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25.03.2011

18:56 Uhr

Kirch gegen Breuer

Ring frei für den Kampf der alten Männer

VonAxel Höpner

Höhepunkt der jahrelangen Fehde zwischen dem Ex-Medienmogul Leo Kirch und Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer: Vor dem Oberlandesgericht München treffen beide aufeinander - und für beide gab es am Ende Freude und Sorgen.

Eiszeit zwischen Leo Kirch (l.) und Ernst Breuer vor dem Oberlandesgericht. Quelle: dapd

Eiszeit zwischen Leo Kirch (l.) und Ernst Breuer vor dem Oberlandesgericht.

MünchenIn die Augen schauten sich die beiden alten Männer nicht – natürlich nicht nach einer neun Jahre andauernden, erbitterten Fehde.

Als der 84-jährige Ex-Medienmogul Leo Kirch an diesem sonnigen Freitagmorgen im Rollstuhl in den Gerichtssaal geschoben wird, verschränkt Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer die Arme vor der Brust. die Mundwinkel zeigen nach unten, ein kurzer Blick in Richtung Kirch, schnell widmet er sich dem Aktenstudium.

Kirch blickt freundlich in die Runde. Er trägt einen Trachtenjanker, die gelbe Sonnenbrille legt er auf den Zeugentisch. Eine Vertraute hat er mitgebracht, sie dient als Sprachhilfe. "Ich bin Vorleserin, wenn Sie so wollen", sagt die ältere Dame, nach ihrem Beruf gefragt.

Kirchs Stimme ist leise und gebrochen, das Sprechen bereitet ihm Mühe. Jedes Einzelne Wort ist eine große Anstrengung. Daher lässt er eine Erklärung verlesen.

Darin berichtet Kirch, wie er sich schon 1956 für die Rechte an „La Strada“ Geld von den Banken leihen musste. Auch in den folgenden Jahrzehnten baute er seine Geschäfte auf Krediten auf - und so kam es dann auch zu den Kontakten mit Breuer, die bis heute die Gerichte beschäftigen.

Weit kommt das Gericht bei der Vernehmung Kirchs aber nicht. Die Verständigung ist schwierig, Richter und Anwälte versuchten mühsam, seine Aussagen akustisch zu verstehen und zu interpretieren. Viele Fragen können deshalb nicht beantwortet werden. Nach gut einer Stunde schreitet dann Kirchs Arzt ein. Der 84-Jährige sei nicht mehr vernehmungsfähig.

Viele Besucher sind an diesem Tag gekommen, um Kirch einmal in echt zu sehen. Zeit seines Lebens scheute er die Öffentlichkeit. Bei der zweiten Hochzeit von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl ließ er sich vor einigen Jahren ausnahmsweise einmal blicken - schließlich war er Trauzeuge.

Doch ansonsten sind seine Auftritte rar gesät. Lange Zeit gab es nicht einmal Fotos von dem Medienmogul. Vor vier Wochen, als er eigentlich vor Gericht aussagen sollte, ließ er den Auftritt in letzter Minute aus gesundheitlichen Gründen platzen.

An diesem Freitag aber machte er sich mit seiner Truppe auf den Weg ins Oberlandesgericht. Der Saal unter dem Dach im vierten Stock des Gerichts ist die perfekte Bühne. Die hohe Giebeldecke mit den restaurierten Holzbalken gibt dem lichtdurchfluteten Raum eine loftartige, fast schon sakrale Anmutung.

Kommentare (3)

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flyingfridge

25.03.2011, 11:05 Uhr

Aus meiner persönlichen Erfahrung war Herr Kirch ein sehr guter Arbeitgeber. Ein bisschen zu fromm für meinen Geschmack, aber eine beeindruckende Persönlichkeit. Ich hoffe, seine Gesundheit erlaubt ihm noch eine Weile, sich mit dem Bankster Breuer zu duellieren.

verbloedet

25.03.2011, 21:10 Uhr

Die Gier nach Macht, die Gier nach Unterdrückung des anderen, die krankhafte Besessenheit führte zum 2. Weltkrieg.
Diese alten Vollgierige Idioten haben ein Lebenlang nichts begriffen. Laß diese machen, ohne Berichte in den Medien
die sind doch schon verblödet (ich bin auch 73!)

aedituens4

15.04.2011, 15:37 Uhr

Ich versuche vergeblich mit Herrn Kirch in Verbindung zu kommen, denn hier liegen Beweise vor, wonach Herr Kirch sowie eine Fülle weiterer Unternehmer gezielt Opfer einer Demontage im Auftrag der Deutschen Bundesregierung wurden.
Seine Kanzlei sowie das verhandelnde Gericht, gegen die ich den Vorwurf der Befangenheit geltend mache, verweigern das Zustandekommen eines Gesprächs mit Herrn Kirch.
aedituens4yahoo.com
Gründe hierfür unter:
http://disclosureoncriminalbankingactivities.wordpress.com/

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