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25.09.2016

14:42 Uhr

Key Skills für die Generation Y

„Beim Arbeiten leben und beim Leben arbeiten“

VonCarina Kontio

Starre Arbeitszeiten: für junge Arbeitnehmer ein rotes Tuch. Sie sind bereit, Leistung zu bringen, wollen aber selbst entscheiden, wo und wann sie es tun. Thomas Würzburger hat für sie einen klugen Wegweiser geschrieben.

„Erfolgreiche, selbstkompetente Menschen sind in der Regel starke Performer“, schreibt Würzburger. „Sie sind stark motiviert in dem, was sie tun.“ Getty Images

In der Ruhe liegt die Kraft

„Erfolgreiche, selbstkompetente Menschen sind in der Regel starke Performer“, schreibt Würzburger. „Sie sind stark motiviert in dem, was sie tun.“

KölnWeltoffen, kreativ, sehr gut ausgebildet: Viele Chefs sind begeistert vom Potential der „Generation Y“, die von Kritikern jedoch noch immer sehr oft als kompromisslos, fordernd und zu freizeitorientiert beschrieben wird. Um nur ein Beispiel zu nennen: Thomas Sattelberger, Ex-Vorstand der Deutschen Telekom und einer der Vordenker der Personaler-Szene, bezeichnete die vermeintlichen High Potentials der jungen Generation in einem Interview mal als „geföhnte Kens und Barbies im Business Outfit“, die „ihre Einzigartigkeit für Geld und Karriere opfern“ und nur mehr auf ökonomische Effizienz anstatt Innovation getrimmt seien.

Über Sattelberger lässt sich streiten. Fakt ist: Die jungen Arbeitnehmer des 21. Jahrhunderts streben nach Selbstverwirklichung, und zwar jetzt und nicht erst im Ruhestand. Die Frage nach dem „Warum?“ ist für sie keine rhetorische. Sie sind bereit, viel zu geben, wenn sie dafür auch mal ein Jahr nach Mexiko gehen können. Sie sind immer online und teilen Wohnungen, Autos und Lebenserfahrungen. Sie polarisieren und fordern die älteren Generationen heraus. Und sie sind diejenigen, für die der Autor Thomas Würzburger ein wegweisendes Buch geschrieben hat, das bei Springer Gabler erschienen ist: „Key Skills für die Generation Y – Die wichtigsten Tipps für eine erfüllte Karriere.“

Heulsusen, Weicheier, frech & faul: Eine Gebrauchsanweisung für die Generation Y

Heulsusen, Weicheier, frech & faul

Gebrauchsanweisung für die Generation Y

Autorin Steffi Burkhart liefert ein pointiertes Plädoyer dafür, die Generation Y ernst zu nehmen.

Ein Buch, das sich erfrischenderweise nicht als Gebrauchsanweisung an überforderte Chefs und Personalleiter der Generation Sattelberger richtet und erklärt, wie sie mit diesen jungen Wilden umzugehen haben, die sie ja doch für ihre Firma gewinnen wollen. Mehr noch: müssen. Stichwort demografischer Wandel. Dass künftig die Unternehmen und nicht die Bewerber die Bittsteller am Arbeitsmarkt sein werden, hat sich inzwischen herumgesprochen. Aber auch heute schon haben die Firmen Schwierigkeiten, hoch spezialisierte Stellen nachzubesetzen. IT-Fachkräfte, Maschinenbauer, Elektrotechniker, Mathematiker, Krankenpfleger sind Mangelware.

Der Wirtschaftswissenschaftler und Management-Trainer zäumt das Pferd auf 146 Seiten sozusagen von hinten auf. Denn es ist ihm, so schreibt er im Vorwort, „ein Herzensanliegen, euch leistungswillige junge Menschen zu unterstützen und euch mit meiner Lebenserfahrung, Antworten und Orientierung für euer berufliches Leben zu geben.“

Zehn Thesen zur Generation Y

These 1

Bei der Diskussion um Generationenvielfalt in der Arbeitswelt geht es nicht um Jung oder Alt, sondern um eine moderne Geisteshaltung – abseits von Effizienzstreben und Massenproduktion. Eine Haltung, die zu einer neuen Realität passt, in der die Welt immer volatiler, unsicherer, komplexer und ambivalenter wird.

These 2

Die Basis moderner Denkmuster besteht in der Erkenntnis, dass die Arbeitswelt heute anders tickt als noch vor 20 oder 30 Jahren. Unser deutsches Erfolgsmodell trägt nicht ewig weiter.

These 3

Es sind die unterschiedlichen Wertesysteme zu Arbeit und Führung, die aufeinander prallen, nicht die Menschen unterschiedlicher Generationen.

These 4

Lebenszeit ist viel zu kostbar, um 40 Stunden pro Woche für Aufgaben zu vergeuden, auf die man keinen Bock hat.

These 5

Die Effizienzzitrone deutscher Unternehmen ist ausgepresst! Wir brauchen einen Musterwechsel. Die GenY sucht ihn im World Wide Web.

These 6

Wir wurden zu lange zu einseitig auf die linke Gehirnhälfte getrimmt: Verstand, Zahlen, Daten, Fakten. Nun gilt es, die rechte zu aktivieren und mit ihr Kreativität, Emotionalität und Intuition.

These 7

Das deutsche Uni-System krankt und produziert Versager der modernen Arbeitswelt.

These 8

Viele Chefs der alten Führungsschule haben nicht systematisch gelernt, Menschen zu führen. Das erklärt vieles…

These 9

Unternehmen sollten sich schleunigst auf die Machtverschiebung hin zum Bewerbermarkt einstellen. Fachkräftemangel lässt bald grüßen.

These 10

Multigrafen, on demand, digitale Transformation, Kulturwandel: Genau darum geht es heute.

Quelle

Steffi Burkhart, „Die spinnen, die Jungen. Eine Gebrauchsanweisung für die Generation Y”, Gabal, ISBN: 978-3-86936-691-3

Dass Würzburger seine Leser dabei kumpelhaft duzt, dürfte den jungen Berufsanfängern, die in den 1980er- und 90er-Jahren geboren sind, kaum missfallen. Sind sie es doch, die das „Sie“ als Umgangsform in den Büros genauso auf den Prüfstand stellen wie die lebenslange Anstellung bei einem einzigen Arbeitgeber. Laut Würzburger liegt die durchschnittliche Verweildauer von jungen Arbeitnehmern heute bei nur 18 Monaten. Dafür aber, hier eine gute Nachricht für Arbeitgeber, bieten sie Loyalität auf Zeit – und zwar voll und ganz.

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