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28.04.2014

19:39 Uhr

Kevin Rodgers

Oberster Devisenchef verlässt Deutsche Bank

ExklusivDer weltweite Devisenchef Kevin Rodgers verlässt die Deutsche Bank. Er wolle sich aus der Bankenbranche zurückziehen. Die Personalie fällt mitten in laufende Untersuchungen um Währungsmanipulationen.

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: Bald wird hier ein neuer Devisenchef einziehen, denn Kevin Rodgers verlässt im Juni das Geldhaus. Reuters

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: Bald wird hier ein neuer Devisenchef einziehen, denn Kevin Rodgers verlässt im Juni das Geldhaus.

FrankfurtMitten in den laufenden Untersuchungen um Währungsmanipulationen verlässt der weltweite Devisenchef Kevin Rodgers die Deutsche Bank. Das berichtet das Handelsblatt (Dienstagsausgabe). „Kevin Rodgers hat die persönliche Entscheidung getroffen, sich aus der Bankenbranche zurückzuziehen, um andere Ziele zu verfolgen – darunter akademische und musikalische. Er hat uns Anfang dieses Jahres über seinen Rücktritt informiert und wird die Bank nach einer Übergangszeit im Juni verlassen“, teilte eine Sprecherin der Bank auf Anfrage mit.

Rodgers hat seit Mitte 2012 die Verantwortung für das weltweite Devisengeschäft. Er kam 1999 durch die Fusion mit dem US-Institut Bankers Trust zur Deutschen Bank und war jahrelang im Devisen- und Derivatehandel tätig. Bevor der Brite Investmentbanker wurde, startete er eine Karriere als Musiker mit der Band Happy Refugee, die bis heute existiert.

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Rodgers Weggang kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem die Deutsche Bank intern untersucht, inwiefern Mitarbeiter des Hauses in die Manipulation von wichtigen Richtwerten im Devisenmarkt verwickelt sind. Das Haus zählt zu den Top Vier im weltweiten Devisenhandel.

Zuletzt hat das Institut eine Mitarbeiterin in Singapur suspendiert. Zuvor waren drei Händler in New York entlassen worden. Ihnen werden Verfehlungen zur Last gelegt, die bis in die Amtszeit der aktuellen Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen hineingehen. Bisher hat die Deutsche Bank rund ein Drittel der E-Mail- und Chat-Kommunikation ihrer Devisenhändler untersucht, heißt es im Umfeld des Vorstands. Finanzkreisen betonen, Rodgers Weggang stünde in keinem Zusammenhang mit dem Devisenskandal.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

29.04.2014, 15:56 Uhr

Na, dann wollen wir doch mal für ihn beten, daß er nicht in Bälde einen "Selbstmord" begeht.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/26/bankerin-springt-in-paris-in-den-tod/

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