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25.11.2013

09:10 Uhr

Kein leichter Start

Stolpersteine für Fremdmanager in Familienfirmen

Der eine gibt zu viel Geld aus, der andere geht zu selten durch die Produktion: Manager, die neu in ein Familienunternehmen kommen, haben es nicht immer leicht. Dabei haben die Außenseiter einen entscheidenden Vorteil.

Eine Managerin an ihrem Arbeitsplatz. Wenn Familienunternehmen neue Manager, die nicht dazu gehören, braucht, haben es diese oft nicht leicht. Sie werden kritischer beäugt. dpa

Eine Managerin an ihrem Arbeitsplatz. Wenn Familienunternehmen neue Manager, die nicht dazu gehören, braucht, haben es diese oft nicht leicht. Sie werden kritischer beäugt.

StuttgartBlut ist dicker als Wasser. Das Sprichwort gilt zwar auch in Familienunternehmen - ganz ohne Unterstützung von außen geht es dort in den Chefetagen allerdings nicht immer. Egal ob mangelnder Nachwuchs oder rasantes Wachstum: Für viele Familienunternehmen kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem sie Führungspositionen nicht mehr allein mit Verwandten besetzen können. Manager, die nicht dazugehören, haben es dann aber oft nicht leicht.

„Man wird kritischer beäugt“, sagt Bertram Kandziora, Chef des Kettensägenherstellers Stihl. Für jemand, der von außen komme, gebe es einige Klippen zu umschiffen. „Passt der Externe zur Kultur des Unternehmens? Spricht er mit den Leuten oder schreibt er nur Mails?“

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Es ist ein gewagter Karriereschritt für Manager: Wer in die Geschäftsführung eines Familienbetriebs eintritt, muss viel Fingerspitzengefühl mitbringen. Ein Interview zu den Gefahren und Chancen.

Der erste Nachfolger des Firmen-Patriarchen Hans Peter Stihl wurde nach gut einem halben Jahr überraschend aus dem Amt katapultiert. Auf ihn folgte Kandziora - er ist mittlerweile seit mehr als zehn Jahren im Vorstand.

Für Branchenkenner ist das geradezu idealtypisch: „Es gibt eine relativ kurze Phase, wo sich beide Seiten beschnuppern. Entweder ich gehe ganz früh oder ich bleibe ganz lang“, sagt Sabine Rau, Professorin für Familienunternehmen an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU).

Manager in Familienunternehmen bleiben ihr zufolge im Schnitt 20 Jahre. Bei Dax-Konzernen sind es nur fünf. Die Schwierigkeit sei es, die ungeschriebenen Gesetze zu durchschauen.

„Natürlich hat man als angestellter Manager eine andere Herangehensweise als ein Familienmitglied“, sagt Peter Fenkl, Vorstandschef beim Ventilatoren- und Antriebsspezialisten Ziehl-Abegg. Familienunternehmen seien in der Regel langfristiger orientiert als börsennotierte Konzerne. Der Wirtschaftsingenieur kam vor mehr als zehn Jahren in das Familienunternehmen. Er sei der Firma damals empfohlen worden, wie er erzählt.

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