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09.07.2015

15:30 Uhr

Klage gegen Porsche-Manager

Wiedeking muss auf Prozessauftakt warten

Die beiden Anklagen gegen den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und seinen ehemaligen Finanzchef Härter werden zusammengelegt. Dadurch verzögert sich der Prozessauftakt bis zum Herbst.

Der frühere Porsche-Chef muss im Herbst vor Gericht. dpa

Wendelin Wiedeking

Der frühere Porsche-Chef muss im Herbst vor Gericht.

StuttgartDer Prozess gegen den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und seinen ehemaligen Finanzchef Holger Härter verzögert sich weiter. Der ursprünglich für 31. Juli geplante Auftakt sei auf Herbst verschoben, teilte das Landgericht Stuttgart am Donnerstag mit. Nach Angaben der Anwälte von Porsche und Wiedeking soll es Ende Oktober losgehen. Das Gericht nannte keine Termine.

Die Staatsanwaltschaft hatte Ende Juni eine weitere Anklage erhoben. Diese wird nun gemeinsam mit dem ersten Verfahren verhandelt. Der Vorwurf in beiden Anklagen lautet auf Marktmanipulation. Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage gegen Wiedeking und Härter erhoben, weil sie Anleger zwischen 2007 und 2009 nicht ausreichend über Porsches Pläne zum VW-Einstieg informiert haben sollen. In der zweiten Anklage ging es um eine weitere Pressemitteilung aus dem Jahr 2008.

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Die Zusammenführung der beiden Prozesse ist eine sinnvolle und arbeitsökonomische Entscheidung des Gerichts. Sie war auch so erwartet worden. Andernfalls hätten die meisten Zeugen und die angeklagten Ex-Porschechef Wendel Wiedeking und sein damaliger Finanzchef Holger Härter zu ähnlichen Sachverhalten zweimal aussagen müssen. Dass der Prozessbeginn des ersten Verfahrens verschoben werden muss, ist einerseits ärgerlich, aber eben auch gerechtfertigt. Im Herbst soll dann der Mammut-Prozess starten. Später sollte es aber dann auch nicht werden. Immerhin sind die Vorfälle jetzt dann schon sieben Jahre her.

Im Kern geht es um die Frage, hat der Porsche-Vorstand die Öffentlichkeit wissentlich falsch informiert, als es um die geplante Übernahme von Volkswagen durch Porsche ging. Im Speziellen steht zur Debatte, ab wann wollte Porsche über 75 Prozent der VW-Aktien und damit komplett und inklusive Gewinnabführung übernehmen. Dabei werden jetzt nicht mehr nur mehrere Mitteilungen im Verlauf der Jahre 2007 und 2008 untersucht, die anders lauteten, sondern auch diejenige, als Porsche am 26.Oktober 2008 erstmals bekanntgab, sich die Kontrolle über 75 Prozent der VW-Aktien gesichert zu haben.

Das Landgericht hatte die erste Anklage ursprünglich nicht zulassen wollen. Die Staatsanwaltschaft hatte sich aber erfolgreich vor dem Oberlandesgericht beschwert. Wiedeking und Härter weisen die Vorwürfe über ihre Anwälte zurück. Nach wie vor ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen den früheren Aufsichtsrat der Porsche SE wegen des Verdachts der Beihilfe zur Marktmanipulation.

Porsches früherer Finanzchef Härter war im Zusammenhang mit der Übernahmeschlacht bereits wegen Kreditbetrugs zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die neuen Vorwürfe könnten ihm und seinem früheren Chef nach Angaben der Staatsanwaltschaft Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren einbringen.

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