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14.04.2015

12:04 Uhr

Klage abgewiesen

Australierin wegen „Arschloch“-SMS gefeuert

Eine Australierin bezeichnete ihren Chef in einer SMS als „Arschloch“ und sendete die Mitteilung anders als geplant an den Beleidigten. Prompt folgte die Kündigung. Die Frau ging vor Gericht – doch das wies die Klage ab.

Als die Frau wegen „groben Fehlverhaltens“ gefeuert wurde, klagte sie vor dem Arbeitsgericht gegen die Kündigung. Das Arbeitsgericht wies ihr Anliegen ab. dpa

Als die Frau wegen „groben Fehlverhaltens“ gefeuert wurde, klagte sie vor dem Arbeitsgericht gegen die Kündigung. Das Arbeitsgericht wies ihr Anliegen ab.

SydneyEine Australierin schickte ihrem Chef versehentlich eine SMS, in der sie ihn als „totales Arschloch“ bezeichnete. Jetzt hat sie den Prozess gegen ihre Kündigung verloren, wie der australische Medienkonzern News Corp am Dienstag berichtete.

Die Frau war im Januar 2014 von ihrem Arbeitgeber in Perth entlassen worden, weil sie ihrem Chef eine SMS schickte, die eigentlich für einen Freund bestimmt war. Als sie den Fehler bemerkte, schickte sie laut Bericht eine weitere Nachricht an den Chef hinterher: „Bitte ungelesen löschen. Es tut mir so sehr leid.“

In einer von zahlreichen weiteren SMS-Nachrichten an den Chef schrieb sie dann, ihr Humor gehe manchmal mit ihr durch, und sie übertreibe ein wenig: „Rob, lass mich das erklären, damit Du die Sache nicht falsch verstehst.“

Als die Frau wegen „groben Fehlverhaltens“ gefeuert wurde, klagte sie vor dem Arbeitsgericht gegen die Kündigung. Es habe sich um eine „scherzhafte Beleidigung“ gehandelt, die der Chef nie hätte sehen sollen.

So geht Kritik am Chef

Vertrauen aufbauen

Nur, wenn der Vorgesetzte weiß, dass er Ihnen vertrauen kann, wird er Ihnen auch bei Ihrer Kritik vertrauen.

Unter vier Augen

Wenn Sie Kritik äußern möchten, machen Sie es in einem Zweiergespräch.

Erst loben, dann kritisieren

Wer seinen Chef immer nur kritisiert, wird ihn irgendwann nicht mehr dazu bringen können, sich zu ändern. Deshalb sollten Sie ihn auch auf Dinge ansprechen, die Ihnen positiv aufgefallen sind. Achtung: Positiv ist nicht gleich schleimen.

Subjektiv ist besser als objektiv

Machen Sie Ihrem Chef klar, wie die Situation bei Ihnen persönlich angekommen ist. Gegen einen Eindruck, den er erweckt hat, kann auch Ihr Vorgesetzter nichts einwenden.

Konkret werden

Eine pauschale Kritik bringt nichts. Sprechen Sie die konkrete Situation an, in der Ihr Chef einen Fehler gemacht hat oder über das Ziel hinausgeschossen ist.

Nur wenige Punkte ansprechen

Wenn Sie kritisieren, arbeiten Sie nicht gleich eine Liste mit zehn Punkten ab. Sprechen Sie nur ein oder zwei Punkte an, die Sie in der letzten Zeit gestört haben.

Das Arbeitsgericht wies ihr Anliegen ab. Bei der SMS handele es sich nicht um eine „scherzhafte Beleidigung“, sondern um eine verletzende Wertung ihres Chefs.

Von

dpa

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