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27.01.2011

20:19 Uhr

Kein Insiderhandel

OMV-Chef ist freigesprochen worden

Der Chef des Öl- und Gaskonzerns OMV ist vom Straflandesgericht Wien vom Vorwurf des Insiderhandels freigesprochen worden. Für den angeklagten Wolfgang Ruttenstorfer ist das ein Beweis dafür, dass die OMV stets richtig gehandelt habe.

OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer. DAPD

OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer.

HB WIEN. Der Vorstandsvorsitzende des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV Wolfgang Ruttenstorfer kann aufatmen: Das Straflandesgericht Wien hat ihn vom Vorwurf des Insiderhandels freigesprochen. Zu diesem Urteil kam Richerin Claudia Moravec-Loidolt nach einer über neun Stunden langen Verhandlung.Es habe aus ihrer Sicht keine ausreichenden Beweise für Insider-Handel gegeben, sagte die Richterin am Donnerstag bei ihrer mündlichen Begründung des Urteils.

Das Urteil sei mehr als zufriedenstellend, sagte danach ein sichtlich erleichteter Ruttenstorfer vor Journalisten. „Es bestätigt ganz klar, dass wir immer korrekt gehandelt haben“, sagte er. Der OMV-Chef war über Monate hinweg mit dem Vorwurf konfrontiert gewesen, Insider-Wissen zu seinem Vorteil genutzt zu haben.

Ruttenstorfer hatte im März 2009 Aktien seines Unternehmens gekauft, knapp bevor sich die OMV von Anteilen am ungarischen Energieunternehmen MOL trennte. Die OMV-Aktie war nach dem Verkauf der MOL-Anteile gestiegen. Dadurch kam er ins Visier der Finanzmarktaufsicht (FMA). Der zuvor niedrigere Aktienkurs sei zu seinem Vorteil gewesen, argumentierte die Aufsicht. Diese Linie vertrat im heutigen Prozess auch Staatsanwalt Michael Schön.

Ruttenstorfer hatte diese Vorwürfe stets als unbegründet zurückgewiesen. Er verteidigte sich vor Gericht damit, dass er die Aktien im Rahmen eines langfristigen Incentive-Programmes erworben habe. Zum Zeitpunkt des Kaufes sei nicht absehbar gewesen, dass die OMV ihr MOL-Paket bald verkaufen würde. Da er die Aktien noch immer besitze, sei auch kein Vermögensvorteil entstanden.

Das heutige Urteil wird laut Ruttenstorfer auch dazu führen, dass man über eine Verbesserung der Regeln, nach denen Manager Aktien ihres eigenen Unternehmens kaufen dürfen, nachdenken müsse. „Ich selbst habe daraus für mich gelernt, dass es wirklich nicht leicht ist für einen Vorstand, Aktien zu kaufen“, sagte er. Dies würde aber ein wiederum ein wichtiges Signal für Investoren sein.

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