftpflicht, Bürokosten, Arbeitsmittel, Werbung, Fahrtkosten etc. pp. Lässt sich Herr Grigoriadis vermitteln oder akquiriert er seine Projekte wie ich selbst? Sonst kassiert der Projektvermittler nämlich rund ein Viertel der Auftragssumme.

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