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20.01.2005

13:14 Uhr

Karriere unter Franz Josef Strauß

Ludwig-Holger Pfahls im Porträt

Der promovierte Jurist Ludwig-Holger Pfahls machte in wenigen Jahren eine politische Bilderbuchkarriere. Hilfreich dabei war maßgeblich Bayerns früherer Ministerpräsident Franz Josef Strauß (CSU), der ihm als Vertrautem und persönlichem Referenten den Weg in die Politik ebnete.

HB AUGSBURG. Pfahls wurde am 13. Dezember 1942 im brandenburgischen Luckenwalde geboren. Nach dem Jurastudium war er zunächst Richter am Bayerischen Obersten Landesgericht und Staatsanwalt für Wirtschaftssachen. Dann wechselte Pfahls in das neu geschaffene bayerische Umweltministerium. 1976 trat der Sohn eines Hauptmanns als Landtagsreferent in die Bayerische Staatskanzlei ein. Dort wurde Strauß auf ihn aufmerksam und berief ihn 1978 als persönlichen Referenten in seinen engen Mitarbeiterstab.

1981 wurde Pfahls Leiter des Strauß-Büros und vier Jahre später Nachfolger von Verfassungsschutzpräsident Heribert Hellenbroich (CDU). Zwei Jahre danach holte ihn Verteidigungsminister Manfred Wörner (CDU) auf Vorschlag von Strauß als beamteten Staatssekretär auf die Hardthöhe nach Bonn. Wörners Nachfolger Rupert Scholz (CDU) übernahm den politischen Senkrechtstarter und machte ihn zum „Staatssekretär I“, verantwortlich unter anderem für die Rüstungskontrolle.

Ein Jahr nach einem dubiosen Panzergeschäft wurde Pfahls 1992 „auf eigenen Wunsch“ in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Er trat zunächst in eine Anwaltssozietät ein und arbeitete dann als Spitzenmanager des Automobilkonzerns DaimlerChrysler in Singapur.

Im Sommer 1999 geriet Pfahls in die Schlagzeilen, weil man ihm vorwarf, als Staatssekretär im Zusammenhang mit einer Panzerlieferung an Saudi-Arabien vom Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber Schmiergeld in Höhe von fast zwei Mill. € angenommen zu haben. Es erging Haftbefehl und Pfahls tauchte unter. Das Bundeskriminalamt nahm ihn auf seine Liste der „meistgesuchten Personen“. Fünf Jahre später wurde er in Paris festgenommen. Seit 2000 ist Pfahls kein CSU- Mitglied mehr. Er wurde wegen ausstehender Mitgliederbeiträge aus der Partei ausgeschlossen.

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