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10.04.2013

19:42 Uhr

Keine Sperrminorität

Staat verliert seinen Einfluss bei der Deutschen Post

Jahrelang war die Deutsche Post ein Staatskonzern. Nun, zwölf Jahren nach dem Börsengang des Logistikkonzerns, hat der Staat selbst seine Sperrminorität verloren. Damit schrumpft der staatliche Einfluss weiter.

Der Staat hat seine Sperrminorität an der Deutschen Post verloren. dpa

Der Staat hat seine Sperrminorität an der Deutschen Post verloren.

FrankfurtDie Deutsche Post ist jetzt erstmals zu weniger als einem Viertel in Staatshand. Die Staatsbank KfW hat ihre Sperrminorität zwölf Jahre nach dem Börsengang der Post verloren und hält nur noch 24,89 Prozent an dem Logistikkonzern, wie Deutsche Post und KfW am Mittwoch mitteilten. Mehrere Investoren nutzten den Kursanstieg der Post-Aktie und tauschten am Dienstag ihre Wandelanleihe aus dem Jahr 2009 in Dividendenpapiere. Damit fiel die bei der KfW geparkte Beteiligung des Bundes von 25,5 Prozent unter die 25-Prozent-Schwelle. Der Umtauschkurs lag bei 13,76 Euro, die Post-Aktie kostete zum Xetra-Handelsschluss am Mittwoch fast vier Euro mehr.

Der Verlust der Sperrminorität, mit der ein Aktionär wichtige Entscheidungen in der Hauptversammlung blockieren kann, war seit dem September 2012 ohnehin nur eine Frage der Zeit. Die Umtauschanleihe, an die nun noch 3,89 Prozent der Post-Aktien gebunden sind, läuft nur noch bis Juli 2014, und der Tausch in Aktien ist für Anleger attraktiv. Vor gut einem halben Jahr hatte der Bund ein Aktienpaket von fünf Prozent an der Post für knapp eine Milliarde Euro auf den Markt geworfen. Damals hatte er je Aktie 15,40 Euro erlöst.

"Die (...) Schwellenunterschreitung steht ausschließlich im Zusammenhang mit Aktienlieferungen der KfW an Investoren der Umtauschanleihe, die ihr Umtauschrecht ausgeübt haben, und resultiert nicht aus einer neuen Privatisierungstransaktion", betonte die KfW. Der Streubesitz der Post-Aktie liegt nun bei 75,1 Prozent. Mehr als drei Viertel der Aktien befinden sich im Streubesitz. Die Bundesrepublik hatte den früheren Staatsbetrieb 1995 privatisiert und im Jahr 2000 an die Börse gebracht.

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