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05.05.2015

10:57 Uhr

Kay Kratky

Lufthansa findet neuen Austrian-Chef

Der Lufthansa-Manager Kay Kratky wird einem Bericht zufolge künftig die Fluglinie Austrian führen. Austrian gilt als einer der Sanierungsfälle im Konzernverbund. Kratky löst Jaan Albrecht ab.

Austrian Airlines gehört zum Konzernverbund der Lufthansa. ap

Austrian und Lufthansa

Austrian Airlines gehört zum Konzernverbund der Lufthansa.

FrankfurtLufthansa -Top-Manager Kay Kratky wird einem Unternehmensinsider zufolge künftig die Konzern-Fluglinie Austrian führen. Kratky werde den derzeitigen Austrian-Airlines-Chef Jaan Albrecht ablösen, sagte eine mit den Planungen vertraute Person am Dienstag zu Reuters.

Kratky leitet seit vier Jahren im Vorstand der Lufthansa-Passagiersparte das Ressort Frankfurt und Flight Operations. Austrian ist einer der Sanierungsfälle im Konzernverbund der Lufthansa. Ein Lufthansa-Sprecher wollte sich nicht zu der Personalie äußern.

Mit Kratky schickt Lufthansa-Chef Carsten Spohr einen langjährigen Weggefährten nach Österreich. Kratky begann seine Karriere bei der Lufthansa vor 35 Jahren mit der Ausbildung zum Piloten. Er wurde Trainingskapitän auf der Boeing 747 und rückte 2001 in das Management der Frachttochter Lufthansa Cargo auf.

Die vielen Baustellen der Lufthansa

Schwieriger Konzernumbau

Carsten Spohr will die Lufthansa wetterfest machen für die Zukunft, denn der Konkurrenzkampf über den Wolken ist hart. Der Umbau des größten europäischen Luftverkehrskonzerns ist eine Mammutaufgabe. Längst noch nicht alle Probleme sind gelöst. Das sind die Baustellen der Lufthansa.

Quelle: dpa

Billig-Airlines

Vor allem der größte europäische Player im Billigsegment, Ryanair, heizt den Wettbewerb an. Nachdem die Iren über Jahre vor allem auf kleinere Flughäfen in der Provinz gesetzt hatten, bedienen sie nun zunehmend auch große Flughäfen wie Berlin oder Köln. Zudem bieten inzwischen auch Billig-Airlines gegen entsprechenden Preisaufschlag Leistungen an, die sich vor allem an Geschäftsreisende richten – ein Segment, in dem vor allem etablierte Fluggesellschaften unterwegs sind.

Expansive arabische Konkurrenten

Emirates, Qatar Airways und Etihad punkten vor allem auf der lukrativen Langstrecke. Die Airlines vom arabischen Golf haben rasante, von den Herrscher-Familien unterstützte Wachstumspläne. Weite Teile des Verkehrs nach Südostasien und Ozeanien haben sie bereits fest im Griff und bei einigen europäischen Airlines sitzen sie mit am Steuerknüppel – zum Beispiel Etihad bei Air Berlin oder Alitalia.

Probleme mit dem Personal

Ein Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst: Der Dauerstreit mit den Piloten kann nach bisher 13 Streikrunden jederzeit wieder eskalieren. Die Kabinengewerkschaft UFO war im November in einen einwöchigen Streik getreten, einigte sich mit Lufthansa im Januar aber auf Eckpunkte eines neuen Tarifvertrags. Für das Bodenpersonal gab es zuvor schon eine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi.

Das komplizierteste Thema bei den Piloten sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Eurowings-Konzept

Neben der klassischen Premium-Lufthansa baut Lufthansa-Chef Spohr eine Billigschiene mit Eurowings auf, die im Europa-Verkehr Ryanair oder Easyjet Paroli bieten soll. Kern des Konzepts ist „Eurowings Europe“ mit Sitz in Wien. Derzeit stellt sie Piloten zu deutlich geringeren Gehältern ein, als bei der Lufthansa-Mutter gezahlt werden.

Der Konzernumbau belastet die Tarifverhandlungen, insbesondere mit den Piloten. Außerdem läuft es bei Eurowings selbst noch nicht rund. Die neue Billig-Airline hat mit Verspätungen auf ihren Fernflügen zu kämpfen.

Germanwings-Absturz

Der vom Co-Piloten Andreas L. im Frühjahr herbeigeführte Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten war das größte Unglück in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns. Finanzielle Soforthilfe von zunächst 50.000 Euro pro Opfer wurde schnell auf den Weg gebracht. Um Schmerzensgeldzahlungen ist allerdings ein Millionenpoker entbrannt. Opfer-Anwälte lehnten die Lufthansa-Vorschläge als zu niedrig ab.

Seit dem Kauf Ende des vorigen Jahrzehnts ist Austrian eine der größten Baustellen des Lufthansa-Konzerns. Eigentlich sollte der Ableger vom Heimatflughafen Wien aus die Flugmärkte in Osteuropa abdecken. Dort laufen die Geschäfte wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise in der Region jedoch schlecht.

Weitere Probleme sind die harte Konkurrenz und die hohen Kosten. Mit gut elf Millionen Passagieren flog Austrian 2014 operativ einen Gewinn von zehn Millionen Euro ein – zwei Drittel weniger als im Jahr.

Der seit 2011 amtierende Austrian-Chef Albrecht wechselt im Sommer zum Ferienfliegers SunExpress, den Lufthansa in Zusammenarbeit mit Turkish Airlines betreibt.

Von

rtr

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